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International Trump zieht in den Wahlkampf gegen «Marionette» Clinton

Der 70-Jährige nimmt die Nominierung seiner Partei an, als Präsidentschaftskandidat in den Wahlkampf zu ziehen. Bei seiner Rede an der Republikaner-Konvention schiesst er verbal scharf gegen seine Kontrahentin Hillary Clinton und verrät sein Credo: «Amerika zuerst».

Donald Trump am Rednerpult – dahinter steht in grossen Lettern Trump.
Legende: Donald Trump spart nicht mit Kritik an Hillary Clinton. Keystone

Donald Trump hat offiziell die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner angenommen. Nach einem Wahlsieg im November werde er die «Sicherheit im Land wiederherstellen», sagte der Milliardär in einer Rede beim Parteitag der Republikaner in Cleveland.

Trump sagt Kriminalität den Kampf an

«Freunde, Delegierte und amerikanische Mitbürger: Demütig und dankbar nehme ich eure Nominierung für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten an», sagte der Immobilienmogul, der erst vor etwas mehr als einem Jahr in die Politik eingestiegen war.

In seiner Grundsatzrede kündigte er an, unter ihm als Präsident würden die USA «ein Land der Grosszügigkeit und der Wärme», aber auch ein Land von «Law and Order». «Kriminalität und Gewalt, die heute unsere Nation heimsuchen, werden bald ein Ende haben», sagte Trump.

Er versprach, die Politik als Präsident konsequent am Eigeninteresse der USA auszurichten. «Amerikanismus wird unser Credo sein, nicht Globalisierung», sagte er. Andernfalls würden «andere Nationen Amerika nicht mit dem Respekt behandeln, den es verdient». Konkrete Vorschläge liess die etwa 75-minütige Rede gleichwohl vermissen, das Programm ist Trump selbst.

Scharfe Kritik an Clinton

Der Republikaner porträtierte die USA als Land im Niedergang. «Unsere Bürger haben nicht nur mit Katastrophen im Inland zu tun, sie haben eine internationale Demütigung nach der anderen eingesteckt», sagte er. Trump nannte in diesem Zusammenhang die Krisen in Syrien, im Irak und in Libyen.

Seiner mutmasslichen Gegenkandidatin bei der Wahl im November, Hillary Clinton, gab Trump eine Mitschuld an der Entwicklung. Sie habe in ihrer Zeit als Aussenministerin der USA versagt. «Clintons Vermächtnis sei «Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche». Nie mehr dürfe man sich auf die Eliten in Medien und Politik verlassen, die alles sagen würden, um ein zurechtgebogenes System am Leben zu erhalten.

Sozial Benachteiligten will er helfen

Trump sprach in seiner Rede gezielt sozial Benachteiligte an. Den «Vernachlässigten, Ignorierten und Aufgegebenen» wolle er sagen: «Ich bin Eure Stimme.» Seine Gegnerin Clinton vertrete hingegen nur die Interessen der Wirtschaftselite, von der sie abhängig sei: «Sie ist ihre Marionette, und sie ziehen die Fäden», kritisierte Trump.

Als besondere Qualifikation für die Präsidentschaft führte Trump seinen eigenen Erfolg als Geschäftsmann an. «Niemand kennt das System besser als ich, deswegen bin ich der einzige, der es reparieren kann», sagte er.

Ein neues Einwanderungssystem soll kommen

Der umstrittene Politiker attackierte auch erneut illegale Einwanderer. 180'000 von ihnen mit einem kriminellen Hintergrund «streifen heute Abend frei herum, um friedfertige Bürger zu bedrohen». Er werde ein Einwanderungssystem schaffen, «das funktioniert – aber, das für amerikanische Bürger funktioniert».

Trump kündigte auch Steuerentlastungen für die Mittelschicht und die Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze an. Dazu wolle er bundesstaatliche Vorschriften abschaffen, die nach seinen Worten das Land jährlich drei Billionen Dollar kosteten. Das Geld solle für Bau und Instandsetzung von Infrastruktur eingesetzt werden.

Trump will die USA wieder reich machen

«Ich habe Milliarden von Dollar verdient, jetzt werde ich unser Land wieder reich machen. Ich werde unsere schlechten Handelsabkommen in gute Handelsabkommen umwandeln. Wir werden niemals schlechte Abkommen unterschreiben: Amerika zuerst.»

Trump war am Dienstag vom Parteikonvent mit breiter Mehrheit formell in das Rennen gegen die Demokratin Clinton geschickt worden. Seine Rede bildete den Höhepunkt des viertägigen Nominierungsparteitags der Republikaner. In den USA wird am 8. November der Nachfolger von Präsident Barack Obama gewählt.

Das Twitter-Tagebuch zur Convention der Republikaner

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Alles Mist was Regierungen vor ihm gemacht haben. So ist er der umso größere Held, ohne selbst Lösungen anbieten zu können, von der Mauer zu Mexiko mal abgesehen. All seine Widersprüche, Lügen und peinlichen Auftritte sehen einschichtig ignorante Anhänger Trumps, die zu einem Nachdenken über die Komplexität einer globalisierten Welt nicht in der Lage oder einfach zu faul dazu sind,als Kult an. Auf genau das spekulieren die Rechtspopulisten. Wieder mal ein Lehrbeispiel für Volksverdummung.
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    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Halte dagegen: Die "Komplexität einer globalisierten Welt" ist ein modisches Schlagwort, das nicht viel aussagt, aber einfachere Geister beeindruckt. Eine geregelte Einwanderung z.B. und eine geregelte, restriktive Asylpolitik, ist nichts Komplexes, ist nur eine Frage der Konsequenz. Damit wäre schon einmal ein bisschen Ordnung und nicht eigenverschuldet Komplexität (Chaos) geschaffen. Nur, Konsequenz ohne Härte ist keine!
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Jürg Sand: "Komplexität der globalisierten Welt" ist eben was, von dem sich einschichtige Gemüter, die per se nichts hinterfragen wollen, NICHT beeindrucken lassen wollen. Was bei einfacheren Geistern ankommt, sind primitiv strukturierte Phrasendreschereien und Versprechungen für jeden etwas, nach Art des billigen Jakobs. Trump ist der geborene Jahrmarktschreier.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Trump wird in diesem Forum regelmässig zerrissen, das mag an der konstant negativen Berichterstattung in den Medien liegen. Ich gebe es zu, ich traue ihm auch nicht wirklich, nur weiss ich das Clintons Erbe als Aussenministerin zwei zerstörte Länder im nahen Osten sind (Libyen und Syrien), das sie von der Grossfinanz kontrolliert wird und das sie noch mehr auf Konfrontation zu Russland gehen wird. Diese Haltung mag ich noch viel weniger als so manch dummer Spruch Trumps. Sie ist gefährlich.
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    1. Antwort von H. Wach (H. Wach)
      Gut gebrüllt Löwe! Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "zwei zerstörte Länder im nahen Osten sind (Libyen und Syrien)". Nein, wirklich? Und das hat Clinton ganz ohne Assad und Gaddafi geschafft, diesen 2 Schätzelis?
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Das mit der Marionette hat gesessen. Gesamthaft, nimmt man das übliche Mass an nötiger Übertreibung und Vereinfachung weg, klingt die Sache irgendwie ehrlicher. Warum? Weil mit Sozialromantik, und erst noch unredlicher, sich nichts bewegen lässt. Da wo das Prinzip Härte fehlt weil man es für seine Wahl verschenkt hat, scheitert jeder Wille zu Veränderung.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Sie verwechseln immer wieder Ehrlichkeit mit Unanständigkeit. Sie mögen sich so in ihrem Umfeld bewegen, ich bin mir solches nicht gewohnt. Ist auch einwenig Charaktersache...
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Das mit der Marionette hat gesessen." Das ging eher in die Hosen.
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