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International Unvorstellbares Leid: Syriens Zivilbevölkerung und der Krieg

Auch wenn der Waffenstillstand zu weniger zivilen Opfer im syrischen Bürgerkrieg führte: Insbesondere in den vom IS besetzten Gebieten leiden Anwohner unter Blockaden der Terroristen. Hungersnot, vor allem bei Kindern, ist eine Folge davon. Zuletzt haben schwere Kämpfe wieder zugenommen.

Legende: Video «Das Schicksal der eineinhalbjährigen Noor» abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Vom 08.04.2016.

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben in der Nacht zum Mittwoch Stellungen der syrischen Regierungstruppen nahe der Hauptstadt Damaskus angegriffen.

Zu den schwersten Kämpfen seit Beginn des Waffenstillstandes kam es ausserdem in der Umgebung von Aleppo, wo eine Rebellengruppe kürzlich die Stadt Telat al-Eis unter ihre Kontrolle brachte.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von koordinierten Luft-, Artillerie- und Raketenangriffen auf Stellungen der Aufständischen. In einer Erklärung der Armee hiess es, ihre Offensive sei eine Reaktion auf eine Verletzung der im Februar ausgerufenen Waffenruhe durch die Rebellen.

Die syrische Armee kann sich in ihren Offensiven darauf berufen, dass der Waffenstillstand nicht für radikal-islamische Gruppen wie den IS oder den Al-Kaida-Ableger Nusra-Front gilt.

Hungersnot in blockierten Gebieten

An vielen Orten geht somit das Leid der Zivilbevölkerung weiter. Auch wenn der Ende Februar vereinbarte Waffenstillstand zunächst zu weniger zivilen Opfern führte: Insbesondere die vom IS besetzten Gebiete bleiben für Hilfskonvois oft unerreichbar.

Das gilt auch für die östliche Stadt Deir ez-Zor, die unter der Kontrolle des IS steht. Trotz schwierigem Zugang griff dort eine Hilfsorganisation die eineinhalbjährige Noor auf. Das stark unterernährte Mädchen wurde anschliessend in ein Spital nach Damaskus gebracht.

Zahlreiche Spitäler in der Umgebung von Damaskus beschreiben unterernährte Kinder derzeit als schwerwiegendes Problem. Aufgrund des schwierigen Zugangs in die Gebiete sei es schwierig abzuschätzen, wie viele Kinder aktuell Hungersnot erleiden.

Noors Überlebenschancen sind intakt: Wie eine Krankenschwester berichtet, zeigt das Mädchen nach achttägiger Behandlung von Erbrechen und Durchfall erste Anzeichen einer Besserung und hat wieder begonnen, etwas zuzunehmen. Sie hatte das Glück, Unterschlupf in einem auf solch Notfälle spezialisierten Krankenhaus zu finden.

33 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    @ E.Jenni: Sind leider keine Thesen. CIA stürzen in der Region seit 40er Jahrren demokr. Regierungen, USA Rüsten Diktatoren auf, zetteln Kriege an (alleine 1 Mio Tote imI Irak, +Schäden durch Uranmunition), setzen Terroristen ein wann es ihnen beliebt (Taliban, Al Quaida, IS) usw. Die Verbrechen der arab. Welt blieben ohne USA lokal und auf "Stammesfähden" beschränkt. Durch die USA erhält die Brutalität eine viel grössere, weltweite Dimension. Und EU macht dabei mit…
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @HB: Ihre Aussagen sind bedenklich,weil sie wiederum Thesen vertreten,die so nicht stimmen können.Von den 1 Mio Toten im Irak sind ein grosser Teil auf die Feindschaft zwischen Schiiten und Sunniten zurückzuführen. Was ist mit Assad? Das Regime hat Tausende Menschen zu Tode gefoltert, setzt Giftgas gegen die Zivilbev. ein. Besonders drastisch war der Giftgasanschlag von Damaskus mit hunderten von Toten. Bei den Massakern von Baida und Banias wurden 2013 Männer, Frauen und Kinder wahllos getötet.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ HB: Es konnte eben nicht bewiesen werden, daas die Giftgaseinsätze von Asads Truppen stammten. Es gibt Hinweise, dass es die Rebellen waren. Man weiss es eunfach nicht. Asad had mit viel Brutalität reagiert, keine Frage. Wer aber sein Land angegriffen hat und mit Schiessereien gegen Polizei und Soldaten anfing, waren ausl. Rebellen. Wie auch immer, der Irakkrieg haben die USA zu verantworten. Saddam war anfänglich ein Diktaror in US Gnaden, seine Truppen von den USA ausgerüstet… .
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Vor all der Empörung, welche solche Meldungen hervorrufen, vergesse man eines nicht: Hinter all dem Leiden seit mindestens 1947 in dieser Region steht ein bei weitem Hauptverantwortlichen, die USA. Das ist leider Fakt. Auch in Syrien hat die CIA demokratische Regierungen gestürzt. Die USA haben im Irak Saddam an die Macht gebracht und aufgerüstet gegen den Iran. Aus den best ausgebildeten irakischen Militärs entstand der IS. Usw.-eine endlose Geschichte des US-Terrors.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @HB: Ihre anti-USA Thesen sind hinlängst bekannt. Wieso sind auch sie nicht bereit, die massgebliche Mitschuld an all den grässlichen Kriegen in Nahost, bei den arabischen Staaten selbst zu sehen? Seit der Geburt des Islamismus durch die Muslimbruderschaft in Ägypten Ende 1920 zieht sich eine Blutspur des Terrors durch den ganzen Nahen Osten. Die zweite Frage an sie: Warum klammern sie die ungeheuerlichen Verbrechen Assads hier aus? Man muss zuerst die arabische Welt zur Verantwortung ziehen!
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @HB: Die Blutspur des Islams ist seit seiner Gründung beträchtlich, einverstanden ("Tränen des Jihads"). Schlimm aber, wenn ein angeblich westliche Werte vertrender Staat sich noch brutaler verhält (mit viel mehr Mitteln), wobei es sich massiv in Angelegenheiten fremder Staaten einmischt und hilft, Waffen und mil. Ausbildung unter Terroristen, Diktatoren usw. zu verbreiten. Assad ist weniger Brutal als die Saudis, ist viel Propaganda, was seine angebl. Brutalität betrifft!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    @A.Keller: Ohne die Brutalität von allen Seiten negieren zu wollen: Es leben immer noch weit über 10 Mio Menschen in rel. Sicherheit in den von der Regierung kontrollierten Gebieten. Die grösste Katastrophe für Syrien wäre, wenn die vom Ausland (Türkei, Saudi-Arabien, USA u.a.) unterstützten Rebellen weiter vorrücken würden. Das Land würde dabei weiter ins Chaos versinken. Die Kriegstreiber, welche den Krieg ausgelöst haben um Asad zu stürzen, müssen gestoppt werden.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @HB: Nein,die grösste Katastrophe ist Assad mit seinen schiitischen Helfern aus dem Iran. Ein paar Fakten: Eskaliert war der Aufstand gegen das Regime erst, als Assad im Frühjahr 2011 Truppen in mehreren Städten wie Daraa und Hama auf friedliche Demonstranten schießen liess. Da griffen auch die Aufständischen zu Waffen.Das syrische Regime lässt keine humanitäre Hilfe für Gebiete zu,die nicht mehr seiner Kontrolle unterstehen. Dass Menschen verhungern,wird kalt in Kauf genommen. Noch mehr Fakten?
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ E.Jenni: Fakten? Friedliche Demonstranten, auf die Asads Truppen schoss.... Das ist Propaganda. Es mischten sich bewaffnete Rebellen unter den Demonstranten. Asads Ordnungshüter wurden z.T. hinterhältig massakriert. Und: vor dem Krieg gab es Aussagen, dass Asad beseitigt werden soll (u.a. Aussage von General Wesley Clark). Und wie beseitigt "man" einen Regierungsschef, was gibt es für Taktiken? Und wie passt das für Syrien?
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    3. Antwort von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
      @EJ, die Legende von einem friedlichen Aufstand, der dann plötzlich in eine bewaffnete radikal - islamistische Revolution übergeht, welche einer Regierungsarmee widerstehen kann, widerlegt der amerikanische Vizepresident Joe Biden in seiner Rede, welche unter Thursday, October 2, 2014, Speaking at Harvard University, Kennedy School, Vice President Joe Biden, auf YouTube zu sehen ist.
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    4. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @CM: Das ist eine Frage der div. Quellen. Ich glaube kaum, dass sie oder ich aus erster Hand Informationen bekommen. Jemand hat mal treffend gesagt: Das erste, was im Krieg stirbt, sind Wahrheit und Anständigkeit. Nun,was mit Sicherheit gesagt werden kann ist,dass Assads Vater in den 80er Jahren in Hama einen Aufstand blutig niederschlug mit 10 Tausenden von Todesopfern. Um an der Macht zu bleiben,würde sein Sohn - Bashar - vermutlich alles tun, seine Gegner auszuschalten. Beweise dafür gibt es.
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    5. Antwort von robert mathis (veritas)
      E.Jenni,ich bin zwar nur Laie aber aus meiner Sicht ist Assad ein Verbrecher der gegen die eigenen Leute Krieg führt und die Aufständischen verhaftete oder vertreibt er ist der Urheber der Hungersnot und dem Elend,solange er herrscht wird es keinen Frieden geben.Trotz dem kann es nicht sein dass alle jungen Männer flüchten und die Familien im Stich lassen ohne Widerstand werden die Schergen immer stärker.Ich weiss guter Rat ist teuer,ich habe auch keine Idee zur Lösung.....
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