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International Terrormiliz IS wütet in Nimrud

Die Stadt Nimrud im Nordirak ist eine Jahrtausende alte Ruinenstätte. Irakische Behörden berichten nun von systematischer Zerstörung seitens der IS-Terrormiliz, die Unesco-Chefin spricht von «Kriegsverbrechen».

Legende: Video Bildersturm in Nimrud abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.03.2015.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt ihre Zerstörung einzigartiger altorientalischer Kulturgüter im Nordirak fort. IS-Kämpfer haben die Jahrtausende alte Stadt Nimrud südlich von Mossul überrannt, wie Iraks Altertumsministerium mitteilte.

Auf ihrer Facebook-Seite teilte die Behörde mit, dass die Kämpfer damit begonnen hätten, die antiken Stätten von Nimrud «mit schweren Militärfahrzeugen» zu zerstören.
Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter aus der Provinz Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur.

Unesco-Chefin: «Kriegsverbrechen»

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Ruinenstätte knapp 40 Kilometer südlich der vom IS besetzten Stadt Mossul. Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab.

Grafische Karte mit Syrien und Irak
Legende: Erst ein Museum in Mossul – nun die Ruinenstätte Nimrud. Die Terrormiliz IS will das Kulturerbe des Irak vernichten. SRF

Ausgrabungen brachten im 19. und 20. Jahrhundert Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs hervor. Das irakische Altertumsministeriums befürchtet nun, die bedeutenden Ruinen für immer zu verlieren.

Unesco-Chefin Irina Bokowa verurteilte die begonnene Zerstörung der historischen Stadt als Kriegsverbrechen. Dieser neue Angriff auf das irakische Volk rufe in Erinnerung, dass die im Irak wütende kulturelle Säuberung nichts und niemanden ausspare. Sie mache auch vor der systematischen Zerstörung von Jahrtausende altem Erbe der Menschheit nicht halt, erklärte Bokowa in Paris in einer Mitteilung.

Die Chefin der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur rief alle Verantwortlichen auf, «sich gegen diese neue Barbarei zu erheben und daran zu erinnern, dass es keinerlei politische oder religiöse Rechtfertigung für die Zerstörung von kulturellem Erde der Menschheit gibt».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Christa wüstner, Reinach
    Religion ist von Kultur nicht trennbar. Was jetzt geschieht ist Zerstörungswut und Fanatismus. Die Einstellung , es dürfen keine bildlichen Zeugen einer anderen Religion Überliefert werden , gab es schon immer. Aber was jetzt geschieht, ist eine Ausrottung aller Kulturen und greift auch stark auf unsere eigene Kultur über, wie schon Herr Kerzenmachet schrieb.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die assyrische Kultur hat über den Weg GR-Rom auch Einzug in die hiesige Kultur gehalten. Wenn also Fanatiker des Daesh (IS) diese zerstören,dann zerstören sie nicht nur alte assyrische Kunst, sondern auch Zeugnisse dessen, was auch zur hiesigen Kultur geführt hat.Und das rechtfertigt einen Feldzug gegen dieese Fanatiker, dessen Ziel sein muss, dass es nicht einmal mehr einen gibt der auch nur anstrebt,Islamist zu werden.Von ihnen darf nichts übrig bleiben,kein Körper,kein Grab,keine Erinnerung.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Wenn es doch nur so etwas gäbe, wie "der Fluch der Pharaonen." Dass diese Grab- und Denkmalschänder innert kurzer Zeit an der Pest oder Ähnlichem sterben würden.
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