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Ein Jahr nach dem Anschlag auf Alexej Nawalny
Aus Tagesschau vom 20.08.2021.
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Vergiftung von Alexej Nawalny Das Ministerium für Lügen

Eine Lüge wird auch durch die ständige Wiederholung nicht zur Wahrheit. Während einem ganzen Jahr versucht der russische Staat der Welt weis zu machen, dass die russische Regierung nichts mit der nachgewiesenen Vergiftung von Alexej Nawalny am Hut habe.

Einen wirklichen Beweis konnte der Kreml bisher allerdings nicht vorlegen, sondern es bleibt Russland nur übrig, möglichst viele unterschiedliche Thesen in den Raum zu stellen und bei der Vergiftung Nawalnys von einer «geplanten Provokation» und «arroganten Beschuldigung» gegenüber dem russischen Staat zu sprechen.

Mauer des Schweigens

Dabei ist die Ausgangslage eindeutig: Russlands bekanntester Oppositionspolitiker, Alexej Nawalny, hat auf einem Inlandflug das Bewusstsein verloren und musste in ein russisches Spital eingeliefert werden. Die Beweislage wird absichtlich von russischer Seite vernebelt. Entscheidendes Beweismaterial ist innerhalb Russlands seit dem 20. August vergangenen Jahres wie vom Erdboden verschwunden. Dazu zählt das Videomaterial der Überwachungskameras des Hotels in welchem Alexej Nawalny übernachtete und die Kleider, welche Alexej Nawalny am Tag seiner Hospitalisierung in Russland getragen hat.

Wer sich im Hotel nach dem Material der Videoüberwachung erkundigt, steht auch ein Jahr nach der nachweislichen Vergiftung ebenso vor einer Mauer des Schweigens, wie vor dem Spital in welches Alexej Nawalny eingeliefert wurde.

Erdrückende Beweise gegen den Kreml

Der Kreml versucht, sich als Opfer darzustellen und macht sich damit nur verdächtiger. Statt mit diplomatischem Schweigen eine Hintertüre aus der Sackgasse zu finden, begräbt sich Moskau noch tiefer unter einem Berg von Lügen und stellt die völlig absurde These in den Raum, dass Nawalny ausserhalb Russlands vergiftet worden sein könnte und wirft deutschen Diplomaten vor «Spuren zu verwischen und die Wahrheit zu verheimlichen».

Während Russland «Deutschland und befreundeten Staaten» vorwirft, sich in die inneren Angelegenheiten des Staates einzumischen, eröffnete Russland selbst keine Strafuntersuchung im Fall mit der Begründung, es würden keine Beweise für eine strafbare Handlung vorliegen. Das russische Onlinemagazin, welches bereits im vergangenen Jahr aufdeckte, dass der russische Staat absichtlich Videomaterial aus dem Hotel beschlagnahmen liess, wurde in der Zwischenzeit vom Staat zwangsaufgelöst.

Der russische Staat macht sich mit seinem Vorgehen zu einer Karikatur seiner selbst und das Aussenministerium erinnert zunehmend an das Ministerium für Wahrheit aus dem Roman von George Orwell. Doch eine Lüge bleibt eine Lüge und gehört beim Namen genannt.

Luzia Tschirky

Luzia Tschirky

Russland-Korrespondentin

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Luzia Tschirky ist SRF-Korrespondentin für die Region Russland und die ehemalige UdSSR.

Tagesschau, 20.08.2021, 12:45 Uhr

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110 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Lügen, betrügen, morden" - welcher ehrliche, verantwortungsbewusste Staat würde mit solch skrupellosen, korrupten, Gewalt ausübenden Regierungen dieser Welt, wirtschaftliche Geschäfte tätigen, Kontakt unterhalten, haben wollen??
    Mitgegangen = mitgehangen!
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    In „Mission Impossible“ wird Eton Hunt zum Held, weil er die RU und Wunschfeinde mit unmöglich scheinenden Tricks untergraben kann.
    Er hebt US Geheimdienste auf die nächst höhere Bühne.
    In diesen dreckigen geopolitischen Spielen sollte man niemanden als Lügner bezeichnen ohne konkrete Beweise, oder auf Vermutungen.
    Eton Hunt zeigt uns, wie man ein Schaf in den Wolfspelz packt wenn es um die Interessen anderer geht.
    Solche Aktionen sind auch in der realen Welt, in ähnlich, gut möglich
    1. Antwort von Jim Brunner  (JimB)
      Wow, Sie nehmen also Referenz auf ein Film für die Möglichkeit einer US-Aktion zu insinuieren. Sie könnten auch noch ein James Bond Plot zitieren, oder Gozilla oder oder..
  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Eine wirklich gute Analyse, danke. Die vielen Pro-Kreml-Schreibbrigaden-Kommentare erachte ich als die beste Bestätigung, dass die Analyse richtig liegt. Eine Art Gütesiegel.