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Grosse Teile der Altstadt von Venedig stehen unter Wasser
Aus SRF News vom 13.11.2019.
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Venedig in Not Das Ausmass des Hochwassers ist aussergewöhnlich

Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro hat keinen Zweifel: «Das sind die Effekte des Klimawandels» – twitterte er vom Rand des überfluteten Markusplatzes. Der konservative Politiker sprach von einem «Desaster» und rief den Notstand aus.

Dabei ist Venedig eigentlich ans Hochwasser gewöhnt. Es kommt in der Lagunenstadt häufig vor. Aussergewöhnlich aber ist das Ausmass. Der weltberühmte Markusdom ist beinahe 1000 Jahre alt. Erst fünfmal drang das Meer in diese Kirche ein – dreimal allerdings allein in den letzten 20 Jahren.

Die extremen Umweltereignisse häufen sich und Venedig ist ihnen ganz besonders ausgeliefert.

Massive Schäden: Das Wasser geht, das Salz bleibt

Die Schäden, die diese Hochwasser verursachen, sind enorm. Sicher, das Wasser wird sich nach dem grossen Regen schnell zurückziehen. Die Feuchtigkeit in den Böden und Wänden wird verdunsten. Etwas aber bleibt zurück: das Salz. Es ist eingedrungen in den wertvollen Marmor, in die jahrhundertealten kostbaren Mosaikböden, in die reich verzierten, oft bemalten Wände.

Betroffen ist davon ja nicht nur der Markusdom, sondern hunderte andere Monumente des Weltkulturerbes Venedig. Diese Schäden sind heute noch gar nicht absehbar.

Weil Wissenschaftler schon lange vor den Gefahren für Venedig warnen, beschloss Italien schon vor Jahren, die Lagune und Venedig mit beweglichen Fluttoren zu schützen. Moses ist der Name dieser Sperranlage. Nur sind längst nicht alle von deren Wirksamkeit überzeugt.

Auch die Bauarbeiten im Meer gestalteten sich schwierig. Und schliesslich flog vor fünf Jahren ein Korruptionsskandal auf, der zu langwierigen Ermittlungen und weiteren Verzögerungen führte. Noch ist unklar, wann und ob Moses wirklich wirksam sein wird.

Roms Priorität ist nicht der Klimawandel

Dabei geht oft vergessen, dass Venedig zwar das spektakulärste, aber eben doch nur ein Beispiel für Italiens Probleme mit dem Klimawandel ist. Steigt der Meeresspiegel, wie viele Wissenschaftler prognostizieren, weiter an, dann sind in Italien viele Städte und Dörfer gefährdet. Denn zahlreiche historische Zentren wurden einst nur knapp über dem Meeresspiegel gebaut.

Die Regierung in Rom hätte eigentlich allen Grund, sehr entschieden gegen den Klimawandel vorzugehen. Doch die Prioritäten der italienischen Politik liegen meist anderswo.

Franco Battel

Franco Battel

Auslandredaktor, SRF

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Franco Battel ist Auslandredaktor bei Radio SRF und betreut dort unter anderem das Österreich-Dossier. Von 2015 bis 2021 berichtete er als Korrespondent für Italien und den Vatikan aus Rom. Vor seiner Korrespondententätigkeit war er – ebenfalls als Auslandredaktor – für Mexiko, Zentralamerika, Kuba und Liechtenstein verantwortlich.

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Das Hochwasser verursacht enorme Schäden
03:57 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.11.2019.
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40 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Huber  (H. Huber)
    Warum man nicht in der Lage ist die Eingänge des Doms und der Hotels abzudichten ist für mich unerklälich, denn das nächste Hochwasser kommt so sicher wie das Amen im Dom! In Bern im Schwellenmätteli ist man auf solche Wiederkehrenden Hochwasser vorbereitet. Das liesse sich sicher mit wenig Aufwand machen.
    1. Antwort von Olivier Saner  (sanero)
      In Bern gings vermutlich nicht fast 20 Jahre um etwas umzusetzen... Bella Italia.
  • Kommentar von Hans Huber  (H. Huber)
    Dass das Ganze mit Ebbe und Flut und dem Vollmond zusammenhängt habe ich nicht gehört. Nach 6 Stunden ist der Spuk vorbei, das Wasser ist weg. Und sechs Stunden später steht der Markusplatz wieder unter Wasser, entsprechend dem Mond. Dass Venedig jedes Jahr mehrere Millimeter absinkt ist auch nicht erwähnt. Ob der Regen wirklich viel damit zu tun hat, das Meer ist sooo gross, weiss ich nicht und wie es zu diesem Jahrhundertereignis kam weiss ich auch nicht, dafür gibt es Spezialisten.
    1. Antwort von Hans Maag  (Maag Hans)
      Von Flut zu Flut sowie von einer Ebbe zur nächsten dauert es jeweils 12 Std und 25 Min.
  • Kommentar von Hans Maag  (Maag Hans)
    Venedig ist auch schon als "schönste Wasserleiche Europas" bezeichnet worden. Noch ist es nicht ganz so weit, aber ein "Vorgeschmack" darauf, wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt.