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Legende: Video Robert Mugabe: ein Blick auf 40 Jahre Macht abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus SRF News vom 06.09.2019.
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Tod von Robert Mugabe Vom Freiheitskämpfer zum Diktator

Robert Mugabe kämpfte für die Unabhängigkeit seines Landes und wurde dann selbst zum Unterdrücker.

Am 21. Februar 1924 kam Robert Mugabe in einer römisch-katholischen Mission in der Nähe von Harare zur Welt. Er wurde von jesuitischen Priestern ausgebildet und arbeitete als Grundschullehrer, bevor er nach Südafrika an die Universität ging.

Der Freiheitskämpfer

Als er 1960 aus Südafrika in seine Heimat zurück kam, die damals noch Rhodesien hiess, stieg er in die Politik ein. Dort kämpfte er für die Unabhängigkeit Simbabwes. Vier Jahre später kam er als politischer Unruhestifter für zehn Jahre ins Gefängnis. Während seiner Haftzeit erwarb er zwei Abschlüsse in Rechtswissenschaften.

1974 wurde Mugabe aus dem Gefängnis entlassen und floh nach Mosambik, wo ihn der bewaffnete Arm der Partei Zimbabwe African National Union (ZANU) zu ihrem Anführer wählte. Mit ihm führten sie den Kampf gegen die Herrschaft der weissen Minderheit im Simbabwe.

Vom Premierminister zum Präsidenten

1980 erlangte Simbabwe die international anerkannte Unabhängigkeit und Mugabe wurde als erster schwarzer Premierminister des Landes gewählt. Der stets elegant gekleidete Intellektuelle verblüffte zunächst mit einem auf Ausgleich zwischen Schwarz und Weiss zielenden Versöhnungskurs.

Doch kurz darauf begann Mugabe seine Opponenten zu unterdrücken. 1982 sendete er unter dem Vorwand eines vermuteten Staatsstreiches Truppen in die Region Matabeleland, die dort ein Massaker anrichteten. Menschenrechtsorganisationen sprachen von 20’000 Toten. Später wurden Massengräber gefunden, welche den Vorwurf von Genozid befeuerten.

Nach zwei Amtsperioden liess Mugabe die Verfassung ändern und schaffte sich so 1987 ein machtvolles Präsidentenamt.

Gewaltvolle «Korrektur» kolonialer Ungerechtigkeiten

Bei einem späteren Referendum über eine weitere Verfassungsänderung erlitt Mugabe seine erste Niederlage an der Urne. Er machte die weisse Minderheit in seinem Land dafür verantwortlich und bezeichnete sie als «Feinde Simbabwes». Aufgebracht über das langsame Vorankommen der Landreformen, begannen einige Tage später Banden schwarzer Simbabwer die Farmen von Weissen zu überrennen. Mugabe bezeichnete diese Aktionen als eine «Korrektur» kolonialer Ungerechtigkeiten.

Mit seinem Beschluss zur Enteignung weisser Landwirte brach er mit der Politik der Versöhnung. Das löbliche Ziel, die ungerechte Landverteilung zu verbessern, wurde der Sargnagel der Wirtschaft. Diese begann ab 2000 zu implodieren und Mugabes physische und psychische Gesundheit nahm ab. 2008 war die Inflation bei 500 Milliarden Prozent angekommen und Simbabwe verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 80 Prozent. Millionen von Simbabwern flohen – viele nach Südafrika.

Putsch des Diktators

Im November 2017 kam es zu einem Putsch durch seine eigenen Streitkräfte. Der Putsch wurde nach Einschätzungen von Experten dadurch ausgelöst, dass Mugabe versuchte, seine im Land unbeliebte Frau Grace als seine Nachfolgerin zu etablieren. Nachdem er sich zunächst geweigert hatte, seine Absetzung zu akzeptieren, trat der 93-Jährige wenige Tage später zurück und das Land brach in einen Freudentaumel aus.

In den letzten Jahren flog er immer wieder von seinem Zuhause in Harare nach Singapur, wo er medizinisch behandelt wurde. Dort starb er im Alter von 95 Jahren.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Sehr typischer Verlauf vieler Länder in Afrika. - Vom Freiheitskämpfer zum Diktator, der übliche Verlauf in fast allen Ländern. Einmal an der Macht, gibt man diese Macht nicht mehr freiwillig her. Simbabwe war einstmals ein Land, dass Überschuss in der Landwirtschaft produzierte.
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