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International UNO wirft Assads Armee weiteren Giftgas-Einsatz vor

Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hat die syrische Armee für einen weiteren Chemiewaffen-Angriff verantwortlich gemacht. Militärhelikopter hätten im März 2015 über einem Dorf in der Provinz Idlib einen Chlorgas-Behälter abgeworfen.

Der Giftgas-Einsatz erfolgte offenbar im März des vergangenen Jahres: Alles weise darauf hin, dass ein syrischer Armeehelikopter über dem Dorf Kmenas einen Behälter abgeworfen habe, der beim Auftreffen auf den Boden eine giftige Substanz freigesetzt habe. So heisst es in einem am Freitag dem UNO-Sicherheitsrat in New York vorgelegten Bericht der Experten. Gemäss den Symptomen der Opfer habe es sich vermutlich um Chlorgas gehandelt.

Mann im Spital erhält von einem Sanitäter eine Sauerstoffmaske.
Legende: Ein Bewohner von Idlib wird nach einer mutmasslichen Giftgas-Attacke im Spital behandelt (Aufnahme von August 2016). Keystone

Bei einem anderen Angriff auf den Ort Kfar Zita konnten die Ermittler dagegen keinen Verantwortlichen bestimmen, da die dabei eingesetzten Gasbehälter «entfernt worden» seien. Auch die Verantwortung für zwei weitere Chemiewaffenangriffe in derselben Provinz im März 2015 sowie im April 2014 konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Bereits in einem im August veröffentlichten Bericht waren die UNO-Experten zu dem Schluss gekommen, dass syrische Militärhelikopter im April 2014 sowie im März 2015 Chlorgas über zwei Orten in der Provinz Idlib abgeworfen hatten. Gleichzeitig machten die Experten die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für einen Angriff mit Senfgas in der nördlichen Region von Aleppo verantwortlich.

Untersuchung nach Angriff auf Aleppo

Am Freitag kündigten die UNO zudem an, sie habe eine Untersuchungskommission zu dem tödlichen Angriff auf einen Hilfskonvoi im Norden Syriens eingerichtet. Das Gremium unter Leitung des indischen Generals Abhijit Guha werde in der kommenden Woche die Arbeit aufnehmen, erklärte UNO-Sprecher Stéphane Dujarric.

Die Kommission soll UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon Bericht erstatten. Ban werde anschliessend über weitere Massnahmen entscheiden. Ban hatte Ende September UNO-interne Ermittlungen zu der tödlichen Attacke angekündigt.

Bei dem Angriff in der Provinz Aleppo waren am 19. September 18 Menschen getötet und 18 Lastwagen mit Hilfslieferungen zerstört worden. Die USA machten die russische Luftwaffe für die Attacke verantwortlich. Moskau wies die Vorwürfe zurück und kündigte eine eigene Untersuchung an.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    SRF erlaubt hier zum Teil grobe persönliche Beleidigungen, welche zweifelsfrei gegen die Netiquette verstossen, wenn die Aussage mit der politischen Line von SRF übereinstimmt. Troll (das englische Synonym ist twit) wäre so ein Beispiel."Beleidigungen sind die Argumente derer, die unrecht haben"Jean-Jacques Rousseau. Wieso man den Syrern das zumuten möchte, was man für sich und die eigene Familie als unzumutbar hält, unter dem Terror der syrischen Al-Qaida leben zu müssen, ist mir rätselhaft.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    1. Wahre Worte von Assad: Gemäß internationalem Recht, als Präsident und als Regierung und als syrische Armee verteidigen wir unser Land gegen Terroristen, die als Stellvertreter für andere Länder in Syrien einmarschiert sind. Wenn Sie also zurückkommen wollen auf das Wort "Kriegsverbrecher" denke ich, dass die ersten, die unter diesem Titel angeklagt werden sollten die westlichen Verantwortlichen sind,
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Wirklich nachgewiesen ist, dass der IS Giftgase einsetzt. Wo ist hier die Verurteilung durch die UNO?
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Gibt es nicht, nur Feststellungen und Ermahnungen.
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