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US-Wahlen Donald Trump zeigt sich als schlechter Verlierer

Donald Trump irritierte in der TV-Debatte von vergangener Nacht mit Andeutungen, er könnte das Wahlresultat nicht anerkennen. Noch nie habe es einen Kandidaten gegeben, der die demokratischen Spielregeln derart mit Füssen getreten habe, so SRF-Korrespondent Peter Düggeli.

Legende: Video Düggeli: «Diese Aussagen werden ihm um die Ohren fliegen» abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.10.2016.

SRF News: Umfragen, zeigen, dass Donald Trump dieses dritte Duell verloren hat. War es das für Trump oder gibt es doch noch eine Möglichkeit für Trump den Rückstand auf Hillary Clinton bis zur Wahl aufzuholen?

Peter Düggeli: Donald Trump hätte gestern tatsächlich einen sehr souveränen Sieg gebraucht um wirklich noch das Rennen in seine Richtung lenken zu können. Aber das hat er bei weitem nicht geschafft. Und so bleibt er weiter relativ klar hinter Hillary Clinton. Diese kann mittlerweile sogar damit liebäugeln oder sogar damit rechnen, dass sie gewisse republikanische Staaten – wie vielleicht Utah oder Arizona – gewinnen kann.

Aber total abschreiben würde ich das Stehaufmännchen Donald Trump immer noch nicht. Denn es kann immer noch viel passieren und Hillary Clinton muss noch eine letzte, hohe Hürde überspringen: Sie muss nämlich fähig sein, ihre Wähler jetzt auch tatsächlich an die Urnen zu bringen. Und das ist angesichts ihrer immer noch grossen Unbeliebtheit eine schwierige Herausforderung.

Bei diesem letzten TV-Duell hat Trump angetönt, dass er vielleicht das Wahlresultat nicht akzeptieren werde. Hat er da bloss die Nerven verloren oder meint er das ernst?

Donald Trump hat auf CNN soeben nachgedoppelt und gesagt, er würde das Resultat schon akzeptieren, aber nur wenn er gewinnen würde. Das heisst, diese Worte sind sehr bewusst gewählt. Es ist typisch für Trump, dass er in der Rücklage, wenn er Probleme hat, immer allen anderen die Schuld in die Schuhe schiebt – jetzt sogar dem Wahlvorgang.

Noch nie hat es einen Kandidaten gegeben der demokratische Spielregeln derart mit Füssen getreten hat wie gestern und heute Donald Trump. Und es ist bedenklich, dass Trump sein Wähler gegen etwas aufhetzt worauf die Amerikaner eigentlich so stolz sind: Ihre Demokratie.

Legende: Video Die TV-Debatte in voller Länge abspielen. Laufzeit 107:00 Minuten.
Aus Tagesschau Spezial vom 20.10.2016.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Markus von Arx (mvA)
    "Noch nie hat es einen Kandidaten gegeben der demokratische Spielregeln derart mit Füssen getreten hat". Wer so schreibt hat die Rhetorik von Trump bis heute nicht verstanden. T wird öffentlich nie zugeben, dass er überhaupt verlieren könnte, weil er sein Siegerimage erhalten muss. Konzequenterweise wird er nie sagen, dass er eine Niederlage akzeptieren würde. Er würde sich sonst widersprechen. Daraus zu schliessen, dass T die Dem. mit Füssen Tritt ist lächerlich und nicht sachlich. Schade SRF!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Dass Hillary Clinton die nächste US-Präsidentin wird, gilt inzwischen fast als sicher. Kaum jemand darüber, was das für die Weltpolitik bedeuten würde, zum Beispiel für die grossen Konflikte in Syrien, im Irak, in Libyen oder der Ukraine. Clinton fordert seit Monaten eine härtere Gangart der USA, plädiert für Aufrüstung, militärische Interventionen und Abschreckung. Droht mit einer Präsidentin Hillary Clinton ein Rückfall in die aggressive Aussenpolitik eines George W. Bush?
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    1. Antwort von Susanna Beerli (S. Beerli)
      Scchlimmer als Bush. Russland und Iran stehen bei ihr auf dem Kriegsplan und ein nuklearer Angriff liegt bei ihr ebenfalls auf dem Tisch.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Je nach politischer Überzeugung des Korrespondenten kann man im Moment alles hören. Ich würde das Wahlresultat auch nicht anerkennen wenn hochgradiger Wahlbetrug statt fand! Leider ist dieser Verdacht nicht eine aus der Luft gegriffene Verschwörungstheorie sonder bewiesen mit Fakten. Aber ich bin überzeugt es wird eine "landslide"-artige Überraschung mit Trump geben, denn es gibt mehrere unabhängige Polls die zeigen wirklich ein vernichtendes Resultat für HC. Lassen wir uns überraschen!
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