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China: Gesichtserkennung für neues Handy
Aus HeuteMorgen vom 16.12.2019.
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Überwachung in China Neues Handy nur gegen Gesichtserkennung

Chinesen müssen jetzt ihr Gesicht registrieren lassen, wenn sie ein neues Handy mit neuer Nummer wollen.

Seit diesem Monat geht das Datensammeln in China noch einen Schritt weiter. Denn Kunden müssen nun auch ihr Gesicht hinhalten, wenn sie eine neue SIM-Karte kaufen. Eine Identitätskarte reicht nicht mehr. Das bringe Vorteile, sagt Ben Cavender von der China Market Research Group in Schanghai. Denn in China sei Telefonbetrug nach wie vor sehr verbreitet. «Ohne Gesichtserkennung ist es immer noch relativ einfach, Personendaten zu stehlen und unter anderem Namen eine Telefonnummer zu beantragen», betont Cavender.

Kundenüberwachung wird einfacher

Neben dem Sicherheitsaspekt dürften die Telekomfirmen auch auf kommerziellen Nutzen hoffen. «Es macht es für sie einfacher, die Kunden zu überwachen. Sie werden dank der zusätzlichen Daten mehr Dienstleistungen anbieten können. Etwa Finanzdienstleistungen und andere Produkte, bei denen die Gesichtserkennung hilfreich ist», so Cavender weiter.

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Aus dem Archiv: Digitale Überwachung in China
Aus 10vor10 vom 14.08.2018.
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Auch der chinesische Staat ist interessiert daran, mehr Daten über seine Bürger zu sammeln. Das Bewusstsein bezüglich Datenschutz ist in der chinesischen Bevölkerung vor allem im Vergleich zu Europa wenig ausgeprägt.

Für Schlagzeilen sorgte deshalb der Fall von Jura-Professor Guo Bing. Er wehrte sich gegen das Datensammeln und klagte gegen einen Wildtierpark in Hangzhou in Ostchina, weil der Park sein Gesicht scannen wollte. Ob die Klage Erfolg hat, ist schwer abzuschätzen. Auch weil es in China noch kein entsprechendes Gesetz gibt, das die Gesichtserkennung regulieren würde.

Gesetz würde Staat nicht betreffen

«Sogar, wenn wir in Zukunft ein solches Gesetz haben, wird die Gesichtserkennung weiter angewandt werden», erklärt der bekannte Anwalt Li Hongpeng. «Es gibt womöglich Einschränkungen für den kommerziellen Nutzen. Wenn es aber um die öffentliche Sicherheit geht oder die Interessen des Staates, wird diese Technologie weiterhin genutzt.»

Anwalt Lee positioniert sich hier klar. Ein Datenschutzgesetz würde allenfalls für die Wirtschaft gelten. Polizei, Sicherheitsbehörden oder gar die Partei wären davon kaum betroffen. Sie werden weiter Daten über ihre Bürger sammeln – auch mithilfe von chinesischen Hightech-Firmen, die auf dem Gebiet der Gesichtserkennung weltweit zur Spitze gehören.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    im übrigen: wenn sie ein smartphone mit fingerabdruckscanner oder iriserkennung nutzen, sind sie genauso 100% identifizierbar wie mit gesichtserkennung....
    privatim gibt dazu einen leitfaden heraus: "Leitfaden zur datenschutzrechtlichen Beurteilung von biometrischen Verfahren"
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    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Ich bin bereits vom Kauf vieler Apps gesperrt, weil ich meinen Fingerabdruck nicht aktiviert habe.
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  • Kommentar von roland goetschi  (pandabiss)
    1851 begann Amsterdam systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an.
    Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Etwa 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Wer hat eine SIM-card??? Wereli wer???? Aha, um die zu bekommen wollen DIE alles wissen, Name Vornahme Alter Geschlecht (AusweisNr) Wohnort, wie oft man die Zaehne putzt.. etc... und wenn man phoned oder whatsuppelt.. wereli wer weis es ...
    eben... Und wenn Du mit einer Visa oder Mastercard wandelst wird auch ueberall registriert.. wegen diesem gerillten komischen Ding auf er Karte..
    Dafuer steht man nicht mehr im Tel Buch, so man keine Festnetzlinie hat..
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