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Terror in Neuseeland Das sind die aktuellen Erkenntnisse der Behörden

Legende: Video Attentäter wegen Mordes angeklagt abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.03.2019.

Gibt es neue Erkenntnisse zum Anschlag in Neuseeland? Der mutmassliche Attentäter hat sein rechtsextremes «Manifest» vor den Anschlägen an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern versandt. Die Kampfschrift umfasst 74 Seiten. Die Regierungschefin bestätigte denn auch, dass eine Mail des Mannes neun Minuten vor Beginn der Angriffe an eine ihrer E-Mail-Adressen gegangen sei. Im Mail seien aber keine Tatorte oder ähnliche Hinweise genannt worden.

Was ist über den mutmasslichen Täter bekannt? Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der 28-jährige Australier alleine gehandelt hat. Zwar gab es vier weitere Festnahmen, offensichtlich aber ohne Zusammenhang zum Verbrechen. Er hatte seit November 2017 einen Waffenschein und war auch Mitglied eines Schützenvereins.

Wie ist es überhaupt zur Bluttat gekommen? Der Hauptverdächtige erschoss in einer Moschee in der Innenstadt von Christchurch 42 Menschen – darunter mehrere Kinder. Dann brachte der 28-jährige Australier in einer anderen Moschee acht weitere Menschen um. Mit einer Helmkamera übertrug er die Tat live ins Internet.

Waren die beiden Moscheen seine einzigen Ziele? Vermutlich nicht. Als die Polizei den mutmasslichen Angreifer in seinem Auto stoppte, wurden fünf Schusswaffen, halbautomatische Feuerwaffen, Schrotflinten und Sprengstoff sichergestellt.

Wie konnte der Angreifer verhaftet werden? Das ist wohl einem Moschee-Besucher zu verdanken. Dieser hörte beim Beten in der Moschee Schüsse vor dem Gebetshaus. Daraufhin forderte er die versammelten Gläubigen auf, sich zu ducken. Später beobachtete er, dass der Attentäter ein leer geschossenes Sturmgewehr vor der Moschee auf den Boden warf und zurück zu seinem Auto ging. Ein Mitgläubiger habe dann das nicht mehr geladene Sturmgewehr aufgehoben und damit die Heckscheibe des Autos eingeschlagen. Aufgrund der zertrümmerten Scheibe fiel das Fahrzeug zwei Polizisten auf, die den Tatverdächtigen festnahmen.

Wie viele Opfer gibt es zu beklagen? Die Zahl der Toten hat sich auf 50 erhöht. In einer der beiden Moscheen wurde eine Leiche gefunden, die bislang nicht mitgezählt worden war. Nach neuseeländischen Medienberichten sind die Opfer zwischen zwei und 77 Jahre alt. Vermutet wird, dass alle Opfer Muslime sind und aus Einwandererfamilien stammen. Von mehreren Dutzend Verletzten waren noch mindestens zwei in Lebensgefahr.

Er wird sich vor dem neuseeländischen Justizsystem für seinen terroristischen Angriff zu verantworten haben.
Autor: Jacinda ArdernPremierministerin Neuseeland

Wie viele Muslime leben in Neuseeland? Mit etwa 50 000 Gläubigen sind Muslime in Neuseeland eine Minderheit. Viele der Opfer waren als Einwanderer gekommen. Ihre Familien haben Wurzeln in Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Afghanistan, Ägypten, Saudi-Arabien und Indien. Die genaue Herkunft der Opfer ist aber noch nicht klar.

Was geschieht mit dem mutmasslichen Schützen? Er sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis und wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt. Zu dem Gerichtstermin erschien der Mann in Handschellen und weisser Häftlingskleidung. Sein nächster Termin vor Gericht ist am 5. April. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest. Ihm wird mehrfacher Mord zur Last gelegt. Deshalb droht dem Mann lebenslange Haft. Die neuseeländische Premierministerin machte zudem klar: «Er wird sich vor dem neuseeländischen Justizsystem für seinen terroristischen Angriff zu verantworten haben.»

Welche Konsequenzen zieht Neuseeland aus dem Anschlag? Neuseeland plant die Waffengesetze zu verschärfen. In dem Pazifikstaat darf man bislang nach einer Überprüfung durch die Behörden schon mit 16 Jahren Waffen besitzen. Dazu benötigt man einen Waffenschein, muss die Waffen aber nicht alle einzeln anmelden.

Facebook löschte 1,5 Millionen Videos zur Tat

Facebook hat nach den Anschlägen in Neuseeland innerhalb von 24 Stunden anderthalb Millionen Videos von der Attacke entfernt. Das schreibt das Unternehmen auf Twitter. Aus Respekt vor den Opfern seien auch alle bearbeiteten Versionen des Videos gelöscht worden, so Facebook.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Warum berichten alle westlichen Medien und entschuldigen sich hundertfach bei den Betroffenen (was ich absolut befürworte), im Gegenzug hingegen bei muslimischen orientierten Anschlägen bringt noch nicht mal der islamische Zentralrat einen deutliche Entschuldigung über die Lippen? Wie viele hunderte Leute wurden schon durch islamistische Extremisten getötet, Frauen und Kinder inklusive? Wo war da bitte der Aufschrei der Muslime? Das sagt doch viel über diese "Religion".
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (weiterdenken)
    P. S. In Neuseeland sind auch die Christen einwanderer. Alle sind Einwanderer ausser die Maori.
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  • Kommentar von Stefan Trasser (chiggifan)
    Warum wird denn das Video und sein Manifest immer und immer wieder erwähnt? Das ist ja genau, was er wollte. Man sollte solche Typen, wie dieser oder Breivik in Norwegen, mitsamt ihrer Tat sozusagen lebendig begraben. Die Täter sollten auch nie wissen, was und ob über ihre Tat berichtet wird. Breivik terrorisiert in Norwegen die Opfer weiter, hat sogar den Staat angeklagt. All das sollte unmöglich sein, um der Opfer willen. Die Typen sollen ohne Aufmerksamkeit verrotten.
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