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Handelsstreit vorprogrammiert? Trump lässt den Freihandel überprüfen

US-Präsident Donald Trump an einem Rednerpult.
Legende: US-Präsident Donald Trump will die Handelsbeziehungen untersuchen lassen. Keystone
  • US-Präsident Donald Trump will sämtliche Handelsbeziehungen der USA überprüfen lassen.
  • Handelsminister Wilbur Ross sprach von einem «neuen Kapitel» für die US-Wirtschaft.
  • Trump will unter anderem prüfen, ob die Importe mit neuen Zöllen oder Steuern verteuert werden können.

Angesichts des hohen US-Handelsdefizits will US-Präsident Donald Trump sämtliche Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern auf den Prüfstand stellen. Trump hat entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Der US-Präsident wirft mehreren Ländern vor, sie unterhielten unfaire Handelspraktiken zu Lasten der USA. Untersucht werden sollen nun etwaige Verletzungen von Handelsverträgen. Handelsminister Wilbur Ross nannte es ein «neues Kapitel» in den Handelsbeziehungen der USA.

Im Weiteren geht es um Dumping-Vorwürfe – etwa in der Stahlindustrie. Tausende Jobs in den USA seien deswegen verloren gegangen, sagte Trump. Diejenigen, die Regeln gebrochen hätten, würden die Konsequenzen tragen.

Mehr in den USA produzieren

Trump sind die hohen Defizite im Handel mit anderen Ländern wie China, Deutschland und Japan seit langem ein Dorn im Auge. 2016 überstiegen die Importe von Gütern aus dem Ausland die Exporte um 734 Milliarden US-Dollar.

Angesichts dessen erwägt der US-Präsident, die Einfuhren mit neuen Steuern oder Zöllen zu verteuern. Damit versucht er, die Firmen zu bewegen, mehr in den USA zu produzieren und damit dort mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Die USA hatten gerade erst gegen sieben ausländische Stahlhersteller Strafzölle angekündigt.

Das Handelsdefizit der USA war im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen – auf 481 Milliarden US-Dollar.

Tweet von US-Präsident Donald Trump

Treffen mit Chinas Staatschef

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump kommt nur wenige Tage vor dem ersten Treffen Trumps mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Trumps Sprecher Sean Spicer sagte, die angekündigte Untersuchung der Handelsbeziehungen habe nichts mit dem Besuch des chinesischen Staatchefs zu tun. Trump und Xi werden sich am 6. und 7. April treffen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Nachdem der US-$ in höchstem Maße Leit- und Transaktionswährung ist, sind US-Handelsbilanzdefizite zum Nutzen der USA sozusagen vorprogrammiert. Der Ökonom Barry Eichengreen von der Berkeley University wies schon 2011 darauf hin, dass die USA aufgrund des Leitwährungstatus des Dollars bis dato ein jährliches Leistungsbilanzdefizit von etwa 500 Milliarden Dollar anhäufen konnten. Das entsprach einem jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von drei Prozent des amerikanischen Volkseinkommens.
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  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Wenn Trump den Freihandel bremsen will, Importware hoch besteuert, werden dann China, Indien, Korea, Japan, etc. nur zusehen, oder US Produkte ebenso besteuern? Was passiert, wenn China andere Länder unter Druck setzt, nur wer US Produkte höher besteuert, kann ohne Strafzölle nach China liefern? Ich sehe nicht,wie Trump hier einen Vorteil für die USA erreichen will/ kann.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Der neue Weg von Trump & die Infragestellung von Freihandelsverträgen erachte ich als ein sehr gefährliches Unterfangen. Dieser Schuss könnte mittelfristig ganz böse nach hinten los gehen. China ist zu einer gewaltigen Wirtschaftsmacht aufgestiegen & wird in einigen Jahren z.B. Afrika komplett beherrschen.Die Chinesen sind auch die grössten Schuldner der USA & dadurch haben sie ein nicht unwesentliches Pfand.China könnte diesen Wirtschaftskrieg für sich entscheiden,zum Leidwesen der Amerikaner.
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Bächler: Sie meinten zum Leidwesen der Afrikaner, oder?
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    2. Antwort von James Klausner (Harder11)
      @N.Bächler: Sie wollten schreiben "die Chinesen sind die grössten Gläubiger der USA".
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