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Umstrittener Entscheid Airbnb will keine Unterkünfte im Westjordanland anbieten

Angebote von Siedlerwohnungen, die auf der Plattform noch zu finden sind, werden bald gelöscht.

Legende: Audio Nicht nur Lob für Entscheid von Airbnb abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
03:05 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.11.2018.

Etwa 200 Einträge in den israelischen Siedlungen im Westjordanland sollen aus dem Angebot gestrichen werden. Airbnb habe den Entscheid dafür nach Gesprächen mit vielen Experten und Organisationen aus dem Nahen Osten getroffen, teilte das Unternehmen mit.

Nun seien sie sich sicher, dass «Unternehmen hier nicht tätig sein sollten, weil man keine Gewinne in Gebieten machen sollte, aus denen Menschen vertrieben worden sind». Es handle sich um ein umstrittenes Thema und Airbnb wisse, «dass Leute mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein werden».

Noch immer gibt es auf der Plattform von Airbnb vereinzelte Angebote im Westjordanland. Nach Angaben von Airbnb sollen diese aber bald gelöscht werden.

Israels Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan.
Legende: Israels Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, rief die Siedler auf, «Klagen gegen Airbnb in Erwägung zu ziehen». Reuters/Archiv

Das Thema ist umstritten – Kritik kommt etwa von Seiten des israelischen Tourismusministers. Yariv Levin bezeichnete den Schritt als «beschämend und unglücklich» – das schreiben verschiedene internationale Zeitungen. Sein Ministerium bereite Massnahmen vor, um Aktivitäten von Airbnb in Israel einzuschränken. Als Gegenmassnahme wolle Levin ein Programm für kurzfristige Vermietungen in den Siedlungen wiederbeleben. Gilad Erdan, Minister für innere Sicherheit, rief die Siedler gar dazu auf, «Klagen gegen Airbnb in Erwägung zu ziehen».

Palästinenser drohten mit juristischen Schritten

Positive Reaktionen gab es vom Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für Israel und die Palästinensergebiete, Omar Shakir. Er nannte die Entscheidung von Airbnb einen «begrüssenswerten Schritt und Unternehmen wie booking.com sollten dem folgen», twitterte er. Auf Twitter gibt es denn auch viele Befürworter, die unter dem Hashtag StolenHomes schreiben, wie sehr sie sich über den Entscheid von Airbnb freuen.

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für Israel und die Palästinensergebiete, Omar Shakir.
Legende: Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für Israel und die Palästinensergebiete, Omar Shakir. Keystone/Archiv

Die Palästinenser haben Airbnb bereits 2016 mit juristischen Schritten gedroht, denn: Auf der Internetplattform werden die Wohnungen so präsentiert, als wären sie in Israel. So begrüsst nun auch ein ranghoher Palästinenservertreter die Entscheidung der Internetplattform. Er schrieb in einem Statement, dass das der erste positive Schritt sei. Es sei «wichtig für Airbnb, der internationalen Rechtsauffassung zu folgen, wonach Israel eine Besatzungsmacht» sei.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Magdalena Glaus (Bhabiana)
    Judäa und Samaria sind keine besetzte sondern umstrittene Gebiete! Es fand dort nie eine gewaltsame Umsiedlung der Bevölkerung statt! Auch hat Israel nach dem (von arab. Staaten provozierten) 6Tage Krieg dort keine Gebiete eines anerkannten, souveränen Staates besetzt, denn die vorherige wirkliche Besetzung durch Jordanien war illegal und von der Staatengemeinschaft nicht anerkannt! Der Völkerbund hat zudem 1920 in San Remo beschlossen, dass sich Juden in ganz „Palästina“ niederlassen dürfen!
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Airbnb setzt jüdische Wohungen in Judäa und Samaria auf die schwarze Liste, nicht in der marokkanisch besetzten Sahara, nicht im türkisch besetzten Zypern ! Diese Doppelmoral ist absolut verwerflich.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Wie steht es eigentlich mit besetztes Teil Zypern? Nord Irland? Gibraltar? Falkland, Färöer, oder ist es da keine Problem?! Höchst wahrscheinlich nicht. Weil da keine moslemische Erpressung durch Terror nicht vorhanden ist. Also ich finde meine sehr schöne Unterkünfte im gesamt Israël locker ohne dieser scheinheilige Verein.
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Die Siedlungen sind einfach illegal, ist das so schwierig zu verstehen?
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