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US-Medienpionier CNN-Gründer Ted Turner ist gestorben

  • Ted Turner, Gründer vom Cable News Network (CNN), ist im Alter von 87 Jahren gestorben.
  • Er sei friedlich im Kreise seiner Familie gestorben, teilte sein Unternehmen Turner Enterprises mit.
  • Turner gründete 1980 mit dem US-Sender CNN den ersten 24-Stunden-Nachrichtensender der Welt.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag hatte der in Cincinnati geborene Medienmogul bekannt gegeben, dass er an Lewy-Körper-Demenz leidet. Es handelt sich dabei um eine neurodegenerative Erkrankung, die ähnliche Symptome wie Parkinson und Alzheimer hervorruft. Er verfolge keine Nachrichten mehr, schaue aber gelegentlich noch CNN, sagte der Medienmogul damals.

«Ted ist der Gigant, auf dessen Schultern wir alle stehen, und wir werden uns heute alle einen Augenblick nehmen, um ihm und dem Einfluss, den er auf unsere Leben und unsere Welt hatte, zu gedenken», sagte CNN-Chef Mark Thompson. Turner sei in seinem Haus in der Nähe der Stadt Tallahassee im US-Bundesstaat Florida gestorben, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf einen Sprecher der Familie.

Auch Trump würdigt Turner

US-Präsident Donald Trump würdigte Turner via seiner Online-Plattform Truth Social als «einen der Grössten aller Zeiten». Turner sei ein Freund von ihm gewesen, der immer für ihn da gewesen sei, wenn er ihn gebraucht habe, schrieb Trump weiter. CNN sei nach Turner zerstört worden, schrieb Trump.

USA-Korrespondent: «Wir dürfen hier zu Superlativen greifen»

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Der Medienunternehmer und CNN-Gründer, Ted Turner, ist tot. USA-Korrespondent Andrea Christen ordnet ein, wer Turner war und wie sein Einfluss bis heute spürbar ist:

«Wir dürfen hier bei aller Vorsicht zu Superlativen greifen: Ted Turner war einer der einflussreichsten Medienpioniere des 20. Jahrhunderts. Der frühere Werbeunternehmer baute ein Medienimperium auf, in dessen Kern das 1980 gegründete Cable News Network CNN war. Mit CNN und den Nachrichten rund um die Uhr revolutionierte Turner die Medienlandschaft.

Besonders bekannt wurde CNN 1991 während des Zweiten Golfkriegs. Drei CNN-Journalisten berichteten damals live aus Bagdad, als Irak von den USA angegriffen wurde. Sie informierten stundenlang live aus einem Hotel über ein spezielles Telefonsystem über die ersten Bombardierungen. Sie schilderten die Lichtblitze am Himmel, im Hintergrund waren Explosionen zu hören. Sogar konkurrierende Sender übernahmen diese Berichterstattung. Angeblich sagte der damalige Präsident George Bush, er erfahre über CNN mehr über den Irak-Krieg als von seinem eigenen Geheimdienst.

Das von Turner geprägte Modell machte weltweit Schule und veränderte auch die Politberichterstattung grundlegend. Turner hat eine unersättliche Berichterstattung geschaffen, die um jeden Preis gefüttert werden muss. Ein System, das heute auch populistischen Politikern wie Donald Trump zugutekommt.»

1980 gründete Ted Turner CNN als weltweit ersten grossen TV-Sender nur für Nachrichten. «Wir können die Menschen dieses Landes und der Welt hoffentlich in Brüderlichkeit, Güte, Freundschaft und Frieden zusammenbringen», sagte Turner zum Auftakt.

Ich versuche, den Rekord für die meisten Errungenschaften einer Person in einer Lebenszeit zu erreichen.
Autor: Ted Turner in einen Interview

CNN versammelte Millionen vor den Bildschirmen, als sich die Welt veränderte. Das prägte die Welt mit seiner direkten Live-Berichterstattung. Von einem zuweilen von Konkurrenten belächelten Nischenprojekt brachte es der Sender zum weltweiten Player.

Ted Turner im Anzug sitzt lässig an Schreibtisch mit Papierstapeln.
Legende: Geboren wurde Turner als Robert Edward Turner III. am 19. November 1938 im US-Bundesstaat Ohio. Später zog die Familie nach Georgia. (Bild von 1982) AP/Nancy Mangiafico/Atlanta Journal-Constitution

CNN war bis 2022 von Turner Broadcasting System betrieben worden. Turner selbst hatte sich bereits 2003 weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. 2022 hatte Warner Bros. Discovery CNN übernommen. Nach seinem Ausscheiden bei CNN entwickelte sich Turner zum engagierten Wohltäter. Als Umweltschützer sowie Milliardenspender für die UNO und internationale Friedensprojekte erwarb er sich weltweit Anerkennung. Auch einen Stern auf dem «Hollywood Walk of Fame» bekam Turner verliehen.

«Ich versuche, den Rekord für die meisten Errungenschaften einer Person in einer Lebenszeit zu erreichen», sagte Turner einmal in einem Interview. «Und das bringt einen in ziemlich grosse Gesellschaft: Alexander der Grosse, Napoleon, Gandhi, Christus, Mohammed, Buddha, Washington, Roosevelt, Churchill.»

SRF 4 News, 06.05.2026, 18 Uhr ; 

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