Trump lobt Erdogan

US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump zollt dem türkischen Präsidenten «grosse Anerkennung». Im Falle eines Wahlsiegs werde er keinen Druck auf die Türkei machen, falls diese politische Gegner ausschalten oder Bürgerrechte einschränken.

Donald Trump vor der US-Flagge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Daumen hoch für Erdogan: US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump positioniert sich aussenpolitisch. Keystone

Am Parteitag der Republikaner in Cleveland äussert sich Trump sehr lobend über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. «Ich zolle ihm grosse Anerkennung, dass er in der Lage war, das herumzudrehen», sagte er der «New York Times».

Auf die Frage, ob Erdogan die Situation nicht ausnutze, um sich seiner politischen Gegner zu entledigen, antworte Trump, dass er den türkischen Führer nicht dazu aufrufe, Rechtsstaatlichkeit oder westliche Standards in der Justiz einzuhalten.

Die USA haben kein Recht sich einzumischen

Als möglicher US-Präsident will Trump sicher keinen Druck auf autoritäre Verbündete ausüben, sollten diese politische Gegner ausschalten oder Bürgerrechte einschränken. Die USA müssten zunächst ihre eigenen Probleme lösen.

«Sehen Sie, was in unserem Land passiert», sagte Trump, der am Dienstag zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gewählt worden war. «Wie sollen wir Vorträge halten, wenn Menschen Polizisten kaltblütig erschiessen?»

Auch hat der Milliardär der Zeitung zufolge das bedingungslose Bekenntnis der USA zum Schutz der Nato-Verbündeten infrage gestellt. Trump hat in der Vergangenheit von den Nato-Verbündeten gefordert, einen höheren Beitrag zur kollektiven Verteidigung zu leisten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ausnahmezustand in der Türkei ausgerufen

    Aus Tagesschau vom 21.7.2016

    Der türkische Präsident Erdogan hat einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt. Dieser erlaubt ihm, per Dekret zu regieren. Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Ruth Bossart in Istanbul.