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Tren de Aragua in Venezuela Tötung des Bandenchefs durch USA dürfte eine Warnung sein

Es ist die erste Militäroperation der USA auf venezolanischem Boden seit der Festnahme von Langzeit-Machthaber Nicolás Maduro Anfang Jahr. Ein von Trump in den Sozialen Medien geteiltes stummes Video zeigt einen Luftangriff auf ein Haus, ein Gebäude explodiert. Darin soll sich nach Angaben der US-Regierung Niño Guererro befunden haben – der Anführer der Drogenbande Tren de Aragua.

Im Post mit dem Video schreibt Trump: «Die Terroristen von Tren de Aragua können sich in Venezuela oder sonst wo nicht mehr verstecken». Die venezolanische Regierung bestätigt die Vorgänge. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez spricht von einer gemeinsamen Militäraktion der USA mit venezolanischen Sicherheitskräften.

Tren de Aragua – Venezuelas berüchtigtste Bande

Der 42-jährige Niño Guerrero, mit bürgerlichem Namen Héctor Rustherford Guerrero Flores, machte Tren de Aragua zum berüchtigtsten Kartell Venezuelas und zu einer der grössten Banden Südamerikas.

Die Gang hat ihre Wurzeln in einem Gefängnis in der venezolanischen Region Aragua. Zweimal gelang Niño Guerreo die Flucht aus dem Gefängnis. Zuletzt 2023, als Nicolás Maduro das Tocorón-Gefängnis durch 11'000 Soldaten stürmen liess, im Versuch, die Kontrolle über die Strafanstalt zurückzugewinnen.

Eine internationale Organisation

Unter Niño Guererros Führung wurde die einstige Gefängnisbande zu einer internationalen kriminellen Organisation – mit Präsenz unter anderem in Kolumbien, Ecuador, Peru und Chile.

In Chile nahmen Sicherheitskräfte Anfang Monat 19 mutmassliche Tren de Aragua Mitglieder fest. Sie sollen Teil eines Menschenhandels- und Prostitutionsrings gewesen sein.

In Kolumbien arbeitet die venezolanische Bande mit der ELN Guerilla zusammen. Die Rebellengruppe ist eine der grössten des Landes und kontrolliert die venezolanisch-kolumbianische Grenzregion Catatumbo. In Ecuador ist Tren de Aragua mit dem mexikanischen Sinaloa-Kartell involviert – laut Angaben der Expertenplattform Insight Crime.

Trumps Kampf gegen Drogenkartelle

Die Tötung des Tren-de-Aragua-Bandenchefs dürfte auch eine Warnung sein an andere kriminelle Gruppen in der Region. Die Aktion zeigt: Die USA schrecken nicht davor zurück, Militärschläge in Südamerika durchzuführen.

Rechtlich ist der US-Militäreinsatz in Venezuela umstritten. Für Trump ist er Teil eines Kampfs gegen Terroristen. Die USA stufen derzeit acht verschiedene Drogenkartelle als internationale Terrororganisationen ein.

Teresa Delgado

Südamerika-Korrespondentin

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Teresa Delgado hat an der Universität Freiburg und in den USA Geschichte, Englisch und Spanisch studiert. Seit 2016 ist sie Redaktorin und Produzentin bei Radio SRF. 2021 und 2022 berichtete sie als Auslandredaktorin aus Spanien, Portugal und den USA. Seit 2023 ist sie Südamerika-Korrespondentin mit Sitz in Santiago de Chile.

Alle Artikel von Teresa Delgado

Echo der Zeit, 13.6.2026, 18 Uhr

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