Zum Inhalt springen
Inhalt

Weisshelme in Syrien «Unsere Aufgabe ist es, Leben zu retten»

Die Weisshelme retten Zivilisten im syrischen Bürgerkrieg. Ihr Chef redet am WEF in Davos den Mächtigen ins Gewissen.

Legende: Audio Raed Saleh über die Situation in Aleppo abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
03:37 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.01.2017.

Sie graben nach Verschütteten und bringen Verletzte im syrischen Bürgerkrieg in Sicherheit – die Weisshelme. Nach eigenen Angaben arbeiten rund 3000 Freiwillige für die private Zivilschutzorganisation. Für ihren humanitären Einsatz wurde sie im vergangenen Jahr mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Der Chef der Weisshelme, Raed Saleh, nutzt das WEF in Davos, um Politikern und Wirtschaftsführern ins Gewissen zu reden und sie über die furchtbare Lage der Zivilisten in Syrien aufzuklären.

Raed Saleh nimmt eine Urkunde entgegen.
Legende: Im November erhielten Raed Saleh (mitte) und die Weisshelme den alternativen Friedensnobelpreis. Reuters

SRF News: Wie ist die Situation derzeit in Aleppo?

Raed Saleh: Aleppo wird von iranischen und libanesischen Milizen kontrolliert – von pro-syrischen Kräften also. Die grosse humanitäre Krise spielt sich derzeit ausserhalb der Stadt auf dem Land ab. Dort sind zehntausende Menschen, die geflohen sind, ohne ein Dach über dem Kopf. Aufgrund der Kälte sind auch schon Menschen gestorben.

Wie erleben Sie persönlich Aleppo nach dem Fall der Stadt?

Verändert hat sich eigentlich nicht viel. Was aber auffällt: die pro-syrischen Milizen stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie räumen Häuser, transportieren alles ab und die Stadt leert sich.

Spüren Sie seit der Auszeichnung mit dem alternativen Friedensnobelpreis mehr Unterstützung für Ihre Arbeit?

Es ist eine Auszeichnung, die Hoffnung gibt. Dieses Zeichen der Solidarität bestärkt uns noch mehr für die Zivilbevölkerung in und um Aleppo zu tun. Die Menschen in Syrien vertrauen uns jetzt noch mehr. Die Auszeichnung hat auch dazu geführt, dass uns noch mehr Freiwillige helfen, wenn wir Hilfseinsätze leisten.

Ich möchte aufzeigen, wie die syrische Bevölkerung leidet.

Erwarten Sie vom Auftritt in Davos noch mehr Unterstützung?

Ich bin nicht hier, um Geld zu sammeln. Ich möchte aufzeigen, wie die syrische Bevölkerung leidet. Meine Anwesenheit soll Druck erzeugen auf alle Politiker und Wirtschaftsführer, die hier sind, damit sie sich noch mehr für einen Frieden in Syrien einsetzen und damit das Töten aufhört.

Was ist das Drängendste, das Sie gleich anpacken, sobald Sie wieder in Aleppo zurück sind?

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Leben zu retten. Auch wenn ich hier in Davos bin, meine Leute sind unterwegs wie immer. Wir wollen jeden Tag so viele Menschen wie möglich retten. Das ist unsere Aufgabe.

Das Interview führte Rino Curti.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Wüthrich (ruishi)
    Dass srf dieses Propagandainterview machte! Dem wäre der Bericht des renommierten schwedischen Konfliktforschers Jan Oberg entgegenzuhalten, der im Dezember 2016 in Aleppo war. Er schreibt, dass er ausser syrischen und russischen Hilfskonvois keine anderen Hilfsorganisationen gesehen hatte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Loritz (Daniel Loritz)
    Raed Saleh ist im April 2016 aus der USA ausgewiesen worden, da vermutet wurde, dass er Verbindungen zu extremistischen Organisationen pflegt. Sein Freund und Mitarbeiter (Truppenführer der WH) Mustafa al-Haj Yussef scheint laut FB das Mantra der White Helmets „neutral, unparteiisch, humanitär“ wenig ernst zu nehmen. Er wirbt für Gewalt in seinen Statements. Auch ihm werden Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen nach gesagt. Beim SRF scheinen diese Hintergründe nicht angekommen zu sein!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Sicher weiss SRF, dass die Weisshelme vom Britischen Geheimdienst, zwecks Infiltration finanziert wurden und viele Weisshelme gegen die legal gewählte Regierung von Assad als Rebellen kämpfen und nicht nur Helfer sind. Schade dass diese bekannten Information dem Zwangskonsumenten vorenthalten wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen