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International Täter von Baton Rouge suchte sich gezielt Polizisten aus

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in der US-Stadt Baton Rouge ist klar: Der Täter, ein 29-jähriger Afroamerikaner, hat den Beamten aufgelauert, um sie gezielt zu erschiessen.

Legende: Video «Weitere Details sind bekannt» abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.07.2016.

Bereits kurz nach dem Attentat in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana wurde darüber spekuliert, ob der Schütze die Polizisten in einen Hinterhalt lockte. Nun ist für die Polizei klar: Der Todesschütze hat die Polizisten gezielt angegriffen.

Er habe den Beamten am Sonntag aufgelauert, um sie zu erschiessen, sagte Louisianas Polizeichef Mike Edmonson dem TV-Sender CNN. «Er hat die Polizisten aus dem Hinterhalt angegriffen», sagte Edmonson. Er habe keinen Zweifel daran, dass er seine Opfer zum Tatort gelockt habe. Die Beamten waren zu einem Einsatz nahe dem Polizeihauptquartier gerufen worden, nachdem ein Anrufer von einem bewaffneten Mann gesprochen hatte.

Beim Schützen, der nach seiner Tat selbst erschossen wurde, handelte es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um den 29-jährigen Afroamerikaner Gavin Long aus Kansas City, das 700 Kilometer nördlich von Baton Rouge liegt. Long war als Marineinfanterist von 2008 bis 2009 im Irak stationiert und hatte nach seiner Rückkehr offenbar Probleme, im Alltag Fuss zu fassen.

Bei dem Attentat starben drei Polizisten. Drei weitere Beamte wurden durch die Schüsse verletzt, einer von ihnen ringt noch mit dem Tod.

Motivation unklar

In Baton Rouge hatte ein Polizist kürzlich den schwarzen CD-Verkäufer Alton Sterling erschossen. Nach diesem und einem ähnlichen Vorfall in St. Paul im Bundesstaat Minnesota kam es landesweit zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Bei einer dieser Demonstrationen erschoss ein Schwarzer in Dallas fünf weisse Polizisten aus dem Hinterhalt. Als Motiv soll er Hass auf weisse Polizisten angegeben haben.

Ob auch Long aus Rache handelte, blieb zunächst unklar. In den vergangenen Tagen rief er jedoch über Twitter mit Blick auf die jüngsten Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze zu Gegenwehr auf.

«Wann erhebt Ihr Euch endlich, damit Eure Leute nicht wie die Ureinwohner ausgerottet werden?», schrieb er. Nach eigenen Angaben reiste er kürzlich nach Dallas, dem Schauplatz des Heckenschützen-Angriffs auf Polizisten.

Im vergangenen Jahr hatte Long seinen Namen in Cosmo Ausar Setepenra geändert und sich als Mitglied der Washitaw-Nation bezeichnet. Das ist eine Gruppe von Afroamerikanern, die angibt, ihre Vorfahren hätten als Ureinwohner auf dem amerikanischen Kontinent gelebt.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das Modewort "Rassismus" kann ich gar nicht mehr ernst nehmen! Offenbar sind nur weisse Weltbürger Rassisten und Dunkelhäutige immer die "Opfer" eines latenten Rassismus! Was sich in den USA abspielt ist einfach unglaublich! Dass alles nun in den Medien dermassen einseitig dargestellt und abgehandelt wird, ist noch viel schlimmer!
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    "Der 29-jährige afroamerikanische Todesschütze lauerte den Beamten aufgelauert" (Auf der Startseite) Schönen Tag noch!
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  • Kommentar von Michelle Frick (michelle16)
    Interessant, die schwarzen reklamieren über rassismus, sind aber kein bisschen besser. Das merkt man auch, wenn man in mittelamerika ist und als blonde in ein einkaufszentrum geht, indem es mehr schwarze hat. Der rassismus ist gegenseitig sehr gross. Ob dieser rassismus erst durch die sklavenrei aufkam bezweifle ich sehr. Akzeptanz zwischen verschiedenen kulturen war immer ein grosses problem.In manchen ländern hats sehr lange funktioniert teilweise funktionierts auch heute noch aber eher selten
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      In Mittelamerika gibt es vor allem Indios, keine Schwarzen (ausser in Belize). Es ist das indigene Volk, es sind die Einheimischen. Wenn Sie als Blondine dort Belästigungen erfahren ist es mehr Macho-Benehmen, und in weniger anderen Fällen werden Sie als Vertreterin der europäischen Eindringlinge und Eroberer angesehen.--- Akzeptanz von Kulturen erleben wir hautnah: Romanen, Tessiner, Welsche und ein Paar Deutschschweizer.
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    2. Antwort von Michelle Frick (michelle16)
      Danke für die erklärung, ich kann zwar eingewanderte afrikaner von indios und latinos unterscheiden, aber okay... Macho getue ist was anderes als der rassismus. Die indios ist überhaupt nicht rassistisch, dass sind lieben menschen (vorausgesehen, dass man handeln kann) und bei den latinos hab ich weder machos noch rassismus erlebt...
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