Die Angriffe der USA: Wenige Tage nach weiteren ergebnislosen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm haben die USA zusammen mit Israel einen umfangreichen Angriff auf Ziele im Iran gestartet. Ziele der ersten Schläge waren die Hauptstadt Teheran sowie die iranischen Städte Isfahan, Ghom, Karadsch und Kermanschah. Ziel sei es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem man die unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung beseitige. US-Streitkräfte führten einen «massiven und andauernden Einsatz durch», um zu verhindern, dass durch diese «radikale Diktatur» die nationalen Sicherheitsinteressen der USA bedroht würden. Trump kündigte an, die Raketen sowie das Atomprogramm des Irans zu vernichten. «Sie werden nie eine Atomwaffe haben», betonte er.
Israels Rolle: Vereidigungsminister Israel Katz begründete das militärische Vorgehen als «Präventivschlag», mit dem Bedrohungen für Israel ausgeschaltet werden sollten. Nach den Worten von Ministerpräsident Netanjahu gehe es darum, die «existenzielle Bedrohung durch das iranische Regime» zu beseitigen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass der Iran in den Besitz einer Atombombe gelange. Die Regierung hat sich auf Vergeltungsangriffe aus dem Iran vorbereitet. Der Luftraum wurde geschlossen, und es wurden neue Sicherheitsvorschriften für die Bevölkerung erlassen. Der Zivilschutz forderte die Menschen auf, zu Hause zu bleiben.
Reaktionen aus dem Iran: Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Zu den Zielen zählten der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete. Ebrahim Azizi, Leiter der iranischen Sicherheitskommission, erklärte: «Wir haben euch gewarnt. Nun habt ihr einen Weg eingeschlagen, dessen Ausgang nicht mehr in eurer Hand liegt.» Der Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei wurde laut einem Regierungsvertreter in Sicherheit gebracht. Auch Irans Präsident ist Staatsmedien zufolge am Leben.
Die Lage im Iran: Nur wenige Informationen dringen nach aussen. Die Behörden verhängten eine Internetsperre. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete, es sei ein «fast vollständiger Internetausfall». Ein Video der Nachrichtenagentur Mehr zeigte grosse Zerstörung mitten in Teheran. Augenzeugen berichteten per SMS, dass sich in der Hauptstadt lange Schlangen an Tankstellen gebildet hätten. Viele Menschen versuchten zu fliehen. Geschäfte waren vielerorts geschlossen. Die Schulen seien in Abstimmung mit Verwaltung und der Polizei geschlossen worden, teilte das Bildungsministerium mit.
Die Spannungen im Vorfeld: Die Spannungen zwischen den USA, dem Iran und Israel waren in den letzten Wochen mit Händen greifbar. Die Angriffe erfolgen inmitten neuer Verhandlungen zwischen den USA und den Iran. Nur wenige Tage zuvor haben sich Delegationen der Länder in Genf zu Gesprächen getroffen. Die USA hatte jedoch schon zuvor das grösste militärische Aufgebot im Nahen Osten seit der Invasion in den Irak stationiert. Auch im vergangenen Jahr kam es bereits zu Angriffen seitens USA und Israel auf iranische Nuklearanlagen.