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Heikle Phase für Twitter und Facebook
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US-Wahlen 2020 Fake News: Wie greifen Twitter und Facebook ein?

Die USA sind gespalten. Während der aktuell heiklen Phase stehen die sozialen Netzwerke in der Verantwortung.

Noch bevor die Stimmen ausgezählt sind, beansprucht Donald Trump vor laufenden Kameras den Sieg für sich. Sowohl Facebook als auch Twitter haben sich auf diesen Fall vorbereitet: Bereits vor den Wahlen machten die beiden sozialen Netzwerke klar, dass sie die vorzeitige Inanspruchnahme des Sieges eines der Kandidaten nicht unkommentiert verbreiten würden.

Twitter und Facebook stützen sich dabei auf etablierte Medien. Dazu zählen etwa verschiedene Fernsehstationen (darunter auch Fox News) oder die Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters. Bei Twitter müssen mindestens zwei Quellen einen Sieger bestätigen.

Markieren und bremsen

Bis klar ist, wer das Rennen gemacht hat, kennzeichnet Twitter Nachrichten als problematisch, die vorschnell einen Sieg verkünden. Das soziale Netzwerk markiert auch Tweets, in denen zu Gewalt aufgerufen wird, die einschüchtern sollen oder die Fakenews verbreiten. Twitter vermindert auch die Verbreitung solch problematischer Inhalte, etwa, in dem Nutzer aufgefordert werden, vor dem Teilen einen Text einzugeben oder in dem alle Interaktionen (Likes, kommentieren oder teilen) ganz blockiert werden.

Virale Botschaften

Facebook hat ein Wahlzentrum eingerichtet, wo Spezialistinnen und Spezialisten mithilfe von künstlicher Intelligenz Nachrichten suchen, die gegen die Richtlinien verstossen. Dazu gehören etwa Posts, die zu Gewalt aufrufen.

Auch die Verbreitung von Fakenews soll unterbunden werden. Nachrichten mit unwahren Inhalten werden als solche gekennzeichnet. Das soziale Netzwerk arbeitet dabei mit 80 Organisationen zusammen, die Fakten überprüfen. Facebook überwacht zudem ständig, welche Posts gerade viral gehen mit dem Ziel, die Verbreitung problematischer Nachrichten rechtzeitig abzubremsen.

In den letzten Jahren haben weltweit rund 200 Wahlen stattgefunden, bei denen Facebook gefordert war, zum Beispiel in Brasilien, Indien oder vor zwei Jahren in den USA. Von dieser Erfahrung profitiere Facebook nun bei den Präsidentschaftswahlen in den USA, sind die Verantwortlichen überzeugt und geben sich selbstsicher.

Schutz oder Manipulation?

Facebook und Twitter greifen ein, wenn Nutzer gegen die Regeln der Plattformen verstossen. Oft müssen sie dabei abwägen und Entscheide treffen, die sie überfordern – und das in Echtzeit!

Die sozialen Netzwerke sehen sich deshalb regelmässig mit dem Vorwurf der Zensur oder Manipulation konfrontiert. Dabei geht vergessen, dass die Algorithmen der beiden Plattformen immer eine Auswahl treffen, wenn sie unsere Timeline oder unseren Newsfeed zusammenstellen und dabei Nachrichten unterschlagen. Erst bei Verstössen gegen die Regeln wirkt die Weglassung wie Zensur.

SRF 4 News, 05.11.2020, 09:45 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Das Problem sind nicht die sog. "sozialen Medien" an sich, sondern unverantwortliche Nutzer/Innen und blindgläubige Konsument/Innen. Das heisst jedoch mit nichten dass Facebook, Twitter usw. nicht in der Verantwortung stehen. Ganz im Gegenteil!!! Fakes, Hates, Shitstroms, Gewaltaufrufe usw. sollten gar nicht erst veröffentlicht werden. Von "Zensur" könnte da keine Rede sein, weil auch diese Anbieter das Recht haben die "Spielregeln" ihrer Plattformen selber zu gestalten... ;-))
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Schauen Sie „The social dilemma“. Der Algorithmus hat offenbar gelernt, dass Spaltung am meisten Aufmerksamkeit bindet. Aufmerksamkeit ist die Währung, mit der gehandelt wird. Das Geschäftsmodell selbst ist schon problematisch.
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Florian Kleffel hat Recht. Und nicht nur "der Algorhythmus" machen bei diesem Spiel mit. Auch TV-Stationen tun das munter. Weil es Quote generiert.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Facebook, Twitter & Co. sind privatwirtschaftliche Unternehmen. Ihr Ziel ist Gewinn und Wachstum. Sie wollen möglichst wenig Regulierung und tun immer genau so viel wie sie grad müssen.
    Die Posts/Tweets von Trump mit einem sanften Hinweis zu versehen ist ganz sicher nicht ausreichend und sollte von den Medien nicht ständig als Erfolg gefeiert werden. Ausreichend wäre entweder, offensichtliche Lügen sofort zu löschen oder ein klares Statement das es eine Lüge ist. Alles andere ist Kosmetik!
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Einerseits sollten Medien eine soziale Verantwortung übernehmen, andererseits hat Herr Gubser schon einen Punkt, wenn er bei einer Reichweite von Milliarden Menschen global, die FB hat, auf die ungeheure Macht hinweist, die ein paar wenige Menschen im Silicon Valley haben, wenn sie zensieren. Aber eben mit dieser Reichweite steigt auch die Verantwortung. Das beste wäre eigentlich eine konsequente Zerschlagung des Monopols.
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Die FB-Bosse sind die Zeitungsmagnaten der Postmoderne.
  • Kommentar von Pascal Padrutt  (papa)
    Soziale Medien befeuern die Polarisierung der Gesellschaften weltweit. Sie werden uns früher oder später in ernsthafte Probleme schlittern lassen..
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    1. Antwort von Marc Mauron  (Marc Rodriguez Mauron)
      Pflichte ich bei. Nur....Früher oder später hat schon vor einiger Zeit begonnen. Die Probleme sind schon existent.
    2. Antwort von Alex Avner Herzfeld  (Alex12)
      Zum Glück sind die USA, genau wie auch wir, gespalten und polarisiert. Das ist die Natur von offenen, demokratischen Gesellschaften. Solche Gesellschaften sind in der Lage, auch Lügen zu ertragen und diese wieder aufzudecken und allgemein Fehler zu machen und wieder zu korrigieren. Die USA scheinen gerade dabei zu sein, den Fehler DT zu korrigieren. Falls dies hoffentlich gelingt, werden wir sagen können: DT hat sein Ziel erreicht, America is great again.