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Trauer um Nelson Mandela Gespaltenes Verhältnis: Kein Europäer darf an der Feier reden

Zwar sind viele europäische Staatschefs nach Südafrika gereist. Doch kein europäischer Staatschef ist auf der Rednerliste der Trauerfeier. Das ist kein Zufall.

Legende: Video Das gespaltene Verhältnis abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.12.2013.

Das Verhältnis von Südafrika zu Grossbritannien ist belastet: Noch bis 1926 war Südafrika Herrschaftsgebiet im britischen Commonwealth. Zu Zeiten von Premierministerin Margreth Thatcher war Nelson Mandela noch auf Grossbritanniens Terrorliste.

Grossbritannien noch immer verschmäht

«Es ist vor allem kein einfaches Verhältnis zum jetzigen Regierungschef Grossbritanniens, David Cameron», sagt Barbara Müller. Sie ist Geschäftsführerin des Fonds für Entwicklung und Partnerschaft in Afrika. «Cameron war 1989 in Südafrika. Damals hatte er sich noch überhaupt nicht für die Freilassung von Mandela ausgesprochen», sagt Müller.

Cameron hat die Apartheidregierung, den rassistischen Sonderweg, unterstützt. «Auch wenn man viel von Versöhnung spricht. Das heisst nicht, dass die Südafrikaner alles vergessen. Sie wissen genau, wer wann was getan hat. Das Verhältnis ist also noch immer belastet», so Müller.

Grossbritannien ist denn auch nicht auf der offiziellen Rednerliste für die Trauerfeier von Mandela vertreten. Auch europäische Staatsmänner sind auf der Liste nicht zu finden. Es sei nicht nur die Geschichte zu den Europäern, die belaste, sagt Ruedi Küng, ehemaliger Afrika-Korrespondent von Radio SRF. Auch die aktuelle Situation sei ausschlaggebend.

Europas Stern ist im Sinken begriffen

«Wir stellen fest: Europa hat an Einfluss verloren. Der amerikanische Stern sinkt auch etwas. Aber nicht so stark wie der europäische», so Küng. Das habe wahrscheinlich mit dem amerikanischem Mythos zu tun, dass man alles erreichen kann, dass alles möglich ist. «Das wird bewundert.» Im Moment geht vor allem der asiatische Stern auf.

«Wir denken dabei nur an China, was falsch ist. Denn mit China kommen Indien und andere ostasiatische Staaten, die finanzstark sind. Sie treten als mögliche und tatsächliche Investoren in Südafrika und an anderen Orten in Afrika auf», so Küng. Die neuen Allianzen sind für Südafrika wichtig. Denn das Land am Kap gehört zu den BRICS-Staaten. Das sind jene wirtschaftlich aufstrebende Staaten, die zusammen mit Brasilien, Russland, Indien und China eine neue Einheit bilden.

Buren und Briten

1806 wurde die niederländische Kapkolonie von den Briten in Besitz genommen. Die niederländischen «Buren» gründeten darauf Republiken im Norden. Später wurden diese ins Empire eingegliedert. 1910 entstand die Südafrikanische Union, als selbst regiertes Herrschaftsgebiet im britischen Commonwealth. 1926 erhielt Südafrika die faktische Souveränität.

Weg zur Demokratie

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschritt Südafrika mit dem System der Apartheid einen rassistischen «Sonderweg», der erst nach 1989/90 überwunden wurde. 1961 schied das Land auf aussenpolitischen Druck wegen der Apartheidspolitik aus dem Commonwealth aus und gründete die Republik Südafrika. Die erste demokratische Wahl fand 1994 statt.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude, zürich
    ich finde diese abschiedszeremonie für mandela einfach schön und vor allem ehrlich!!! ehre die ehre gebührt und buuuurufe die es gebührt...
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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    In einem NZZ - Leserbrief (11.11.2013) zu Nelson Mandela kann man auch lesen was er in Tripolis zum Empfang des «Internationalen Ghadhafi-Preises für Menschenrechte» sagte: «Wir sehen uns als Mitstreitende für die palästinensischen Araber in ihrem Kampf für die Befreiung Palästinas. Es gibt nicht einen einzigen Bürger in Südafrika, der nicht bereit wäre, seine palästinensischen Brüder in ihrem legitimen Kampf gegen die zionistischen Rassisten zu unterstützen.» usw. (Printausgabe der NZZ).
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    1. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @Schmidlin. Vorsicht Leserbriefe müssen nicht der Wahrheit entsprechen. Freie Meinung. Wie viele Kommentatoren in diesem Forum auch Lügen verbreiten. Zelger wiederspricht sich dauernd, aber die merkt das gar nicht vor lauter viel schreiberei. Die weiss auch nicht was das Wort Pietät bedeudet. Schade, einer der ganz grossen Männer der Geschichte ist gegangen. Dass er für Gewalt am Anfang war ist Fakt. Aber sein Wandel und sein echtes begegnen mit seinen Feinden ist Grossartig.Einzigartig. Punkt.
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  • Kommentar von Andreas Buehler, Newberry Springs, CA
    Ich bitte sie die Rechtslage zu aendern damit auch wir Schweizer im Ausland Kurzvideos sehen koennen.
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