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US-Wahlen «Kampagne der Wut»: Trump soll kein Geld mehr kriegen

Der Widerstand gegen Donald Trump wächst: Nach den jüngsten verbalen Entgleisungen des US-Präsidentschaftskandidaten wollen ihm 70 einflussreiche Republikaner den Geldhahn zudrehen.

Donald Trump macht während eines Auftritts ein betroffenes Gesicht.
Legende: Trumps Umfragewerte sind stark abgerutscht. Trump hier bei einem Auftritt in Abingdon, Virginia, am 10. August 2016. Reuters

Geld besitzt der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump ja eigentlich zuhauf. Dass ihn nun aber Dutzende Republikaner finanziell nicht mehr unterstützen wollen, dürfte dem Immobilienmogul dennoch nicht ganz egal sein.

In einem Brief an Parteichef Reince Priebus, aus dessen Entwurf die Website Politico.com zitierte, fordern die zahlreichen Unterzeichner einen sofortigen Stopp der Wahlkampffinanzierung für Trump. Das Geld müsse stattdessen den Kandidaten für die ebenfalls im November stattfindenden Kongresswahlen zugute kommen.

«Wir glauben, dass Donald Trumps Entzweiung, Rücksichtslosigkeit, Inkompetenz und rekordverdächtige Unbeliebtheit diese Wahl in einen demokratischen Erdrutsch verwandeln können», heisst es in dem Brief. Unterschrieben haben ihn bislang zahlreiche frühere Parteimitarbeiter, darunter Andrew Weinstein und der ehemalige Senator Gordon Humphrey. Das Schreiben zirkuliert laut «Politico» seit einigen Tagen und könnte in der kommenden Woche an Priebus geschickt werden.

«Autoritäre Tendenzen»

Die Republikaner warnen darin vor Trumps «Kampagne der Wut und des Ausschlusses». Er habe Millionen Wähler beleidigt und sich über sie lustig gemacht, darunter behinderte Menschen, Frauen, Muslime, Einwanderer und Minderheiten.

Trump habe ausserdem «gefährliche autoritäre Tendenzen» erkennen lassen. Dazu gehörten Drohungen, Anhänger einer ganzen Religion an der Einreise zu hindern und dem Militär Folter von Gefangenen zu gestatten.

Mit seiner Wahlkampagne habe Trump auch den republikanischen Kandidaten für die Kongresswahlen geschadet, daher müssten diese nun finanziell unterstützt werden, fordern die Unterzeichner. Die Übertragung der Finanzen «sollte keine schwierige Entscheidung sein» – denn Trumps Aussichten auf einen Einzug ins Weisse Haus verringerten sich täglich.

Trump räumt Probleme ein

Donald Trump tritt bei der Präsidentschaftswahl im November gegen die Demokratin Hillary Clinton an. Zuletzt war er in den Umfragen stark abgerutscht, er liegt derzeit mehrere Prozentpunkte hinter Clinton zurück.

Der Milliardär selbst räumte Schwächen seines Wahlkampfs im üblicherweise republikanischen US-Bundesstaat Utah ein. Es war ein seltener Moment, in dem der normalerweise überaus selbstsicher auftretende Trump so etwas wie Bedenken äusserte.

«Wir haben gewaltige Probleme in Utah», sagte Trump am Donnerstag vor evangelikalen Christen, die er um Unterstützung in wichtigen Bundesstaaten wie Ohio, Florida oder Virginia bat. Schuld seien falsche Berichte über seine Kandidatur. Der New Yorker Geschäftsmann hat wiederholt Medien unredliche Methoden vorgeworfen.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Sue Fischer (Deutsch Lehrerin)
    Wer glaubt, Trump werde mit seiner verlogenen (ist von zig Medien verbürgt, unter anderem auch von denen die Clinton Unwahrheiten nachweisen konnten, allerdings in einem ungleich kleineren Ausmass. Es steckt also nicht das ach so einseitige, böse SRF dahinter... ;-)) und naiven Art irgendetwas verbessern kann, hat nicht aufgepasst; nichts aus der Geschichte gelernt... Mit Lügen hat schon manch grosses Unheil begonnen. Am allerwenigsten Ahnung vom Politgeschäft hat Trump selbst. Woher auch...
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Ich sehe interessanten parallelen zwischen Trump und Duterte hier in Phil. DU30 war auch gehasst von den Medien und hat total politisch inkorrekt gesprochen, aber das wollten die Leute hören...die Wahrheit! Es ist erstaunlich was DU30 schon alles in den 45Tg im Amt erreicht hat.Er entpuppt sich als einer der besten Residente der Phil ever! Sehe auch erstaunliche parallelen zwischen Regan und Trump. Warum lernen wir nicht von der Vergangenheit?
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es wäre schon wichtig von der Vergangenheit zu lernen. Aber dann würde das dazu führen dass Trump sicher nicht gewählt wird. Ich habe ihn z.B noch nicht wirklich die Wahrheit sagen hören.
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    2. Antwort von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
      @Reuteler:Was ist Ihre Informations-Quelle um Ihre Meinung über Trump zu bilden?Grossteil der Medien, incl SRF, berichten sehr einseitig und verzerrt über Trump, vor allem weil er nicht ins politisch korrekte Bild passt. Aber genau dort liegt das Problem im politisch total korrupten Washington.US Bürger wollen diesmal wirklich eine Veränderung von Aussen die nur von einem Haudegen wie Trump kommen kann.
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    3. Antwort von Sue Fischer (Deutsch Lehrerin)
      Die USA braucht sicher eine Veränderung. So wie wohl der Rest der Welt. Aber wenn der "Hau-Degen" Trump dies tun will, wird es keine Änderung zum Guten hin geben, im Gegenteil. Hören Sie ihm denn nicht zu? Was er will? Auch wenn er (Gott sei dank) null Ahnung hat WIE seine Pläne zu verwirklichen wären! Zum Glück hat Trump eh keine Chance. Es stellen sich ihm immer mehr kluge Köpfe in den Weg. Das lässt die USA in meinen Augen wieder gewaltig besser da stehen!!!
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  • Kommentar von Mike Chudacoff (Mike1956)
    Die SRF-Berichterstattung ist fehlerhaft: weder John McCain noch Paul Ryan sind "gegen" Trump; so weit sind sie immer sehr bedacht darauf, einzelne seiner Äusserungen zurückzuweisen, doch so weit hat Kandidat Trump - zumindest offiziell (noch) ihre Unterstützung.
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