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International US-Geheimdienst spioniert auch Brasilien und Mexiko aus

Brasiliens Regierung hat am Montag beim amerikanischen Botschafter protestiert. Dies, nachdem bekannt wurde, dass US-Geheimdienste die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ausspioniert hatten. Brasilia fordert Erklärungen von Washington.

Porträt Dilma Rousseff
Legende: Der US-Geheimdienst hört u.a. Gespräche von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ab. Keystone

Der US-Geheimdienst NSA überwachte die Telefongespräche sowie den Mail- und Internetverkehr der brasilianischen Präsidentin und ihrer engsten Mitarbeiter. Ausspioniert wurde auch Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto – und zwar schon Monate, bevor dieser sein Amt angetreten hatte.

Mexiko wie Brasilien verlangen von den USA Erklärungen. Die Entrüstung ist umso grösser, als die Abhöraktionen nichts mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten oder mit der Terrorbekämpfung zu tun haben. Die Praxis, befreundete Staatsoberhäupter auszuspionieren, bezeichnete Brasiliens Justizminister nach einer Dringlichkeitssitzung der der Präsidentin als inakzeptable Verletzung der Souveränität.

Der brasilianische Aussenminister zitierte am Montag den amerikanischen Botschafter zu sich und protestierte.

Antwort der USA abwarten

Brasilien gebe sich erst einmal Zeit, so der Aussenminister. Erst wenn die Antwort aus Washington vorliege, werde die Regierung von Dilma Rousseff über weitere Schritte entscheiden.

Vorerst hält die brasilianische Präsidentin an einem für Oktober anberaumten Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington fest. Das brasilianische Parlament will noch heute Dienstag einen Untersuchungsausschuss zur Affäre einberufen.

Die Informationen über die US-Spionage in Brasilia und Mexiko-Stadt stützten sich auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Sie sind dem brasilianischen Fernsehsender Globo TV zur Verfügung gestellt worden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Es geht den Amis gar nicht um Spionage, sondern um ein staatliches Arbeitslosenbeschäftigungsprogramms zum beschäftigen der viel zu vielen Arbeitslosen. USA ist ja bekanntlich das sinkende Schiff überhaupt :D
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  • Kommentar von A. Vespucci, Schweiz
    Nur fragt man sich warum alle Länder die ausspioniert wurden sich nicht zusammen an einen Tisch setzen und gegen die USA vorgehen... ganz einfach... solange China und Russland nicht verwickelt sind darf die USA alles. Praktisch jedes Land welches spioniert wird hat auch enge wirtschaftliche Beziehungen zu den Unternehmen der USA oder ist von dessen Wirtschaft abhängig. Über die Militärkraft wollen wir gar nicht erst sprechen... somit ist klar, jedes Land knurrt aber muss das spionieren schlucken
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Eine Unglaublichkeit, welche sich die USA da leisten, dies wird in die Geschichtsbücher eingehen. Nun ist auch klar, warum die USA krampfhaft mit Syrien abzulenken versuchen. Es ist ein Riesenskandal und muss Konsequenzen haben.
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