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Trump-Kritiker betroffen Weitere Paketbomben entdeckt: Das sind die Fakten

Legende: Video Versuchter Anschlag auf Trump-Kritiker vereitelt abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus SRF News vom 25.10.2018.

Was ist geschehen? Die früheren US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton, die einstige US-Aussenministerin Hillary Clinton, Ex-CIA-Chef John Brennan sowie der frühere Justizminister Eric Holder haben per Post Paketbomben erhalten. Auch die demokratische Kongressabgeordnete Maxine Waters und das CNN-Büro in New York erhielten bislang verdächtige Post. Die Pakete ähnelten gemäss der US-Bundespolizei FBI jener Briefbombe, welche am Montag im Briefkasten des Milliardärs George Soros gefunden wurde.

Mittlerweile hat auch Hollywood-Schauspieler Robert De Niro ein verdächtiges Paket erhalten. Es wurde in dessen Restaurant «Triobeca Grill» entdeckt. Es handle sich um dieselbe Art von Paket wie jene an Ex-Präsident Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, berichtete die «New York Post». Im US-Bundesstaat Delaware haben Ermittler ausserdem ein verdächtiges Paket gefunden, das an Ex-Vizepräsident Joe Biden adressiert gewesen ist.

Die Behörden konzentrieren ihre Untersuchungen mittlerweile auf den Bundesstaat Florida. Die Täterschaft ist aber noch unklar.

Barack Obama in Nahaufnahme.
Legende: Die Paketbombe für den früheren US-Präsidenten Barack Obama wurde von Sicherheitsleuten abgefangen. Keystone

Waren die Rohrbomben funktionstüchtig? Bei den versandten Sprengsätzen handelt es sich nach Angaben der Anti-Terror-Einheit von New York und des FBI offensichtlich um einfach gebaute Rohrbomben. Die PVC-Rohre enthielten Schwarzpulver, einen Zünder und vermutlich auch Granatsplitter. Dies berichtete der US-Nachrichtensender NBC unter Berufung auf drei Ermittler. Sie gehen davon aus, dass die Paketbomben hätten explodieren können. Verletzt wurde bei den Funden in Washington und im Grossraum New York niemand. Die gepolsterten Umschläge wurden abgefangen, bevor sie ihre Adressaten erreichten.

Hillary und Bill Clinton.
Legende: Auch der frühere US-Präsident Bill Clinton und dessen Ehefrau Hillary erhielten explosive Post. Keystone

Haben die Opfer ihre Pakete alle erhalten? Nein. Das Päckchen an Eric Holder war falsch adressiert worden und landete stattdessen im Büro der demokratischen Kongressabgeordneten Debbie Wasserman Schultz, deren Anschrift als Absender angegeben war. Das an Brennan adressierte Päckchen wurde an den TV-Sender CNN geschickt, wo der frühere Geheimdienstchef häufig als Gast auftritt.

Paketbombe.
Legende: Diese Paketbombe wurde John Brennan geschickt – an die Adresse des US-Nachrichtensenders CNN. Keystone

Das New Yorker Bürogebäude des Unternehmens Time Warner, in dem CNN seinen Sitz hat, wurde daraufhin geräumt. Auch weisses Pulver wurde Berichten zufolge in dem Päckchen entdeckt. Ob es sich dabei um eine gefährliche Substanz handelt, war unklar.

Wie äussern sich die Ermittler und die Behörden? New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem «eindeutigen Terrorakt», die Behörden erhöhten ihre Sicherheitsvorkehrungen vor den Kongresswahlen in zwei Wochen. FBI-Direktor Christopher Wray sagte, die Ermittlungen zu den Funden hätten «höchste Priorität». In New York wurden 100 weitere Soldaten der Nationalgarde eingesetzt, um Flughäfen, Bahnhöfe und andere Knotenpunkte zu überwachen. Zu den Rohrbomben sagte Gouverneur Andrew Cuomo: «Dies ist die Welt, in der wir leben.»

Wie reagiert US-Präsident Donald Trump auf den Terrorakt? Donald Trump hat bereits einen Schuldigen für die Tat verantwortlich gemacht – die Medien. Zwar rief der US-Präsident die Amerikaner nach den «verabscheuungswürdigen Taten» zum Zusammenhalt auf. «Wir sind extrem sauer, traurig und unglücklich über das, was wir heute Vormittag erlebt haben – und wir werden das gründlich aufklären», sagte er bei einer Veranstaltung im Weissen Haus.

Später rief Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Wisconsin zu mehr Anstand in der politischen Debatte auf. «Diejenigen, die sich in der politischen Arena befinden, müssen damit aufhören, politische Gegner als moralisch fehlerbehaftet zu behandeln», sagte Trump. Ausserdem nutzte er die Gelegenheit zu einer weiteren Breitseite gegen die Medien. Diese stünden «auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen», sagte Trump.

Donald Trump.
Legende: US-Präsident Donald Trump macht auf einer Wahlkampfveranstaltung die Medien für die Tat mitverantwortlich. Keystone

Wie reagiert CNN auf die Attacke? Der US-Nachrichtensender reagiert auf Trumps Medienschelte mit Unverständnis. So warf CNN-Chef Jeff Zucker US-Präsident Donald Trump nach der Briefbombe an den TV-Sender denn auch vor, die Folgen seiner Medienschelte vollkommen zu unterschätzen. «Es gibt einen totalen und völligen Mangel an Verständnis im Weissen Haus über die Schwere der fortgesetzten Angriffe auf die Medien», sagte Zucker. Und weiter: «Der Präsident und insbesondere der Pressesprecher des Weissen Hauses, sollten verstehen, dass ihre Worte Folgen haben.»

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93 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Politik wird immer mehr zum gegenseitigen Kampf, durch Bekämpfung anderer Meinungen. Es ist nicht nur D.T.der Hassbotschaften aussendet, wie es hier beschrieben wird. Seit seinem Überraschungssieg, gibt es keine guten Botschaften mehr über ihn, sondern nur noch sehr viel negative Berichte. Genau das Gegenteil vom damaligen Präsidenten Obama,der vor der Wahl mit nur Lobesworten überhäuft wurde. Bin der Meinung, dass man die Untersuchung abwarten sollte, bevor schon Schlüsse gezogen werden.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Gerade eben die Meldung der Täter wurde gefasst, man wird sehen wer der Schuldige ist. Bei meinen Worten bleibe ich trotzdem, die ich oben schrieb. Obama wurde sehr zuvorkommend in allen Medien präsentiert. D.T. wurde überraschend gewählt, entgegen des vorausgesagten Trends, dies ist nicht erfunden, sondern die Wahrheit. Politik wäre für mich zu hart, ich beneide wirklich niemand, der ein solches Amt übernimmt, da man niemals allen Menschen etwas richtig machen kann, es ist härter geworden.
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    2. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Frau Artho: Das die Medien mit Herr Obama anfangs besser umgingen lag wohl auch daran dass Herr Obama sich nicht aufführte wie ein Rüppel, nicht über andere lästerte und schon gar nicht die Nationalität seines Vorgängers anzweifelte.
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      A.V. damals hatte Obama ja auch nicht eine Konkurrenz,die Ihn so stark angegriffen hatte. Bei H.C. und D. T. hatte Amerika eine Wahl zwischen Pest und Cholera leider. Nun es betrifft nicht die Schweiz,jedoch gibt es hier auch schon ein wenig amerikanische Züge leider. Denke einfach, ob solche Kämpfe für die Bevölkerung wirklich eine Vorbildfunktion haben kann, oder ob diese gegenseitigen Angriffe, abfärben in der Gesellschaft. Was hat denn Globalisierung in Sachen Anstand und Respekt gebracht?
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    4. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Muss relativieren betreffend härte, denn in Erinnerung blieb mir jedoch von damals, als Präsident John F. Kennedy 1963, ermordet wurde. Dies war eine Tragödie, es gab damals auch schlimme Absichten, um Menschen auszuschalten, leider.
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  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Chloe Müller (Chloe) sie müssen ja ein sehr gutes Gewissen haben. Was für Schandtaten haben sie gemacht?
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Jetzt ist das FBI an der Arbeit und wird da noch eine Weile brauchen um wirkliche Ergebnisse vorbringen zu können. - Die Frage Cui bono? ( „Wem zum Vorteil?“) – ist die Frage nach dem Nutznießer bestimmter Ereignisse oder Handlungen. Das FBI wird sich diese Frage auch stellen und wird damit sicherlich auch zurecht kommen. Mediale Bloggerspekulationen sind da nicht wirklich hilfreich.
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