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Irak will US-Militärpräsenz im Land reduzieren
Aus Rendez-vous vom 26.07.2021.
abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.
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US-Truppen im Nahen Osten USA wollen Kampfeinsatz im Irak offiziell beenden

  • Die USA wollen ihren Kampfeinsatz im Irak offiziell beenden und sich künftig ganz auf die Ausbildung und Beratung der Sicherheitskräfte im Land konzentrieren.
  • Verbliebene Kampftruppen sollen den Irak bis zum Jahresende verlassen, hiess es in gemeinsamen Erklärung beider Regierungen.
  • Die Rolle der internationalen Soldaten im Irak sei es, die Regierung bei ihrem Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) zu unterstützen.

US-Präsident Joe Biden sagte bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kasimi im Weissen Haus, die USA würden sich im Irak ab dem Jahresende nicht mehr in einem Kampfeinsatz befinden. Die Rolle der US-Truppen werde es sein, «verfügbar zu sein, weiter auszubilden, zu unterstützen, zu helfen und mit dem IS umzugehen».

Nach Angaben des Weissen Hauses sind derzeit rund 2500 US-Soldaten im Irak im Einsatz. Die künftige Zahl werde sich an den Erfordernissen des geänderten Einsatzes ausrichten, hiess es. Experten rechnen nicht mit einem grösseren Truppenabzug.

Weiterhin umstrittene Präsenz

Die USA führen im Irak eine internationale Koalition an, die in der Region gegen die Terroristen des IS vorgeht. Der Einsatz der US-Soldaten ist umstritten. Vor allem eng mit dem Iran verbundene irakische Parteien und Milizen fordern deren Abzug. Andere Kräfte wie sunnitische Parteien und Kurden wollen dagegen, dass die US-Truppen im Land bleiben.

Unter Bidens Amtsvorgänger Donald Trump hatten die USA die Zahl der Soldaten im Irak verringert. Die politische Lage im Land ist instabil. Seit Herbst 2019 kommt es immer wieder zu Massenprotesten gegen die Führung des Landes. Die Demonstranten werfen ihr Misswirtschaft und Korruption vor.

Angeschlagenes Land

Der Irak leidet zudem immer noch unter den Folgen des Kampfes gegen den IS, der zwischen 2014 und 2017 grosse Gebiete im Norden und Westen des Landes beherrscht hatte. Die irakischen Sicherheitskräfte konnten den IS mit internationaler Unterstützung – insbesondere der USA – militärisch besiegen. Die Sicherheitslage in Bagdad hat sich seitdem deutlich verbessert. Zellen der Terroristen sind aber weiterhin aktiv und verüben Anschläge.

Der vom Rohstoffverkauf abhängige Irak leidet wegen der niedrigen Ölpreise auch unter einer schweren Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit. Ausserdem gehört das Land zu den Ländern der Region, die von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind.

SRF 4 News, 27.07.2021, 01:00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Irak ist eines der erdölreichsten Länder der Erde. Die grossen US-Erdölgesellschaften haben sich eher auf Fracking spezialisiert und höchstwahrscheinlich das Interesse an den wenig lukrativen Feldern im Irak verloren. Ein destabilisierter Irak infolge des Abzugs würde seine Fördermenge nich voll ausschöpfen können wodurch der Rohölpreis anziehen wird und das Fracking lukrativer macht. Schlechtes über den der solcherlei vermutet!
  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Das ist aber sehr "geschönigt" geschrieben über die umstrittene Präsenz. Die einen möchten die US Truppen im Land belassen, die anderen nicht, das ist schon richtig. Aber erwähnen könnte man vielleicht auch noch, dass durch einen Demokratischen Prozess das Parlament bestimmt hat, dass die US Truppen das Land verlassen MÜSSEN. Nach der Ermordung Soleymanis war der Irak in Rage. Die USA hat da eine Unverschämtheit begangen, die nicht einmal die Gegner Soleymanis befürworten konnten.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @ Alex Volkart
    Blindes vertrauen in Experten ist fehl am Platz.
    Als gut und breit informierter Bürger in einem demokratischen Umfeld glaube ich das Recht zu haben mir eine Meinung zu formen und diese auch kommunizieren zu können und dürfen.
    Es waren Experten die behauptet haben das Irak voll von Massenvernichtungswaffen war.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Janssens: Experten kann man durchaus vertrauen, denn Sie haben Krisengebiete besucht und haben Kontakte zu betroffenen. Deren Informationen stammen also meist aus erster und nicht wie bei Uns normalen Bürgern aus zweiter oder dritter Hand. Gut und breit informiert ist Ansichtssache und kommt stark darauf an von wo man seine Informationen hat und wie man damit umgeht. Was Sie ansprachen war manipuliertes Material aus Geheimdienstkreisen, deren Echtheit von Anfang an angezweifelt wurde.