Zum Inhalt springen

Präsidentschaft Trump Trumps Sprecher tritt zurück

«Es ist unsere Absicht, Sie niemals anzulügen», sagte Sean Spicer zu Journalisten im Januar an einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Ein gutes halbes Jahr später wirft er jetzt die Flinte ins Korn. Ob aus moralischen Gründen oder kollegialer Verstimmung, bleibt vorerst unklar.

Legende: Audio Der Sprecher von Präsident Trump nimmt überraschend seinen Hut abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
01:55 min, aus HeuteMorgen vom 22.07.2017.

Der seit langer Zeit umstrittene Sprecher des Weissen Hauses, Sean Spicer, hat auf Twitter seinen Rücktritt angekündigt. Das berichteten unter anderem der Sender NBC und die «New York Times». Spicer soll zu Präsident Donald Trump gesagt haben, die Entscheidung für Anthony Scaramucci als Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses sei «ein grosser Fehler», berichtete die «New York Times».

«Es war eine Ehre, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sowie diesem wunderbaren Land zu dienen», schrieb Spicer auf Twitter. Er wolle sein Amt noch bis Ende August weiterführen. Nachfolgerin Spicers wird dessen bisherige Stellvertreterin Sarah Huckabee Sanders.

Sean Spice bestätigt Rücktritt

Vom ersten Tag an umstritten

Aber Sean Spicer war eigentlich vom ersten Tag an umstritten. Er hatte sich nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert.

Spicer war überdies in seinen Pressebriefings den Fragen zu der Russland-Affäre immer wieder ausgewichen. Oft lag er mit seinen Äusserungen auch nicht auf einer Linie mit den Twitter-Botschaften und sonstigen Statements des Präsidenten. Oft wirkte er schlecht vorbereitet und hinterliess den Eindruck, keinen sonderlich guten Zugang zu Trump zu haben.

Rückzug aus der Öffentlichkeit

In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weissen Hauses kam es immer wieder zu Wortgefechten mit Journalisten. Spicer wurde zu einer Gallionsfigur der Trump-Regierung. Der 45-Jährige wurde anderem deshalb zum Thema in zahlreichen Comedy-Sendungen des US-Fernsehens.

In Erinnerung wird sein verrutschter Syrien-Vergleich bleiben. Dort verrannte er sich mit einer Analogie zwischen dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad und Adolf Hitler. Sogar Hitler sei «nicht so tief gesunken, chemische Waffen zu verwenden», sagte Spicer – womit er den Genozid an den europäischen Juden in den Gaskammern der Nazis ignorierte.

Schon des Öfteren war spekuliert worden, Trump sei unzufrieden mit Spicers Arbeit und dieser stehe deshalb vor der Entlassung. Zuletzt hatte er sich aus der Öffentlichkeit stärker zurückgezogen und die Pressebriefings seiner bisherigen Stellvertreterin Sarah Sanders überlassen.

Die Aufgaben des Sprechers

Der Pressesprecher ist für die tagtägliche Kommunikation mit den Medien verantwortlich. Er ist dem Kommunikationsdirektor unterstellt, der für den generellen Zuschnitt der Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Anthony Scaramucci

Anthony Scaramucci an einem Rednerpult.
Legende: Keystone

Der 53-jährige Anthony Scaramucci ist schon lange hinter den Kulissen aktiv im Politzirkus. Erst sammelte er für Barack Obama Gelder, dann überwarf er sich mit dem Demokraten, wechselte zu den Republikanern und unterstützte im Wahlkampf erst Scott Walker, dann Jeb Bush und schliesslich Donald Trump. Der Präsident mag die direkte Art Scaramuccis.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Twittern, golfen, glamour: der Trump ist nicht nur faul, er ist einfältig. Er delegiert militärische Angelegenheiten an die Generäle. Erinnert an Biedermann und die Brandstifter.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    POTUS Trump ist ein schlechter Chef und handelt oft impulsiv und kurzsichtig. Zum Nachteil der USA und der Welt. Ob hinter seinem Wesen ein Mensch steckt, ist mehr als fraglich. Was diese Person tagtäglich von sich gibt, ist schwer zu ertragen. Dazu noch die gewohnte US-Überheblichkeit, die aber nicht nur ihn betrifft. Selber begehen sie regelmässig die grössten Verbrechen, massregeln jedoch andere, nicht selten Opfer von US-Interventionen oder -Operationen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nico Basler (Bebbi)
    OK, OK er war sicher nicht "das schärfste Messer in der Schublade". Nur das Hinschmeissen dieses Himmelfahrts-Job ist das Beste was er sich antun konnte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen