Täter nach Überfall noch immer auf der Flucht

Ein Überfall auf ein Einkaufszentrum bei Paris ist unblutig zu Ende gegangen. Die Polizei evakuierte nach Angaben aus Sicherheitskreisen 18 Menschen aus einer Filiale des Textilien-Händlers Primark, in der sich zuvor Räuber verschanzt hatten.

Eine Polizistin und ein Polizeiauto stehen vor dem Einkaufszentrum. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bewaffnete sind bei Paris in ein Modegeschäft eingedrungen. Von einem islamistischen Motiv ist nicht die Rede. SRF

Bewaffnete haben nahe Paris eine Filiale der irischen Modekette Primark überfallen und einen Grosseinsatz der Polizei ausgelöst. Vermutlich drei Angreifer attackierten den Laden in einem Einkaufszentrum in Villeneuve-la-Garenne laut der Polizei am frühen Montagmorgen.

Geiselnahme bei Paris

0:44 min, aus Tagesschau am Mittag vom 13.7.2015

Das sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AFP. 18 Angestellte hätten sich daraufhin «verängstigt» in einer Kantine des Einkaufszentrums versteckt. Sie wurden am Vormittag von Polizisten der Elite-Einheit Raid in Sicherheit gebracht, es gab keine Verletzten.

Ob die Angreifer Geiseln genommen haben, ist noch nicht klar. Französische Medien hatten berichtet, dass die Eindringlinge in den Kleiderladen zehn Menschen in ihre Gewalt gebracht hätten. Polizeikreise wollten diese Geiselnahme bist jetzt aber nicht verifizieren. Nur, dass kein Kontakt zu zehn Angestellten des Ladens bestehe, bestätigten sie.

Polizei sucht nach den Räubern

Unklar war ferner, ob sich die Angreifer noch im Einkaufszentrum befanden oder bereits geflohen waren. «Die Suche nach den drei Verbrechern geht weiter», sagte ein Polizist. Ein Grossaufgebot der Polizei riegelte das Einkaufszentrum Qwartz nördlich von Paris weiträumig ab, Strassen wurden für den Verkehr gesperrt, Geschäfte blieben geschlossen.

Frankreich hat die Sicherheitsvorkehrungen seit den islamistischen Anschlägen auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt im Januar erhöht. Die Attentäter töteten damals 17 Menschen.