- Die USA und der Iran verhandeln in Genf erneut über ein Atomabkommen.
- Kurz vor Beginn der Gespräche hat der Iran offenbar einen Vorschlag gemacht.
- Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi habe Teile eines möglichen neuen Abkommens gestern Abend dem Aussenminister des Oman vorgelegt. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur Irna.
In Genf treffen sich derzeit Delegationen aus Washington und Teheran für eine entscheidende Verhandlungsrunde. Für den Iran verhandelt das Team um Araghtschi, für die US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.
Verhandlungspause nach drei Stunden
Die womöglich entscheidenden Atomverhandlungen wurden nach rund drei Stunden vorerst unterbrochen. Die Delegationen beider Staaten kämen in Genf nun jeweils zu eigenen Beratungen zusammen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Am Abend sollen die Verhandlungen demnach fortgesetzt werden.
Der Vermittler Oman bestätigte die Verhandlungspause. «Wir haben heute in Genf kreative und positive Ideen ausgetauscht, und nun haben sowohl die US-amerikanischen als auch die iranischen Unterhändler eine Pause eingelegt. Wir werden später am Tag weitermachen», schrieb Aussenminister Badr al-Bussaidi auf X. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen.
Signale der Flexibilität von iranischer Seite
Der Iran bekräftigte erneut, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen. «Es würde keinen Sieg für irgendwen geben – es wäre ein verheerender Krieg», sagte Aussenminister Abbas Araghtschi in einem Interview mit India Today am Mittwoch, kurz bevor er nach Genf flog.
Der Iran stellt eine konstruktive Haltung bei den indirekten Gesprächen mit den USA in Aussicht. Sein Land werde «ernsthaft und flexibel» in die Gespräche gehen, sagte ein Sprecher des iranischen Aussenministeriums dem Sender Press TV. Er fügte hinzu, dass sich die Gespräche ausschliesslich auf Atom-Themen und die Aufhebung von Sanktionen konzentrieren würden.
Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.
Über andere von den USA eingebrachte Themen will die Islamische Republik nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon.
US-Aussenminister Marco Rubio hatte kurz vor Auftakt der Gespräche behauptet, der Iran versuche, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Seinen Angaben nach sollen sich die indirekten Gespräche unter Vermittlung des Golfstaats Oman jedoch hauptsächlich auf das umstrittene iranische Atomprogramm fokussieren.