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International UNO-Klimakonferenz: Schweiz hatte höhere Erwartungen

Heute beginnt die zweite und letzte Woche der UNO-Klimakonferenz in Marokko. Es gilt, das Pariser Klimaabkommen des vergangenen Jahres mit Leben zu füllen. Die Verhandlungen kamen bisher nur schleppend voran – das bestätigt auch der Chef der Schweizer Delegation, Franz Perrez.

Ein lachender Globus bei der UNO-Klimakonferenz in Marrakesch.
Legende: Konferenzleiter Salaheddine Mezouar (links) und Frankreichs Energieministerin Ségolène Royal am UNO-Klimagipfel. Keystone

Die Arbeit der Verhandler in Marrakesch ist wenig glamourös, aber enorm wichtig. Sie sollen bestimmen, wie das Pariser Abkommen umgesetzt wird. Es geht zum Beispiel um Transparenz: Wie genau müssen die Länder ihre Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen bekanntgeben? Gelten dafür zu laxe Regeln, könnte der Klimaschutz stark verwässert werden.

Doch die Verhandlungen kamen bisher nur schleppend voran, wie Franz Perrez, Leiter der Schweizer Delegation, feststellt: «Meine Einschätzung im Moment ist, dass dieser erste Teil nicht genügend genutzt worden ist. Wir hätten eigentlich mehr Erwartungen an diese Konferenz gehabt, als das, was wir jetzt erreichen konnten.»

Ein Grund dafür: Manche Länder wie Saudi-Arabien möchten unverbindlichere Regeln und verzögern deshalb die Verhandlungen. Gut, dass es eine zweite Konferenzwoche gibt – könnte man denken. Aber vermutlich wird nun kaum noch weiter verhandelt.

«Wir müssen schauen, was weiter verhandelt wird»

Ab Dienstag sind die Minister in Marrakesch, um das Zustandekommen des Pariser Abkommens zu feiern. Der Grossteil der Verhandlungen soll deshalb heute abgeschlossen werden.

Die Schweiz, die EU und andere Länder haben zwar beantragt, dass die Arbeit weitergeht. Das aber möchte die marokkanische Konferenzleitung nicht. Australien hat nun angekündigt, es schicke seine Delegation nach Hause; sie habe ja nichts mehr zu tun.

Auch Franz Perrez überlegt sich diesen Schritt: «Wir müssen jetzt einmal schauen, was weiter verhandelt wird und was nicht. Auch wir werden Leute nach Hause schicken, die es nicht mehr braucht, weil die Verhandlungen abgeschlossen sind.»

Das wichtige Regelwerk des Pariser Abkommens sollte bis 2018 abgeschlossen werden. Das klingt nach viel Zeit. Aber der zähe Auftakt zeigt, dass es trotzdem knapp werden könnte. Auch wenn die Minister nach Marrakesch gekommen sind, um zu feiern: Nach dem Triumph von Paris ist der graue Alltag wieder eingekehrt.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von André Piquerez (Nemesis1988)
    was bedeutet ein Präsident Trump für das Pariser Klimaabkommen? Ist es nicht tragisch, dass durch die Wahl dieses Wahnsinnigen Umweltsünders jetzt auch das ganze Klimaabkommen bedroht ist?? Es müsste ja entweder die USA oder China beteiligt sein weil die ja am meisten CO2 verursachen.....
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Ich empfehle zu diesem Thema die Analyse von Dr. Klaus-Peter Dahm auf achgut.com. Es ist ein mehrteiliger Artikel, der sich der generellen Frage um CO2 und Klimaerwärmung widmet. Es würde mich ausserordentlich freuen, wenn ich auch SRF-Mitarbeiter dazu bewegen könnte, sich ein halbe Stunde Zeit zu nehmen und dessen sehr differenzierten Erklärungen und Fragen zu folgen. Auch für Rückmeldungen bedanke ich mich im Voraus.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Jürg Sand: Papier und das Internet sind geduldig. Entscheidend ist in welche Richtung die Papiere in wissenschaftlichen Journals weltweit gehen. Da ist die überwältigende Mehrheit anderer Meinung. Es gibt aber immer verwirrte Seelen, die das behaupten, was wir alle gerne hören möchten. Fragen Sie die Versicherungen. Deren Prämien basieren nicht auf Verschwörungstheorien, sondern auf statistischen Zahlen. Eine Versicherung will nicht bankrott gehen, indem sie das Prinzip Hoffnung anwendet.
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  • Kommentar von Felix Bosshardt (fbosshardt)
    Das ganze CO2 Theater läuft nur darauf hinaus, Abgaben und Steuern ohne Ende zu generieren. Wäre es nicht so, hätten wir längstens ein Belohnungssystem in Diskussion. Für neu gepflanzte Bäume oder nicht importiertes Mineralwasser (siehe SRF-Beitrag von heute). Die Ansätze so genannter Grünen sind immer nur verbieten, verbieten, verbieten.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Felix Bosshardt: Die Ansätze der Ökonomen sind nichts verbieten, sondern die wahren Kosten zu ermitteln und den Verursachern zu belasten. Mit diesem Ansatz könnten Sie soviel Import-Mineralwasser trinken, wie sie möchten, müssten aber einen höheren Preis für die Schäden an der Allgemeinheit des langen Lastwagen- und Bahntransports bezahlen. Aber nicht mal das kommt durch. Niemand will bezahlen, sondern auf Kosten der anderen alles möglichst gratis haben. Den Preis bezahlen wir alle.
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    2. Antwort von Felix Bosshardt (fbosshardt)
      @Leu: Das ist eben eine Mär. Umverteilen unter dem Mäntelchen CO2, so ist die Wahrheit. Ich trinke in Zukunft Mineralwasser ab Leitung, das ist einleuchtend. Im Gegensatz zu E-Autos und E-Bikes als rollendem Sondermüll. – Es gibt gescheitere Ansätze als Glühlampenverbot und Parkgebühren.
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