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International Vergewaltiger-Prozess in Indien: Chaos bei Anhörung

Die Angeklagten im Vergewaltiger-Prozess in Neu Dehli müssen bis Donnerstag einen Anwalt finden, der sie vertritt. Die meisten Anwälte wollen die Männer aber nicht verteidigen und wehren sich, auch vor Gericht. Jene, die aber wollen, geraten durch ihre Kollegen unter Druck.

Kein Publikum bei der Anhörung der mutmasslichen Vergewaltiger in Indien. Den sechs Männern, die in Indien eine junge Frau brutal vergewaltigt haben, wurde am Morgen die Anklageschrift überreicht. Darauf kam es im Gericht zu Tumulten.

Ein Plakat mit der Aufschrift «Hang the Rapists» und einer Galgenschlaufe.
Legende: «Hängt die Vergewaltiger» – beim Prozess gegen die Vergewaltiger der jungen Studentin gehen die Emotionen hoch. keystone

Es waren Anwälte, die aneinander gerieten. Zwei von ihnen hatten angeboten, die Angeklagten zu vertreten. Sie wollten damit ein Boykott der Anwaltskammer in dem Distrikt brechen. Die Kammer hatte beschlossen, die mutmasslichen Vergewaltiger sollten «aus moralischen Gründen» nicht verteidigt werden.

Die Richterin bangte um die Sicherheit der Beschuldigten und liess den Saal räumen. Auch Journalisten mussten vor die Türe.

Beschuldigten droht der Galgen

Wann der Mordprozess gegen die fünf volljährigen Männer vor dem extra geschaffenen Schnellgericht beginnen soll, ist unklar. Ihnen droht der Galgen. Bei einem sechsten Verdächtigen wird noch mit Knochentests geprüft, ob er minderjährig ist. Er selbst behauptet dies. Dann wäre er ein fall für das Jugendgericht und entginge der Todesstrafe.

Das 23jährige Opfer war am 16. Dezember in einem fahrenden Bus in Neu Delhi vergewaltigt und gefoltert worden. Vor gut zwei Wochen starb die junge Frau an ihren Verletzungen. Ihr Begleiter überlebte verletzt.

Ihr Schicksal hatte eine Welle von Protesten in Indien ausgelöst.Die Familie der Toten fordert die Hinrichtung aller sechs Angeklagten.

Legende: Video Tumult bei Anhörung der mutmasslichen Vergewaltiger in Indien abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.01.2013.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von H. Müller-Benk, Kt. Zuerich
    Gut möglich wäre- die Peiniger sind doch von mehreres Taten - zb. auch in den Nachbar oder Verwandtschaften etc. Verantwortung sind- Weil Vergewaltigung so eine Tabu Thema in Osten ist, die welche noch nie im Licht kommen. Da die Peiniger soll sehr schwer Bestraf werden müssen, Weil, In so einen Fall Freispruch ist Chance für ähnliches neues oder weiteres Tate
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  • Kommentar von Ein Hinseher, Kleinbösingen
    Dass die mutmasslichen (sie sind noch nicht verurteilt) Verbrecher in Haft sind, ist zweifelsfrei. Wären sie frei, wären sie längst tot. Ich weiss nicht wie Sie auf die Idee kommen, der Text dieses Berichtes sei unklar. Lesen Sie etwa Ihre eigenen Gedanken in den Bericht von SFR? P.S.: Ich arbeite nicht für SFR, noch habe ich je für dieses Unternehmen gearbeitet. Ich bin nur gegen Tüpflischeisserei um etwas meckern zu können.
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  • Kommentar von B. Wunderlich, Ennenda
    Fünf Peiniger erscheinen vor dem Richter War es ihnen freigestellt zu erscheinen oder eben nicht? Können diese Kreaturen sich etwa immer noch frei bewegen? Was ist das für eine Berichterstattung?
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