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Legende: Audio Bestürzung über Tod Lübckes abspielen. Laufzeit 03:18 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 05.06.2019.
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Tötungsdelikt an Lübcke Polizei ermittelt in alle Richtungen

  • Der Regierungspräsident von Kassel im deutschen Bundesland Hessen, Walter Lübcke, starb in der Nacht auf Sonntag an einem Schuss in den Kopf.
  • Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sich keine Hinweise auf einen Suizid ergeben, sie geht daher von einem Tötungsdelikt aus und ermittelt gegen Unbekannt.
  • In sozialen Medien gab es vermehrt Hasskommentare gegen den Politiker. Laut deutschen Medien soll sich Lübcke für die Aufnahme von Flüchtlingen starkgemacht haben.

Es werde mit Hochdruck in alle Richtungen ermittelt. «Wir haben noch keine Hinweise auf Täter und vor allem noch nichts zum Motiv», sagte Landeskriminalamtschefin Sabine Thurau.

Mann mit Anzug und Brille.
Legende: Lübcke hatte zehn Jahre lang das Regierungspräsidium von Kassel geleitet und sass auch mehrere Jahre als Abgeordneter für die CDU im hessischen Landtag. Keystone

Reaktionen aus der Politik

Lübcke hatte zehn Jahre lang das Regierungspräsidium von Kassel geleitet, das eine Verwaltungsbehörde auf mittlerer Ebene zwischen dem Bundesland Hessen und seinen Gemeinden ist. Lübcke sass auch mehrere Jahre als Abgeordneter für die CDU im hessischen Landtag.

Sein überraschender Tod hatte am Sonntag Bestürzung ausgelöst: «Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte», hatten unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Michael Boddenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, erklärt.

Hasskommentare gegen Lübcke

Die deutsche Boulevardzeitung «Bild» titelt am Mittwoch, dass Neonazis den Mord am CDU-Politiker feiern würden. Auf Facebook gab es nach dem Tod Hasskommentare, vermutlich aus dem rechten Lager. Darin wird der Tod des Politikers begrüsst.

Deutsche Medien berichten in diesem Zusammenhang darüber, dass der Politiker vor einiger Zeit bereits einmal mit solchen Hasskommentaren konfrontiert wurde. Dies, weil er sich an einer Bürgerversammlung für die Aufnahme von Flüchtlingen starkgemacht hatte. Die deutsche Staatsanwaltschaft weist jedoch darauf hin, dass es bisher keinen Zusammenhang gibt zwischen früheren Anfeindungen und dem Tod.

Zwei Personen vor Mikrofonen.
Legende: LKA und Staatsanwaltschaft informieren am Montag über den Ermittlungsstand im Todesfall Lübcke. Keystone

«Vergifteter politischer Diskurs»

In Deutschland befasst man sich auch mit der Frage, warum solche Hasskommentare bei Facebook nicht sofort gelöscht wurden. Auch das Video der erwähnten Bürgerversammlung sei noch online. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen fordert, dass solche Kommentare und Videos gelöscht werden müssen. Sie seien menschenverachtend und ekelhaft, wird er zitiert.

Bei der Tageszeitung «Neues Deutschland» schreibt ein Kommentator, dass dieser Fall exemplarisch sei für den vergifteten politische Diskurs in Deutschland. Anstatt Trauer zu bekunden, dominiere Hass.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Den Tod v. W.L. kan man auch dem Bereich „Social Media??“ zuschreiben. Der Begriff Freiheit (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, usw.) wird zunehmend durch das Internet (Google, Facebook, Twitter & Co.) dadurch unterlaufen, indem auch Hass, Mobbing, Stimmungsmache, Verschwörung, „Fake News“, usw. unkontrolliert möglich sind. Während sich Printmedien/Elektron. Medien seit jeher einen „Nettikett“-Kodex geben, ist das für „Social Media“ profitschädigend, weil keine Empörung, Erregung, Aufmerksamkeit.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Stimmt. Sogar nach seinem Tod sind rechtsextreme Hasskommentare immer noch präsent.
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    2. Antwort von werner zuercher  (Werner Zuercher)
      Nettikett“-Kodex der Mainstreammedien! Sie meinen wohl die Arbeit von Journalisten wie Claas Relotius!
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  • Kommentar von I. Bürgler  (I.Bürgler)
    Jeder der hier Lobpreisenden soll seinen gesamten Besitz an die Armen verkaufen. Dann ist es vollbracht.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Jeder der sich uneingeschränkt für Flüchtlinge oder Emigrant, Schwule oder Behinderte, Frauen oder einfach sonst Benachteiligte sich einsetzt ist für Mich ein Held/in. Und das kann man mit oder wenig Bildung oder gar keiner. den Herz haben und wissen was Richtig und falsch ist sollten den meisten gegeben sein! leider überwiegt Egoismus und Hass immer noch mehr als Liebe und das ist Traurig! In tiefster Trauer und Liebe meine Anteilnahme an dem Leid der Familie und dessen Freunde!
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