Zum Inhalt springen

USA sind besorgt Krise auf den Malediven spitzt sich zu

Legende: Video Ausnahmezustand auf den Malediven abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 05.02.2018.
  • Die politische Krise auf den Malediven hat sich weiter verschärft.
  • Am Dienstag wurde der frühere Präsident Abdul Gayoom festgenommen.
  • Der 80-Jährige hatte die Opposition unterstützt, die Präsident Abdulla Yameen zuletzt unter Druck gesetzt hatte.

Yameens Regierung hatte am Montag einen 15-tägigen Ausnahmezustand verhängt und dies mit Unruhen begründet. In den vergangenen Tagen war es in der maledivischen Hauptstadt Malé zu Ausschreitungen zwischen Unterstützern der Opposition und der Polizei gekommen.

Grund für die Unruhen war ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Malediven, das die Freilassung und Rehabilitierung mehrerer Oppositionspolitiker, unter anderem von Ex-Präsident Mohamed Nasheed, anordnete. Die Regierung unter Präsident Yameen weigerte sich bislang, das Urteil umzusetzen. Nach einem Bericht des Senders BBC wurden zwei Mitglieder des Obersten Gerichts festgenommen.

Urteil gegen ehemaligen Staatschef aufgehoben

Mohammed Nasheed war 2015 in einem umstrittenen Verfahren wegen Terrorvorwürfen zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die UNO und zahlreiche westliche Staaten hatten damals den Prozess und die Verurteilung kritisiert.

Nasheed hatte die Malediven von 2008 bis 2013 regiert. Anfang 2016 durfte er zu einer medizinischen Behandlung nach Grossbritannien ausreisen, wo ihm Asyl gewährt wurde. Seitdem lebt er im Londoner Exil. Die jetzt getroffene Entscheidung des Obersten Gerichts ermöglicht ihm, in seine Heimat zurückzukehren und dort bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl an der Spitze eines Oppositionsbündnisses gegen Yameen anzutreten.

Nasheed und fünf weitere Oppositionspolitiker, deren Freilassung das Gericht anordnete, werfen Yameen Korruption und illegale Bereicherung vor. Die politische Lage im Touristenparadies der Malediven im Indischen Ozean war in den vergangenen Jahren von Instabilität gekennzeichnet. Die wichtigsten Oppositionspolitiker sassen entweder im Gefängnis oder mussten das Land verlassen.

USA fordern: Rechtsstaatlichkeit bewahren

Angesichts der angespannten Lage auf den Malediven hat das US-Aussenministerium die Regierung des Inselstaates im Indischen Ozean aufgefordert, die Rechtsstaatlichkeit zu wahren. Man sei beunruhigt über Berichte, wonach Präsident Abdulla Yameen einen Ausnahmezustand verhängt habe, der Teile der maledivischen Verfassung ausser Kraft setze, erklärte Sprecherin Heather Nauert.

Die Regierung, die Armee und die Polizei müssten sich an das Recht halten und die Verfassung wieder vollständig in Kraft setzen. Der Ausnahmezustand erlaubt es der Polizei und den Sicherheitskräften, strenger gegen Oppositionelle vorzugehen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Zum 1.1.2008 wurde auf den Malediven über 700 (allen) Christen die Staatsbürgerschaft entzogen. Kirchen sind verboten; der Import christlicher Literatur ist untersagt; Staatspräsident Nasheed bat deutsche Islam-Gelehrte darum, ihm bei der Durchsetzung der Scharia auf den Malediven zu helfen. Die Malediven traten am 21.9.1965 der UNO bei, aber niemand stört das. Nicht einmal die die UNO. Komisch? Es gäbe noch mehr Zusammenhänge darüber zu berichten. Die darf man aber im SRF nicht schreiben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Malediven: Islamischer Inselstaat. Was ist schneller: Untergang wegen der Klimaerwärmung, oder wegen der politischen "Erwärmung"?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      "Islamischer Inselstaat...Untergang" Da sie sicher ein fundierter Kenner der Politischen Situation im Indischen Ozean sind, bitte ich Sie freundlich um Aufklärung darüber, wohin Ihre Implikation zielt. Ich hoffe Sie ist etwas einfallsreicher als bloss "Islam = muss ja schlecht sein".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen