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Düstere Prognosen vor dem UNO-Nachhaltigkeitsgipfel
Aus HeuteMorgen vom 21.09.2021.
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UNO-Nachhaltigkeitsgipfel «Agenda 2030» – das grösste Projekt der UNO droht zu scheitern

Eine gerechtere, wohlhabendere und nachhaltigere Welt war das Ziel. Doch es rückt immer ferner, muss die UNO einräumen.

2015 wurden die Nachhaltigkeitsziele – die «Agenda 2030» – mit viel Pomp verabschiedet. Doch die Vereinten Nationen sind derzeit schlecht unterwegs, sie zu erreichen. Sie hinken nicht bloss dem eigenen Fahrplan gewaltig hinterher. In vielen Bereichen verschlechtert sich die Lage sogar.

Die Ziele gelangten ausser Reichweite, räumt UNO-Generalsekretär António Guterres nun erstmals umwunden ein: «Ob es um den Klimawandel, um kriegerische Konflikte, um Covid oder um die Armutsbekämpfung geht – die Welt ist nicht auf Kurs.»

Ob Klimawandel, kriegerische Konflikte, Covid oder Armutsbekämpfung – die Welt ist nicht auf Kurs.
Autor: Antonio Guterres UNO-Generalsekretär

97 Millionen mehr extrem Arme

Beispiele: Die Eliminierung der extremen Armut, ein zentrales UNO-Nachhaltigkeitsziel, rückt in weite Ferne. Statt zu sinken, stieg 2020 die Zahl der extrem Armen weltweit um 97 Millionen. Auch die Kindersterblichkeit liegt weit höher als angestrebt.

Auf dem Arbeitsmarkt fanden im Vorjahr nicht mehr, sondern 54 Millionen weniger Frauen eine Beschäftigung. Der Analphabetismus stieg um hundert Millionen Menschen. Und der Zugang zu Elektrizität nahm in Afrika, nach Jahren der Fortschritte, deutlich ab. Derweil steigt die Erderwärmung weiter.

Legende: UNO-Generalsekretär António Guterres wendet sich am 20. September in New York an die Medien. Zuvor traf er den britischen Premier Boris Johnson, der vor der UNO-Generaldebatte einen Durchbruch am nächstens anstehenden Klimagipfel in Glasgow beschwor. Keystone

Guterres: «Es braucht nun jede und jeden»

Richard Gowan, UNO-Experte der Denkfabrik International Crisis Group, sieht die Glaubwürdigkeit der Staatengemeinschaft in Gefahr, nachdem sich nun abzeichnet, dass ihr wichtigstes Vorhaben unerreichbar scheint.

UNO-Chef Guterres seinerseits ist alarmiert, mahnt aber: «Es wäre nun leicht, die Hoffnung aufzugeben» – doch das dürfe nicht passieren. Deshalb redet er den diese Woche in New York versammelten Staats- und Regierungschefs ins Gewissen: «Es braucht nun jede und jeden einzelnen für eine Wende zum Besseren.»

UNO-Generaldebatte mit Biden-Premiere

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Joe Biden will seine erste Rede als US-Präsident bei der heutigen UNO-Vollversammlung für ein Bekenntnis zu intensiver Diplomatie statt militärischer Intervention nutzen. Das kündigte ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung an. Der US-Präsident werde sich auch zur internationalen Klimafinanzierung äussern.

Neben Biden werden am Dienstag unter anderem Chinas Präsident Xi Jinping, UNO-Generalsekretär António Guterres, Irans Präsident Ebrahim Raisi und Brasiliens Staatsoberhaupt Jair Messias Bolsonaro sprechen.

Nachdem die UNO-Generaldebatte 2020 wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich mit vorab aufgezeichneten Video-Reden abgelaufen war, sind diesmal mehr als 100 Staats- und Regierungschefs wieder persönlich in New York vertreten, allerdings mit deutlich kleineren Delegationen. Der Rest der Vertreter der 193 Mitgliedsstaaten nimmt online teil.

HeuteMorgen, 21.09.2021, 06:00 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Schori  (malanders)
    Manchmal gibt es ganz unerwartete Entwicklungen. Beispielsweise wenn texanische Rancher Windfarmen auf ihre verdorrten Felder stellen. Und dies nicht aus Umweltbewusstsein, sondern weil es rentiert.
    Mit der UNO hat das nichts zu tun, aber immerhin liefert die UNO Zahlen und zeigt die Veränderung. Das ist mehr als nichts.
  • Kommentar von Mirjam Hoss  (Snipsnapper)
    Vielleicht ist es Hybris zu glauben, die täglichen Entscheidungen von 8'500'000'000 Menschen steuern zu können, erst recht in einer dermassen komplexen Welt wie der heutigen?
  • Kommentar von August Meier  (And007)
    Wer Macht hat hat Verantwortung. Bei der Uno haben nur die Vetomächte wirklich Macht. Diese müssten mit gutem Beispiel voran gehen. Was sie aber nicht tun.
    1. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Die einzige Macht die sie haben, ist es, "NEIN" zu allem zu sagen.
      Deswegen auch das Recht zum "Veto" (ich verbiete) ..

      ... und jemand muss auch noch die Umsetzung der Massnahmen finanzieren