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Israel zerstört Chemielabor Syrien produziert offenbar weiterhin C-Waffen

Israelische Kampfflugzeuge bombardierten einen syrischen Militärstützpunkt, auf dem angeblich Chemiewaffen hergestellt werden. Im syrischen Krieg sind Assad alle Mittel recht, um an der Macht zu bleiben.

Mann trägt offenbar totes Kind in den Armen, fotografiert von hinten.
Legende: Der Giftgas-Angriff in Chan Scheichun im April forderte mindestens 80 Todesopfer. Reuters Archiv

Aus Israel gibt es jeweils offiziell weder ein Dementi noch eine Bestätigung. Dennoch ist bekannt, dass dessen Armee bislang rund hundert Luftangriffe gegen Ziele in Syrien flog. Fast immer waren die Ziele Waffentransporte zugunsten der israelfeindlichen Hisbollah-Miliz in Libanon.

Doch diesmal galt der Angriff dem Militärstützpunkt Masyaf. Dort sollen sich Anlagen der staatlichen syrischen Forschungsstätte für Raketen sowie nicht-konventionelle Waffen befunden haben. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die der Opposition nahesteht, hat das Assad-Regime dort weiter Chemiewaffen hergestellt.

Das sehen auch westliche Geheimdienste sowie Amos Yadlin, Ex-Chef des israelischen Militärnachrichtendienstes, so. Allerdings fehlen von unabhängigen Stellen dafür Belege. Die internationale Chemiewaffenbehörde hat laut ihren Berichten die Anlage in Masyaf nicht besucht – oder nicht besuchen dürfen.

Assad setzt weiter Chemiewaffen ein

Hingegen ist jetzt erwiesen, dass Syriens Diktator Baschar al-Assad bisher insgesamt 27 Mal Chemiewaffen einsetzen liess. Das bestätigt Paulo Pinheiro, Leiter der UNO-Untersuchungskommission für Syrien. Dazu gehörte auch der Angriff mit dem Giftgas Sarin Anfang April in Chan Scheichun. Die UNO-Ermittler haben dafür reichlich Beweismaterial gefunden.

Dazu passt, dass die UNO-Experten, die die Einhaltung der Nordkorea-Sanktionen überwachen, in einem Bericht an den Sicherheitsrat von zwei beschlagnahmten Schiffsladungen sprechen. Sie sollen Raketen und Material für die Herstellung von C-Waffen enthalten haben. Absender: Nordkorea. Adressat: Genau jenes militärische Forschungszentrum in Syrien, von dem nun ein Standort von den Israelis zerstört wurde.

Militärisch und politisch deutet inzwischen alles darauf hin, dass das Assad-Regime an der Macht bleibt. Für einen Machtwechsel gibt es international praktisch keinen Rückhalt mehr. Gleichzeitig wird nun immer deutlicher, mit welcher Ruchlosigkeit sich Assad im Amt hält.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Herr F.Gsteiger in diesem Syrienkonflikt sollte sich der Westen zurück ziehen auf belastbare Positionen die man dann auch nachhaltig halten und verteidigen kann. Derlei Positionen kann der Westen in Syrien aber nicht einnehmen und finden. Diese neuerlich Medienkampagne betreffend C-Waffen wirken im Moment nur als mediale PR-Vorbereitung fuer einen Krieg gegen Assad. Zudem ist auch noch fraglich was an diesem Bericht belastbar belegt werden kann.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Also wirklich Leute, mir erschliesst sich gar nicht mehr, wie man da in Syrien noch zwischen den Guten und den Boesen unterscheiden kann und unterscheiden will. Offenbar ist das ja nur noch eine Gesinnungsfrage mit dem sich "Idioten" leidenschaftlich aufspielen wollen.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Im Bericht der UN-Kommission fehlen der DNA-Beweis und unbefangene Zeugen; Neue Zürcher Zeitung am 6.5.2013: Syrien-Konflikt - Rebellen setzten laut del Ponte Giftgas ein - Die Vereinten Nationen haben Hinweise, dass die syrischen Rebellen Giftgas eingesetzt haben. «Nach den Aussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt und auf das Gas Sarin zurückgegriffen», sagte Carla Del Ponte, Mitglied der Uno-Kommission zur Untersuchung von Kriegsverbrechen in Syrien.
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