Was ist passiert? Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr im Berliner Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz. Nach Angaben der Polizei fuhr ein weisser Kastenwagen am Ahornsteig parallel zur Lennéstrasse und erfasste mehrere Menschen. Das Fahrzeug prallte anschliessend gegen einen Baum. Der Fahrer stieg aus und flüchtete. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab.
Was ist über die Opfer bekannt? Eine Frau erlag noch vor Ort ihren Verletzungen. 16 weitere Menschen wurden verletzt, 3 davon lebensbedrohlich, 8 schwer und 5 leicht. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Spitäler gebracht worden. Angaben zu Alter oder Identität der Betroffenen machten die Behörden zunächst nicht.
Wer wird gesucht? Noch in der Nacht identifizierte die Berliner Polizei einen mutmasslichen Tatverdächtigen. Er sei in Berlin polizeibekannt und werde dem islamistischen Milieu zugerechnet. Laut deutschen Medien soll der Verdächtige im Mai dieses Jahr aus dem Jugendarrest entlassen worden sein. Am Sonntagmorgen veröffentlichte die Polizei ein Foto, mit dem sie nach dem 21-jährigen Abdul B. sucht. Der Mann sei etwa 1.90 Meter gross, von schlanker Statur, habe schwarzes Haar und trage einen schwarzen Hoodie und eine weisse Hose. Die Behörden warnen davor, ihn anzusprechen, da er möglicherweise bewaffnet sei. Weiter prüft die Polizei, ob es einen oder mehrere Täter gab.
Was ermitteln die Behörden? Die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin führen die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Anschlags. Noch ist unklar, ob der gesuchte Mann tatsächlich am Steuer des Fahrzeugs sass. Die Ermittler prüfen zudem, ob weitere Personen beteiligt waren. Laut Polizei handelt es sich bei dem weissen Kastenwagen um ein Privatfahrzeug und nicht um einen Mietwagen.
Anschlag auf CSD in Berlin
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Bild 1 von 6. Das leere und stark demolierte Fahrzeug wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt. Bildquelle: REUTERS/Annegret Hilse.
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Bild 2 von 6. Noch ist laut Polizei unklar, wem der weisse Kastenwagen gehört. Es handele sich um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Jason Tschepljakow.
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Bild 3 von 6. Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner spricht mit den Medien. Bildquelle: REUTERSChristian Mang.
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Bild 4 von 6. Nach dem Tatverdächtigen wird gefahndet. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Gollnow.
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Bild 5 von 6. Mehrere Personen wurden psychologisch betreut. Bildquelle: REUTERS/Annegret Hilse.
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Bild 6 von 6. Das Gebiet rund um den Tatort wurde grossräumig abgesperrt, der Tiergarten mit Wärmebildkameras abgesucht, wie die Polizei mitteilte. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Michael Ukas.
Was ist der Christopher Street Day? Der Christopher Street Day ist eine Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und weiteren queeren Menschen. Er erinnert an die Stonewall-Aufstände, die am 28. Juni 1969 nach einer Polizeirazzia im «Stonewall Inn» in New York begannen. Die Proteste gelten als wichtiger Wendepunkt der modernen LGBTQ+-Bewegung.
Wie reagieren Politik und Behörden? Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einem Angriff auf die freie und weltoffene Gesellschaft. «Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.» Zugleich sagte er, es sei zu früh, den Vorfall als Terroranschlag einzuordnen.
Bundeskanzler Friedrich Merz wurde nach Angaben der Bundesregierung unmittelbar nach der Tat informiert. Er sprach von einer abscheulichen Tat und einem Angriff auf die Gesellschaft und kündigte an, dass die Tat aufgeklärt und mit aller Härte verfolgt werde. Dazu stehe er im ständigen Kontakt mit Bundesinnenminister Dobrindt. Beide bedankten sich bei den Einsatzkräften und teilten mit, ihre Gedanken seien bei den Betroffenen und ihren Angehörigen.
Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus: «Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.» Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), schrieb bei Instagram: «Wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt säen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit.»