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International Ungarn will zweiten Grenzzaun bauen

Die ungarische Regierung hat den Zaun an der Grenze zu Serbien fertig gebaut. Weil trotz des Stacheldrahtzauns immer noch Flüchtlinge ins Land kommen, wollen die Behörden nun einen zweiten, bis zu vier Meter hohen Zaun errichten.

Ein Mädchen kriecht unter einem Stacheldrahtzaun hindurch, ein Mann hilft ihr dabei, eine Frau steht daneben.
Legende: Der Grenzzaun hält diese syrischen Flüchtlinge nicht davon ab, nach Ungarn zu gelangen. Reuters

Zwei Tage früher als geplant hat die ungarische Regierung den Zaun an der Grenze zu Serbien fertiggestellt. Das teilte der ungarische Verteidigungsminister mit.

Die rechts-konservative Regierung will mit dem Stacheldrahtzaun an der 175 Kilometer langen Grenze Flüchtlinge davon abhalten, ins Land zu gelangen. Bislang erfüllten sich diese Erwartungen nicht: Allein am Freitag, als der Zaun bereits fast fertiggestellt war, griff die ungarische Polizei 2822 Flüchtlinge auf, die aus Serbien gekommen waren. Am Mittwoch waren es sogar 3241 Migranten gewesen.

Legende: Video Ungarn will zweiten Grenzzaun abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.08.2015.

Vier Meter hoher Maschendrahtzaun

Die Regierung plant deshalb, einen zweiten Zaun zu bauen. Der Maschendrahtzaun soll bis zu vier Meter hoch und bis Ende Oktober fertiggestellt werden.

Ausserdem will das Parlament nächste Woche neue Flüchtlingsgesetze beschliessen. So sollen Migranten künftig in einem 60 Meter breiten Streifen unmittelbar an der Grenze interniert werden. Zudem soll für das Beschädigen des Zauns eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Der lebende Beweis (wenn es den nach der zerstörten Berliner Mauer und der Zonengrenze noch gebraucht hat), dass sich Wanderungen nicht durch physische Widerstände aufhalten lassen. Weshalb ist noch keiner derer, die so gerne in "echte" und "Wirtschaftsflüchtlinge" unterscheiden, auf die Idee gekommen, in den Auswanderungsländern mit der Abklärung zu beginnen? Ein Grund: Das läuft den anderen Parolen zum geforderten Staatsabbau entgegen. Ein zweiter: Die Lokalregierungen kooperieren nicht gratis
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Gäbe es nicht dieses unmissverständliche Zeichen aus Ungarn, man müsste jede Hoffnung begraben.
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  • Kommentar von Herbert Kapferer (Tiroler)
    Ich kann nicht verstehen, dass die ungarische Regierung mit solchen Maßnahmen reagiert. Anscheinend hat sie vergessen, dass 1956 nach dem Ungarnaufstand viele tausend Ungarn nach Österreich geflüchtet sind. Viele leben heute noch in Österreich und sind bestens integriert.
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