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Albanien ist stark erdbebengefährdet
Aus Tagesschau vom 26.11.2019.
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Über 600 Verletzte Tote und Verletzte nach schwerem Erdbeben in Albanien

  • Beim Erdbeben der Stärke 6.4 an der Westküste Albaniens sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Gebäude sind eingestürzt.
  • Es war das schwerste Beben seit Jahrzehnten in dem Balkanstaat.
  • Die Schweiz entsendet ein humanitäres Expertenteam in das betroffene Gebiet. Sie reagiert damit ein offizielles Hilfsgesuch der albanischen Regierung.

Nach Angaben der amtlichen albanischen Nachrichtenagentur ATA behandelten die Krankenhäuser mindestens 600 Verletzte, nachdem Häuser eingestürzt und Trümmer herabgefallen waren.

Die grössten Schäden an Gebäuden gab es einem Regierungssprecher zufolge in der Hafenstadt Durres. Mehr als 40 Menschen konnten lebend aus den Trümmern geborgen werden.

Mehrere Menschen hätten aber auch in Tirana ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Die Armee unterstützte Feuerwehrleute bei der Rettung von Verschütteten in Durres und der nahe gelegenen Ortschaft Thumane, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Hilfe aus der Schweiz

Wie das Eidgenössische Aussendepartement (EDA) mitteilt, entsendet die Schweiz ein Team des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) in das vom Erdbeben betroffene Gebiet. Sie reagiere damit auf das offizielle Hilfsgesuch der albanischen Regierung.

Die rund 15 Spezialistinnen und Spezialisten unterstützten die albanischen Einsatzkräfte in den Bereichen Suche und Rettung von Verschütteten, so das EDA. Zudem überprüfen sie betroffene Gebäude auf ihre Baustatik und führen humanitäre Bedürfnisabklärungen durch.

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Sebastian Eugster (Leiter humanitäres Expertenteam) zur Hilfe der Schweiz
Aus News-Clip vom 26.11.2019.
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Menschen rannten auf die Strassen

In der Küstenstadt Durres wurden drei Opfer aus zwei eingestürzten Gebäuden geborgen. In Thumane entdeckten Helfer in den Trümmern eines Appartementhauses die Leichen von zwei Frauen. Ein Mann kam in der nördlichen Stadt Lezhe ums Leben. Ein weiterer Mann starb, als er in der Stadt Kurbin in Panik aus einem Fenster sprang, um sich zu retten. In Tirana flüchteten die Bewohner aus zahlreichen Gebäuden ins Freie, wie ein Augenzeuge berichtete.

Die albanische Polizei rief die Einwohner von Durres und der Umgebung dazu auf, auf Autofahrten zu verzichten, um den Rettungskräften den Weg frei zu halten.

Von Anwohnern gepostete Videos im Internet zeigten eingestürzte Gebäude in der Küstenstadt Durres. Auf anderen Bildern waren zu Boden gefallene Trümmer und mächtige Risse und Löcher in Hauswänden zu sehen.

Beben der Stärke 6.4

Das Institut für Geowissenschaften in Tirana und das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke mit 6.3 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) mit 6.4. Das Epizentrum lag nach albanischen Angaben zehn Kilometer nördlich von Durres und 30 Kilometer westlich von Tirana in zehn Kilometer Tiefe im Adriatischen Meer.

Das Erdbeben und einige kleinere Nachbeben waren laut örtlichen Medien auch im benachbarten Kosovo, in Nordmazedonien, Montenegro, Griechenland und selbst in Süditalien zu spüren.

Nachbeben in Bosnien-Herzegowina

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Wenige Stunden nach dem schweren Erdbeben in Albanien hat ein Beben der Stärke 5.4 am Dienstagvormittag Bosnien-Herzegowina erschüttert.

Das Epizentrum lag 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Sarajevo, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Über Schäden ist noch nichts bekannt. Es könnte sich um ein Nachbeben der Serie von Erdstössen in Albanien gehandelt haben.

Bereits Beben im September

Bei einer Serie schwächerer Erdbeben waren im September mehr als 100 Menschen in Albanien verletzt und Hunderte Gebäude beschädigt worden. Die Angaben zur Stärke dieser Beben lagen zwischen 4.4 und 5.8. Das Verteidigungsministerium sprach nun vom schwersten Erdbeben in Albanien seit Jahrzehnten. Es war auch in den Nachbarländern Montenegro und Nordmazedonien zu spüren gewesen.

Der Mittelmeerraum gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen Europas. Albanien ist dort eines von vielen Küstenländern und hat knapp drei Millionen Einwohner.

Quelle: GFZ,Helmholtz-Gemeinschaft, 26.11.19hohesRisikogeringesRisikoErdbebenrisiko in EuropaAlbanien
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