Zum Inhalt springen
Inhalt

International UNO billigt Einsatz gegen IS-Terrormiliz

Das Vorgehen der internationalen Koalition gegen den sogenannten Islamischen Staat erhält jetzt eine legale Grundlage. Sie stammt vom UNO-Sicherheitsrat. Das mächtigste UNO-Gremium fordert in einer Deklaration sämtliche Staaten auf, den Irak im Kampf gegen die Terrormilizen zu unterstützen.

Legende: Video Frankreich bombardiert IS-Milizen abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 19.09.2014.

Eine Deklaration ist zwar die schwächere Variante im Arsenal des UNO-Sicherheitsrates als die Resolution. Und es ist in der jetzt beschlossenen keine Rede davon, die Terrormilizen nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien anzugreifen.

Aber den Amerikanern, welche die Sondersitzung verlangt hatten, ging es darum, überhaupt endlich einen einvernehmlichen UNO-Beschluss zu bekommen zum Kampf gegen die Jihadisten. Anders als 2003 beim Krieg gegen Saddam Hussein, haben die USA diesmal wenigstens eine vage Erlaubnis des Sicherheitsrates.

Eine Deklaration mit Ministersegen

Besonderes Gewicht erhält die Deklaration, weil nicht wie sonst üblich bloss die UNO-Botschafter beteiligt waren, sondern die Aussenminister selber. Sie seien eigens aus aller Welt nach New York gereist, stellte der US-Aussenamtschef John Kerry befriedigt fest.

Der Franzose Laurent Fabius betonte, sein Land sei seiner Tradition und Verantwortung bewusst und beginne deshalb nun gar mit Kampffliegereinsätzen.

Iran und USA an einem Tisch

Man müsse jetzt handeln, fand auch der Deutsche Frank-Walter Steinmeier. Er und mehr als ein Dutzend anderer Aussenminister nahmen als Gäste an der Sicherheitsratssitzung teil, weil ihr Land dem Gremium zurzeit gar nicht angehört.

Auch regional einflussreiche Länder wie die Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten oder Qatar stellten sich hinter den Kampf gegen die Islamisten. Und bemerkenswert: Sogar der Iran sass am Tisch. Teheran und Washington erkennen offenbar inzwischen an, dass zumindest eine minimale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Islamischen Staat nötig ist.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es ist meines Erachtens eine Erkenntnis aus dem letzten Jahrhundert, dass man mit Kampfflugzeugen alleine keinen Frieden erreichen kann. Dazu braucht es Diplomatie und in der Regel auch Bodentruppen die quasi wie eine Art Polizei funktionieren. Sinniger Weise sollten neben neutrale Beobachter diese Bodentruppen von den den Staaten stammen, welche die IS untersützt haben. Aber da passiert zur Zeit nichts. Das gibt zu denken und ist ein klares Signal. Folglich wird die IS im Irak nicht gestoppt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen