Zum Inhalt springen

Entscheid des US-Präsidenten Trump begnadigt umstrittenen Sheriff

Legende: Video Trump begnadigt Sheriff abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.08.2017.
  • US-Präsident Donald Trump hat einen ehemaligen Bezirks-Sheriff aus dem Bundesstaat Arizona begnadigt, der wegen der Diskriminierung von Immigranten verurteilt worden war.
  • Joe Arpaio habe einen beispielhaften, selbstlosen Dienst an der Öffentlichkeit geleistet, lautete Trumps Begründung für die Begnadigung laut einer Mitteilung des Weissen Hauses.
  • Eine Richterin hatte Arpaio verurteilt, weil er die Polizei angewiesen hatte, sie solle Autofahrer, die aussehen wie Einwanderer, anhalten und deren Aufenthaltsstatus prüfen. Dieses Vorgehen ist in den USA wegen seines diskriminierenden Charakters verboten.

Der heute 85-jährige Arpaio hatte von 1992 bis 2016 als republikanischer Bezirkssheriff in Maricopa Zehntausende bei Razzien aufgreifen lassen, obwohl nichts gegen sie vorlag. Nach mehr als 50 Jahren bewundernswertem Dienst an der Nation habe er eine Begnadigung durch den Präsidenten verdient, hiess es in einer Stellungnahme des Weissen Hauses.

Mit der ersten Begnadigung seiner Amtszeit giesst Trump nach Meinung von Menschen- und Bürgerrechtlern Öl ins Feuer der schwelenden Rassismusdebatte im Land.

Rosafarbene Unterwäsche für Häftlinge

Arpaio drohte von Oktober an eine sechsmonatige Haftstrafe, zu der ihn ein Bundesgericht in Phoenix im Juli verurteilt hatte. Er wurde für schuldig befunden, als Sheriff eine gerichtliche Anordnung missachtet zu haben, wonach er die Diskriminierung und ethnische Verfolgung von Immigranten zu unterlassen habe.

Trump hatte die Begnadigung bereits vor einigen Wochen öffentlich erwogen. Arpaio hatte Trump im Wahlkampf 2016 nach Kräften unterstützt und wurde auch für ein Regierungsamt gehandelt.

Als Sheriff hatte Arpaio am Rande von Phoenix eine berüchtigte Gefängnis-Zeltstadt in der glühenden Hitze des US-Südwestens einrichten lassen. Er liess die Häftlinge mit rosafarbener Unterwäsche ausstatten. Sie erhielten nur zwei Mal täglich etwas zu essen, angeblich aus finanziellen Gründen stets ohne Pfeffer und Salz.

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Natürlich ist es die Aufgabe der Polizei zu kontrollieren und Verdächtige,Illegale oder krimmminelle Einwanderer erst recht.Was soll daran diskriminierend sein?Wenn ich in Ländern bin wo diese herkommen werde ich von der Gesichtserkennung über Augenscan sofort geprüft ohne mich gleich diskriminiert zu fühlen.Reicht es nicht das es schon genügend und immer mehr NoGo Areas gibt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Joyce Schmid (jms)
    Irgend etwas musste Trump tun damit er weiterhin im Rampenlicht steht. Für ein Narzist wie Trump darf Hurricane Harvy nicht so viel Raum einnehmen. Warum sonst hat er bis Freitag gewartet diesen blödsinnige "Pardon" die Presse bekannt zu geben? Es hat nämlich letzten Mittwoch stattgefunden. Hurricane Harvy hat erst am Freitag Texas erreicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (sensus communis)
    Trump ist eine Schande für die freie Welt... mit seinen Aktionen fördert er Rassismus, Ausgrenzung und Hetze gegen Minderheiten. Und, er denkt noch, er mache alles "richtig". Wahnsinn, oder?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      Absolut richtig, Bächler, es gibt aber auch noch viele andere Staatsmänner, die eine Schande darstellen. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Jahrzehntelange Miss-Politik Schuld an der Wahl von Trump ist, die Menschen haben es satt. Es gibt da so einen einfachen Grundsatz: Je mehr die Politik in eine Ecke driftet, je mehr wird in die andere Ecke gewählt. Von nix, kommt nix!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen