- Tucker Carlson bricht mit der Republikanischen Partei.
- In einem Podcast erklärte er, er werde die Partei nicht länger unterstützen.
- Tucker Carlson gehörte über Jahre zu den einflussreichsten Stimmen der amerikanischen Rechten.
Carlson, Podcaster und früherer Fox-News-Moderator, begründete seinen Schritt mit der Aussenpolitik der Republikaner. Die Partei vertrete ihre eigenen Wähler nicht mehr, sagte er. Stattdessen stelle sie andere Interessen in den Vordergrund. Dabei verwies er ausdrücklich auf Israel.
«Ich bin raus», sagte Carlson im Podcast «Can't Be Censored». Sein ganzes politisches Leben habe er die Republikaner unterstützt. Die aktuelle Linie der Partei könne er jedoch nicht mehr verteidigen. Gleichzeitig sagte er, er werde auch die Demokraten nicht wählen. Wen er künftig unterstütze, wisse er selbst noch nicht.
Streit über den Iran-Krieg
Der Bruch hatte sich seit Monaten abgezeichnet. Carlson kritisierte Präsident Donald Trump wiederholt wegen dessen Haltung im Krieg gegen Iran. Besonders störte ihn, dass sich die USA gemeinsam mit Israel militärisch engagierten.
Carlson wirft Trump und den Republikanern vor, ein zentrales Versprechen der «Make America Great Again»-Bewegung preiszugeben: den Fokus auf innenpolitische Probleme und Zurückhaltung bei militärischen Interventionen im Ausland. Trump reagierte bereits im Frühjahr auf die Angriffe seines früheren Verbündeten. Carlson habe «seinen Weg verloren» und gehöre nicht mehr zur Maga-Bewegung, sagte der Präsident damals.
Ein wichtiger Verbündeter geht auf Distanz
Carlson wurde während Trumps erster Amtszeit zur bekanntesten Figur des konservativen Fernsehsenders Fox News. Seine Abendshow erreichte regelmässig ein Millionenpublikum und machte ihn zu einem der einflussreichsten Unterstützer des Präsidenten. 2023 trennte sich Fox News von Carlson. Gründe nannte der Sender damals nicht. Kurz darauf startete Carlson eigene Formate im Internet und baute seine Reichweite ausserhalb des klassischen Fernsehens weiter aus.
Carlsons' jüngste Aussagen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt für die Republikaner. Anfang November stehen die Zwischenwahlen zum Kongress an. Die Partei verteidigt dabei knappe Mehrheiten in beiden Kammern. Carlson kündigte an, viele seiner Anhänger könnten seinem Beispiel folgen. «Wenn ich gehe», sagte er, «denke ich, werden das viele andere Menschen ebenfalls tun».