-
Bild 1 von 10. Republikaner Kevin McCarthy hat Trump keine Ratschläge für seine Rede gegeben. «Das hat er nicht nötig.». Bildquelle: SRF.
-
Bild 2 von 10. Der Republikaner Charlie Dent fand die Rede unspektakulär - und damit gut. Bildquelle: SRF.
-
Bild 3 von 10. Immer für ein Spässchen zu haben: die beiden republikanischen Senatoren John McCain (links) und Lindsey Graham. Bildquelle: SRF.
-
Bild 4 von 10. Ruft zu Vereinigung aller Amerikaner auf, spaltet aber die Meinungen über seine Rede: Donald Trump. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 5 von 10. Nimm sich für die Journalisten gerne Zeit: der demokratische Senator Ben Cardin. Bildquelle: SRF.
-
Bild 6 von 10. Will für einmal nichts sagen: Der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat und Senator Bernie Sanders plaudert demonstrativ mit seiner Kollegin. Bildquelle: SRF.
-
Bild 7 von 10. Haben im Saal nichts zu suchen: Journalisten und Mitarbeiter der Politiker schauen sich Trumps Rede im Fernsehen an. Bildquelle: SRF.
-
Bild 8 von 10. Durch diese Gasse müssen sie kommen: Journalisten warten nach Trumps Rede auf Politiker. Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 10. Auch wichtige Amtsträger hörten Trump zu: Supreme Court Richter Stephen Breyer mit seiner Gattin. Bildquelle: SRF.
-
Bild 10 von 10. Begeistert: Der Abgeordnete Steven King, Republikaner aus Iowa, fand Trumps Rede hervorragend und genau auf seiner Linie. Bildquelle: SRF.
Der erzkonservative Republikaner Steven King aus Iowa ist seit 2003 Abgeordneter in Washington. Auftritte des Präsidenten vor dem Kongress waren für ihn in den letzten acht Jahren eine Qual. Dieses Mal habe er sich keine Sorgen machen müssen. «Inhaltlich war die Rede voll auf meiner Linie», sagt er. Er findet, Präsident Donald Trump habe den richtigen Ton angeschlagen.
«Fokussierte Rede. Unspektakulär. Positiv.»
Auch der Republikaner Charlie Dent aus Pennsylvannia ist zufrieden: «Es war eine fokussierte Rede. Unspektakulär, und ich meine das positiv», sagt Dent. Er hatte sich vor ein paar Tagen als einer der wenigen in seiner Partei noch gegen die Einreisesperre Trumps ausgesprochen.
Nur weil Trump ein paar nette Dinge über Kranke, Soldaten und Polizisten sagt, ist er noch lange kein guter Mensch, sondern nur ein guter Schauspieler.
Viele Demokraten scheinen dagegen vom moderaten Ton überrumpelt. Mit diesem Donald Trump hatten sie nicht gerechnet: «Ich verarbeite das immer noch», sagt Senatorin Kamila Harris aus Kalifornien. Keith Ellison, seit letztem Wochenende stellvertretender Parteichef der Demokraten und schwarzer Muslim aus Minnesota, warnt: Man dürfe sich nicht täuschen lassen. «Nur weil Trump ein paar nette Dinge über Kranke, Soldaten und Polizisten sagt, ist er noch lange kein guter Mensch. Er ist kein guter Mensch, sondern nur ein guter Schauspieler.»
Inhaltlich blieb sich Trump treu. Er liess seine Wahlversprechen erneut Revue passieren: America First, strengere Kontrolle bei der Einwanderung, eine Steuerreform, ein neues Krankenkassensystem.
Mehr Fleisch am Knochen
Und ausgerechnet er, der das Land mit seinen Aussagen und Handlungen so oft spaltet, rief die Demokraten dazu auf, mit ihm und den Republikanern zusammenzuarbeiten. Senator Chris Coons, ein Demokrat aus Connecticut, kann sich das bei den Infrastrukturvorhaben durchaus vorstellen. Aber nicht, wenn sie privat finanziert seien. «Und der Teufel steckt im Detail.» Da stehe noch viel Arbeit an, sagt er. Zudem hätten sich viele Politiker etwas mehr Fleisch am Knochen gewünscht.
Es wäre scheinheilig gewesen, Trumps Hand zu schütteln.
Paul Ryan, der Fraktionschef der Republikaner im Abgeordnetenhaus, läuft mit grossen Schritten an den Journalisten vorbei: Er müsse noch in sein Büro, sagt er lachend, und weicht so den Fragen aus. Eliot Engel, demokratisches Mitglied des Repräsentantenhauses für den Bundesstaat New York, sass in den letzten 28 Jahren immer auf einem Stuhl neben dem Gang – damit er dem Präsidenten die Hand schütteln kann. Dieses Mal nicht: «Es wäre scheinheilig gewesen, Trumps Hand zu schütteln, so, als wäre ich mit seiner Politik zufrieden. Das war mein persönlicher Protest».
«Trump wird jeden Tag besser»
Das alles kümmert Kevin McCarthy, einen der mächtigsten Republikaner im Kongress, wenig. Er ist froh, ging alles reibungslos über die Bühne. Hat er Trump ein paar Tipps für die Rede gegeben? Nein, sagt er, das habe Trump nicht nötig. Es sei wie mit jedem Job, man müsse sich zuerst einleben. «Trump wird jeden Tag besser.»