Syrische Armee erobert offenbar Zitadelle von Palmyra zurück

Die syrische Armee hat laut dem Staatsfernsehen die symbolisch wichtige Zitadelle von Palmyra von der Terrormiliz Islamischer Staat zurückerobert.

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Der Vormarsch auf Palmyra

0:53 min, vom 25.3.2016

Die syrische Offensive gegen den IS kann offenbar einen weiteren Erfolg verbuchen. Die Streitkräfte hätten wieder die Kontrolle über die Zitadelle von Palmyra gewonnen, nachdem sie den Dschihadisten viele Verluste beigebracht hätten, zitierte das Staats-TV am Freitag eine Armeequelle.

Die russische Luftwaffe sei an der Offensive massgeblich beteiligt gewesen. Bei mehr als 40 Einsätzen hätten Kampfjets in den vergangenen Tagen rund 150 Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zerstört, sagte Generalleutnant Sergej Kuralenko am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Darunter seien Munitionsdepots gewesen, aber auch schwere Waffen wie Artillerie und Panzer. Kuralenko zufolge attackierte Russland nicht jene Teile der Opposition, die sich der Feuerpause angeschlossen haben. Russland und die USA würden weiter eng zusammenarbeiten.

Eine Reihe antiker Bauwerke gesprengt

Zuvor hatte die Armee bereits einen strategisch wichtigen Hügel eingenommen, von dem aus man die historischen Kulturschätze überblicken kann, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Russische Luftangriffe hätten die Armee unterstützt.

Palmyra im Zentrum Syriens gehört zum Unesco-Welterbe. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert und seitdem eine Reihe antiker Bauwerke gesprengt.

IS auch im Irak unter Druck

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Anschlag bei Bagdad

Bei einem Amateur-Fussballspiel rund 40 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad reisst einen Selbstmordattentäter mindestens 30 Menschen in den Tod. 60 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die Behörden in der Stadt Iskandaria mit. Laut Agentur Amaq hat sich der IS zur Tat bekannt.

Im Irak konnten die Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer mehrere Dörfer westlich der Stadt Machmur einnehmen, wie irakische Medien berichteten. Bei der Operation «Eroberung» seien sie von US-Luftangriffen unterstützt worden, sagte ein Armeesprecher.

Bereits am Donnerstag hatten irakische und kurdische Einheiten die erste Phase einer Offensive begonnen, mit der sie die IS-Hochburg Mossul befreien wollen. Bis der eigentliche Angriff auf Mossul beginnt, könnten aber noch Monate vergehen. Die Kämpfe südöstlich der nordirakischen Metropole sind derzeit noch rund 70 Kilometer von der Stadt entfernt.

Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht – die Einnahme der zweitgrössten irakischen Stadt war einer der grössten Erfolge der Extremisten. Die frühere Millionenstadt gilt neben Al-Rakka in Syrien als inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz.

Ende 2015 konnten irakische Regierungstruppen die Provinzhauptstadt Ramadi westlich von Bagdad vom IS zurückerobern. Nach westlichen Schätzungen haben die Extremisten inzwischen 40 Prozent des Gebietes verloren, das sie einst im Irak kontrollierten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Offensive gegen den IS

    Aus Tagesschau vom 25.3.2016

    Die irakische Armee hat heute eine Grossoffensive auf die Millionenstadt Mosul gestartet. Mosul gilt als inoffizielle Hauptstadt des Islamischen Staates. Gleichzeitig melden die USA den Tod von mehreren IS-Top-Terroristen. Unter den Getöteten soll sich auch Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli befinden, der Vizechef des Islamischen Staates.

  • IS massiv unter Druck

    Aus Tagesschau vom 24.3.2016

    Mossul ist seit der Eroberung durch den IS vor zwei Jahren die bedeutendste Stadt in den Händen der Terrormiliz. Heute haben irakische Regierungstruppen einen Grossangriff auf die Stadt gestartet, unterstützt durch US-Luftangriffe. Unter Druck ist der IS aber auch in Syrien.