- Nach dem Schussvorfall beim traditionellen Gala-Dinner der Korrespondenten des Weissen Haus vor drei Monaten hat US-Präsident Donald Trump seine Rede nachgeholt.
- Bei seinem ersten Auftritt an der traditionsreichen Veranstaltung als Präsident wechselte er zwischen Humor, Lob für Journalistinnen und Journalisten und scharfen Angriffen auf die Medien.
- Die Veranstaltung fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Waldorf Astoria in Washington statt.
In seiner gut einstündigen Rede schlug Trump zunächst einen lockeren Ton an. Er machte Witze über politische Gegner und Verbündete sowie über sich selbst. Immer wieder griff er jedoch die Medien an. Er warf ihnen vor, «Fake News» zu verbreiten, und sagte, viele Medien verdankten ihre Aufmerksamkeit seiner Person, weil er Schlagzeilen produziere. Trump sagte: «Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite.»
Zugleich schlug er versöhnliche Töne an und erklärte, er respektiere den Journalismus als Beruf, lobte Journalistinnen und Journalisten für ihre «erstaunliche Arbeit». Mit Blick auf seine häufigen Gespräche mit Reportern sagte Trump, wer mit der Presse spreche, habe zumindest die Chance auf eine gute Geschichte.
Zwischen Witzen und Seitenhieben sprach Trump auch über politische Themen. Das Vorgehen der USA gegen den Iran verlaufe «extrem gut», sagte er. Zugleich forderte er das Publikum auf: «Glaubt nicht an die Fake News.»
Zu Beginn seiner Rede griff Trump auch den Schussvorfall vom April auf. Politische Gewalt werde die Veranstaltung nicht einschüchtern, sagte er.
Nachholtermin nach Schüssen im April
Das Gala-Dinner war ursprünglich für Ende April geplant. Damals hatte ein bewaffneter 31-jähriger Mann aus Kalifornien versucht, eine Sicherheitsschleuse vor dem Ballsaal zu durchbrechen. Er erreichte den Saal nicht, dennoch fielen Schüsse. Ein Mitarbeiter des Secret Service wurde getroffen. Trump und weitere Ehrengäste wurden in Sicherheit gebracht, die Veranstaltung wurde abgebrochen.
Der mutmassliche Täter plädierte später auf nicht schuldig. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, versucht zu haben, den Präsidenten zu töten.
Tradition seit mehr als hundert Jahren
Das Gala-Dinner der Weissen-Haus-Korrespondenten findet seit mehr als 100 Jahren statt. Die Vereinigung der beim Weissen Haus akkreditierten Korrespondentinnen und Korrespondenten organisiert den Anlass. Er gilt als Feier der in der US-Verfassung verankerten Pressefreiheit und dient auch dazu, Stipendien für angehende Journalistinnen und Journalisten zu finanzieren.
Trump hatte die Veranstaltung während seiner ersten Amtszeit stets boykottiert. Der Auftritt war seine erste Rede als Präsident am Korrespondenten-Dinner.