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Trump macht Drohung wahr USA verabschieden sich von Pariser Klimaabkommen

Symbolbild: Rauchende Industrie-analge.
Legende: Die USA unter Trump stellen Wirtschaftswachstum über Eindämmung der Klimaerwärmung. Reuters

Das Wichtigste in Kürze

  • Washington hat offiziell den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen erklärt.
  • Bis dieser abgeschlossen ist, dauert es drei Jahre.
  • Sollte ein für die USA günstiger Deal möglich sein, behält sich die Regierung Trump vor, dem Vertrag wieder beizutreten.

Die USA haben bei der UNO offiziell ihren Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen eingereicht. Das Aussenministerium in Washington teilte mit, dass den Vereinten Nationen eine entsprechende Erklärung übermittelt worden sei.

US-Präsident Donald Trump hatte den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen bereits Anfang Juni verkündet. Er begründete den weltweit kritisierten Schritt damit, amerikanische Interessen für immer an die erste Stelle zu setzen.

Wirtschaft muss weiter wachsen können

In der jetzt veröffentlichten Erklärung erinnerte das US-Aussenministerium an die Bereitschaft Trumps zu weiteren Klimaverhandlungen, «sollten die USA Bedingungen vorfinden», die günstiger für ihre «Wirtschaft, Arbeiter, das Volk und die Steuerzahler sind». Die USA unterstützten eine «ausgewogene Herangehensweise» an eine Klimapolitik, die Emissionen senke, aber gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum und Energiesicherheit ermögliche.

Die Vereinten Nationen bestätigten den Eingang der entsprechenden Mitteilung der USA und bedauerten die Entscheidung. UNO-Sprecher Stéphane Dujarric erinnerte an die Erklärung von Generalsekretär António Guterres, der den Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen als «grosse Enttäuschung» bezeichnet hatte. Guterres begrüsse dennoch jede Bemühung der USA, sich wieder an dem Pariser Abkommen zu beteiligen.

Weltweite Proteste gegen Trump

Der Klimapakt sieht klare Ziele für die Begrenzung der gefährlichen Erderwärmung vor. Der Ausstieg der Vereinigten Staaten – sie sind nach China der weltweit zweitgrösste Produzent von Treibhausgasen – ist ein massiver Schlag gegen das internationale Regelwerk. Die absehbare Entscheidung hatte schon vor Trumps Auftritt rund um den Globus eine Welle des Protestes ausgelöst, die sich nach der Entscheidung fortsetzte.

Es wird aber befürchtet, dass Trumps Alleingang eine Kettenreaktion auslöst und sich auch andere der 195 Unterzeichner vom Klimaschutz verabschieden. Bislang halten jedoch alle anderen Unterzeichner an dem Abkommen fest. Trumps Forderung nach Neuverhandlung wurde von den wichtigsten Unterzeichner-Staaten eine klare Absage erteilt.

Der Rückzug aus dem Abkommen aus dem Jahr 2015 soll voraussichtlich am 4. November 2020 wirksam werden – einen Tag nach der nächsten Präsidentenwahl in den USA.

Erderwärmung auf unter 2 Grad begrenzen

Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und ihn auf unter 2 Grad Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu limitieren. Soll sollen dramatische Folgen wie Dürren und ein Anstieg der Weltmeere gemildert werden. Einzigartig ist der Pakt, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen wollen. Die USA hatten das Abkommen noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama mit ausgehandelt und 2016 ratifiziert.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Meili (Arthur Meili)
    Klimavertrag von Paris ohne USA. Aber ist die rasend wachsende Weltbevoelkerung nicht viel schaedlicher fuer die Erde als der Klimawandel? Aber in diesem Thema sind alle stumm!?
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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Wie viele der Kommentierenden hier haben das Pariser Klimaabkommen gelesen und wissen genau, was dort drin steht?? Mit Milliarden Umverteilen - und darum geht es hauptsächlich - sinkt die Erderwärmung nicht um ein Milligrad - im Gegenteil sie steigt weiter an.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Das Pariser Abkommen nicht , dafür obiger Artikel mit den 5 grössten Klimasünder gemessen am CO2 Ausstoss. Dort sind die Länder ihrer Idole gut vetreten
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Andy Schmid: Offenbar gehören Sie auch zu den Nichtlesern. Geld bekommt nur, wenn überhaupt, wer Treibhausgase reduziert. Reduzieren wir nicht, wird die globale Durchschnittstemperatur noch rascher ansteigen als jetzt und Hitzewellen wie zurzeit in Europa werden zum Normalfall im Sommer. Skifahren im Winter können Sie auch vergessen. Dies ist noch die mildeste Variante der Klimaerwärmung.
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    3. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      T.Leu: Glauben Sie im ernst, dass CO2-Milliarden aus Mitteleuropa (nur die zahlen effektiv was, nach Wegfall der USA) irgendwelche CO2 Reduktionen bewirken. Mit Projekten etwa für Holzkocher in Anden, für die Schweizer NGO Millionen bekam, für "Beratung und Projektdurchführung". Als diese verteilt waren und angeleitet von ortsfremden NGO Aktivisten benutzt werden sollten, aber nicht funktionierten wie Bevölkerung erwartete, seitdem verrotten sie hinter Häusern und es wird gekocht wie bisher.
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  • Kommentar von Urs Vetterli (U.V.)
    Und das in just jenem Moment, wo selbst in die Antarktis Bewegung kommt. Wenn dieser Prozess nicht gestoppt werden kann, ist der Anstieg dann nicht nur 1-2m. Dann stimmt dann auch der Satz "america first" - zumindest wird Florida ziemlich zügig überspült werden.
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