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US-Botschafter in der Schweiz Trumps Freund in Bern

US-Botschafter Edward McMullen ist Donald Trumps Sprachrohr in Bern. Seine Mission: Den US-Präsidenten in der Schweiz repräsentieren – und verteidigen. Ein Porträt.

McMullen im Porträt
Legende: Edward McMullen ist seit knapp einem Jahr US-Botschafter in Bern. Er ist ein glühender Anhänger von Donald Trump. Keystone / Archiv

Er liebt die Schweiz – das betont er bei jeder Gelegenheit. Die Menschen, die Lebensqualität, das Essen und den Blick auf die Alpen. Edward McMullen residiert zusammen mit seiner Frau seit fast einem Jahr als Botschafter der USA in Bern. Immer wieder ist er in die Schweiz gereist, bevor ihn Donald Trump zu seinem Schweizer Sprachrohr ernannte.

Er wird missverstanden. Er ist ein sehr patriotischer, sehr fürsorgerlicher, loyaler und hingebungsvoller Präsident.
Autor: Edward McMullenUS-Botschafter in Bern

Seinen Chef bezeichnet er als guten Freund und sagt: «Er wird missverstanden. Er ist ein sehr patriotischer, sehr fürsorglicher, loyaler und hingebungsvoller Präsident.» Die «Rundschau» hat den PR-Profi und Politwissenschaftler begleitet. McMullen erzählt, dass er hier am liebsten die «Schweizer Illustrierte» lese und es im Berner US-Botschaftsgebäude kein CNN gebe.

Legende: Video «Ich liebe die ‹Schweizer Illustrierte› und wir haben kein CNN im Haus.» abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.10.2018.

Wirtschaftsbeziehung im Fokus

Auch wenn er nicht poltert wie Trump: McMullen vertritt dessen Kurs klar. So verteidigt er Trumps Wirtschaftspolitik und lobt die tiefe Arbeitslosigkeit unter dessen Ägide – ein Trend, der allerdings bereits vor Trumps Amtszeit begann. Die Wirtschaft ist ein Hauptanliegen des einstigen Unternehmers.

Legende: Video «Er ist ein sehr patriotischer, sehr fürsorgerlicher, loyaler und hingebungsvoller Präsident.» abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.10.2018.

McMullen möchte die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stärken und betont: Wenn die Schweiz einen Schritt auf die USA zu mache, sei die Regierung Trump offen, um etwa über ein Freihandelsabkommen zu diskutieren. Ein solches Vorhaben scheiterte vor über einem Jahrzehnt unter anderem am Widerstand der Bauern.

Jeder Mensch macht Fehler. Man sagt Dinge unter Freunden, von denen man nicht möchte, dass die ganze Welt sie hört. Man muss verzeihen können.
Autor: Edward McMullenUS-Botschafter in Bern

Auf Trumps unberechenbare Twitter-Aktivität meint Edward McMullen: «Twitter erlaubt es, die Botschaft des Präsidenten direkt zu erhalten – ohne Filter und ohne Einordnung. Man kann das gutheissen oder nicht. Aber ich kenne viele Leute, die morgens aufwachen und als erstes einen Tweet von ihm sehen. Sie schätzen das.»

Vehementer Trump-Verteidiger

Gegner werfen Trump Rassismus und Sexismus vor. Mc Mullen hingegen verteidigt Trump entschieden. So verwedelt er auch dessen Aussage, man könne Frauen zwischen die Beine greifen. «Jeder Mensch macht Fehler. Man sagt Dinge unter Freunden, von denen man nicht möchte, dass die ganze Welt sie hört. Man muss verzeihen können.»

Legende: Video «Twitter erlaubt es, die Botschaft des Präsidenten direkt zu erhalten.» abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.10.2018.

Edward McMullen hat Donald Trump schon früh unterstützt. Der PR-Profi gehörte zu Trumps Wahlkampfteam in South Carolina und verhalf ihm bei den Vorwahlen zum wichtigen Sieg. Der gebürtige New Yorker ist kein Karrierediplomat, sondern ein politischer «Appointee»: Trump hat dem 54-Jährigen aus politischen Gründen das Amt als Botschafter der Schweiz und von Lichtenstein verliehen.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von julian sonderegger (soendi)
    Solange Trump an der Macht ist, und in der CH solche Botschafter, will die Schweiz aber hoffentlich keinen Schritt auf die USA zu machen. Die USA soll und wird sich weiter isolieren, bis die Bevölkerung merkt, wie die Wirtschaft langsam den Bach runter geht...
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  • Kommentar von Sascha Stalder (Sascha Stalder)
    Tja, für so einen Posten bleibt halt Moral und Anstand auf der Strecke. Ist anderswo auch so.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Diese Hetze wird nun wirklich etwas zu primitiv. Das Gute daran ist aber, dass man da diese "besondere Form einer bestimmten Gesinnungsorientierung" sehr leicht identifizieren kann. Es stellt sich dann meist ein Umkehr-Effekt ein. dh. der Schuss geht letztlich nach hinten los. - Daran sollten einige "Trumphasser" auch ein mal denken.
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