Zum Inhalt springen
Inhalt

Unwetter in Italien Wilde Bautätigkeit fordert ihren Tribut

Illegal erstellte Häuser: Die Unwetter fordern vor allem im Süden viele Opfer, sagt SRF-Korrespondent Franco Battel.

Legende: Audio Italien: Bei Unwettern werden illegale Bauten erst recht zum Problem abspielen. Laufzeit 04:37 Minuten.
04:37 min, aus SRF 4 News aktuell vom 05.11.2018.

Was ist passiert? Seit einer Woche wird Italien von Stürmen, Starkregen und Gewittern heimgesucht. Bis jetzt sind 30 Menschen ums Leben gekommen, allein in Sizilien starben am Wochenende 12 Menschen.

Aktuelle Wetterprognose: Letzte Nacht habe es nur geregnet, sagt SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel in Rom. «Es soll bis Mitte Woche weiterregnen», sagt Battel. Danach sei eine Beruhigung des Wetters angesagt.

Legende: Video Restaurant wird komplett durchflutet abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Aus SRF News vom 05.11.2018.

Warum gibt es im Süden mehr Opfer? Die Infrastruktur sei im Süden des Landes in schlechterem Zustand. Es werde an vielen Orten zu wenig investiert, zum Beispiel in die Kanalisation, so Battel. «Entweder gibt es keine Kanalisation oder sie wird schlecht unterhalten.» So könne das Wasser nicht aufgenommen werden. Und viele Flussläufe im Süden seien gewissermassen Mülldeponien oder aber zubetoniert. Zudem gebe es im Süden Italiens ganze Stadtteile, die illegal (d.h. nicht gemäss den bestehenden Bauvorschriften) erstellt worden seien, sagt der SRF-Korrespondent.

Warum wird illegal gebaut? Aus finanzieller Not werde oft auf Land gebaut, das nicht Bauland sei. Doch die Folgen können verheerend sein, wie sich letztes Wochenende gezeigt hat: Im Dorf Casteldaccia auf Sizilien sind in einem Landhaus neun Personen ums Leben gekommen. Es war illegal an einen Bachlauf gebaut worden.

Wieso greifen die Gemeindebehörden nicht ein? «Sie sind überfordert, weil es so viele illegale Bauten gibt», sagt Battel.

Was tut die Regierung dagegen? Nichts, so Battel. Quasi exemplarisch zeigt dies der Fall der Mittelmeerinsel Ischia. Sie befindet sich in einem Erdbebengebiet und damit gälten für die Bebauung spezielle Vorschriften. «Das Movimento 5 Stelle denkt daran, eine Amnestie für illegale Bauten auf Ischia zu erlassen», sagt Battel. Damit würden alle illegal erstellen Gebäude nachträglich legalisiert. Der Korrespondent beurteilt diese Massnahme als kontraproduktiv: «Danach nimmt sich niemand mehr die Mühe, sein Haus legal zu bauen. Denn am Schluss gibt es ja sowieso eine Amnestie.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Herr Battel redet um den Brei! Die Antwort in Italien ist ganz einfach und in 2 Wörtern umschrieben, "Mafia und Gleichgültigkeit"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Manchmal gibt es halt schon auch Gründe, warum die CH eine "Hochpreisinsel" und Bauen nicht ganz billig ist. Aber es gilt gut aufzupassen, sonst ändert das und es werden auch bei uns z.B. Brücken einstürzen. Und bauen in unmöglichem Gelände wird auch hier über kurz oder lang seine Opfer fordern, und sind es denn auch nur immer höhere Versicherungsprämien gegen Schadenereignisse. Nich alles was (im Moment) möglich ist sollte auch gemacht werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Anita Rusterholz (Anita Rusterholz)
    Genau richtig in den Kommentaren erwähnt, es wird auch in der CH zunehmend ausserhalb der Bau- und Schutzzonen gebaut. Neu will man sogar Moorlandschaften zerstören. Deshalb kommt es glücklicherweise am 10.2.2019 zur Abstimmung der Zersiedelungsinitiative. Der Bauboom und der starke Verschleiss von Grünflächen muss gestoppt werden! Vermehrt ist unser Nachbarland Italien von Naturkatastrophen betroffen. Viel Kraft den Menschen, die ihre Liebsten durch den pietätlosen Menschen verloren haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen