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SRF-Journalist Bruno Kaufmann: Ergebnis markiert Marschhalt in Sachen Ölwirtschaft
Aus 10 vor 10 vom 13.09.2021.
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Umbruch in Norwegen Parlamentswahl: Klarer Sieg für Mitte-Links-Bündnis

  • Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat die Parlamentswahl in Norwegen gewonnen und wird mit voraussichtlich 26.4 Prozent der Stimmen trotz leichter Verluste die stärkste Kraft.
  • Damit dürfte Jonas Gahr Støre, der Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, neuer Regierungschef werden.
  • Die konservative Partei der seit acht Jahren regierenden Ministerpräsidentin Erna Solberg rutscht von 25 auf 20.5 Prozent – dies dürfte einen Verlust von neun Mandaten bedeuten.

Mit Jonas Gahr Støre würde auch das letzte skandinavische Land mit einer bislang bürgerlichen Regierung künftig federführend von einem Sozialdemokraten regiert. Am späten Montagabend sagte der 61-Jährige vor jubelnden Anhängern in Oslo: «Wir haben hart gearbeitet, und jetzt können wir endlich sagen: Wir haben es geschafft.»

Der Vorsitzende der Arbeiterpartei will heute Dienstag Gespräche aufnehmen, um eine Koalition zu bilden. Støres bevorzugte Partner, die Zentrumspartei und die Sozialistische Linkspartei, kommen nach jeweiligen Zugewinnen auf 13.6 und 7.5 Prozent.

Damit erhält dieses Dreigestirn voraussichtlich 89 der 169 Sitze im Parlament in Oslo. Die jetzige Regierung käme derzeit auf 68 Mandate. Für eine Mehrheit sind mindestens 85 Sitze nötig.

Ministerpräsidentin gesteht Niederlage ein

Die konservative Ministerpräsidentin Erna Solberg hatte am Montagabend ihre Niederlage eingestanden. «Ich gratuliere Jonas Gahr Støre zu einer – wie es jetzt aussieht – klaren Mehrheit für einen Regierungswechsel», sagte die 60-Jährige vor Parteifreunden.

Audio
Stimmungswechsel in Norwegen
03:57 min, aus Rendez-vous vom 13.09.2021.
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Der Wahlkampf sei hart, aber gut gewesen. Sie sei unglaublich stolz auf das, was ihre Partei in den vergangenen acht Regierungsjahren erreicht habe.

Einschätzung von SRF-Journalist Bruno Kaufmann

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Es deutet alles darauf hin, dass es in Norwegen einen Regierungswechsel gibt. Die Amtszeit von Erna Solberg ist klar zu Ende gegangen.

In Norwegen spielt das Öl eine grosse Rolle. Die bisherige Regierung hat mehr in die Ölindustrie investiert als jede Regierung zuvor. Das jetzige Ergebnis markiert einen Marschhalt – dass man sich überlegt, wie es weitergehen soll. Gleichzeitig haben jene Parteien, die einen radikalen Ausstieg befürwortet haben, nicht so stark zugelegt, wie sie erwarten konnten. In Norwegen wird es nun darum gehen, wie man den Einstieg in den Ausstieg aus der Ölwirtschaft planen wird.

Leicht tiefere Wahlbeteiligung

Knapp 3.9 Millionen Norwegerinnen und Norweger waren bei der Wahl zur Stimmabgabe aufgerufen. Knapp 1.65 Millionen Wählerinnen und Wähler hatten bereits vorzeitig gewählt – wohl auch angesichts der Corona-Pandemie. Das entspricht mehr als 42 Prozent aller Wahlberechtigten und bedeutet einen Rekord bei einer norwegischen Parlamentswahl.

Die Wahlbeteiligung liegt insgesamt bei 76.5 Prozent, beim letzten Mal betrug sie über 78 Prozent.

SRF 4 News, 14.09.2021, 01:00 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Gut so. Eine konservative Regierung weniger. Wenn die Norweger nur von ihrem dreckigen Ölgeschäft wegkämen. Geld und nachhaltige Energie haben die ja im Überfluss.
  • Kommentar von Walter Schär  (Fakten)
    „Mitte-links“ statt „rot-grün“.
    Die grüne Partei „ Miljøpartiet De Grønne“ kommt bei den Wahlen nur auf 3.8% (94% ausgezählt) und es ist fraglich ob sie die 4%-Hürde, um ins Parlament zu kommen, schafft.
    (Quelle: Politico)
    1. Antwort von Peter Beutler  (Peter Beutler)
      Die „ Miljøpartiet De Grønne“ ist gar nicht Teil der voraussichtlichen Regierungskoalition. Das Mitte-Likls-Bündnis besteht aus den Sozialdemokraten, der Zentrumspartei (Senterpartei) und den Linkssozialisten. Die Senterpartei versteht sich ebenfalls als grün...
    2. Antwort von Walter Schär  (Fakten)
      Herr Peter Beutler
      Mein Kommentar bezieht sich auf „rot-grün“.
      Gestern war in verschiedenen Medien noch von einer Rot-Grün-Koalition die Rede. Ich habe mich gestern verwundert, wie die grüne Partei mit einem Umfragewert von 5% da mitregieren will.
    3. Antwort von Andreas Lüthi  (Gross A'Tuin)
      Gemäss Wikipedia verstand sich die Zentrumspartei in der letzten "rot-grün" genannten Regierung von 2005-2013 als das grüne Element, da Umweltschutz eines ihrer Hauptanliegen ist.
  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Oft zu sehen: Männlicher Ministerpräsident (o.ae.) wird durch Frau ersetzt: Tenor Linker-Claqueure: Oh, toll, endlich ne Frau, war ja auch schon längst überfällig (!!)

    Hier jetzt: Weiblicher MP wird durch sozialdemokratischen Mann (und dazu noch durch Erbschaft steinreich gewordenen Multimillonär!) abgesägt: Tenor der Claqueure: Oh, toll, super. Endlich.

    Sachen gibts :-)
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Ist da jemand frustriert, dass die falsche Partei gewonnen hat? Ist halt in vielen Ländern der Fall, dass etwas für den Umweltschutz gemacht bzw. gewählt wird.
    2. Antwort von René Isenschmid  (Luzerner30)
      Wissen Sie, Frau Müller, es gibt auch viele Menschen, die nicht so verallgemeinernd und voreingenommen denken wie Sie. Ihr Kommentar wirkt zumindest reichlich deplatziert hier, da Sie ihn lediglich dazu verwenden, Ihnen nicht genehme Ansichten pauschal zu verunglimpfen. Vielleicht sollten Sie Ihre Filterblase verlassen (siehe Kommentar bzgl. Ueli Maurer) und sich auch mal mit gegenteiligen Meinungen auseinander setzen?
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Für dieses Mal bin ich ganz bei ihnen: ich finde den Wahlausgang in Norwegen auch toll, super.
    4. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Da ich nicht in Norwegen wohne, stört oder "frustriert" mich das Resultat nicht im Geringsten.
      Ich zeige nur die Widersprüche (und "Slalomkurse") der üblichen Li-Standardparolen auf.

      Und wenn man die Sache beim Namen nennt, dann gibt es Echo. Je genauer man "tüpft", desto lauter (und "niveauvoller") fällt es meist aus. :-))
      Was die oberen 2 Antworten übrigens äusserst eindrücklich belegen.
      Chapeau die Herren. Man muss schliesslich Haltung zeigen (!)