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Vergleich mit den Nachbarn Die Tracing-App hat es nicht nur bei den Schweizern schwer

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zeigt sich zufrieden mit den App-Downloads in der Schweiz. Obwohl die Zahlen seit dem Peak am ersten Tag kaum wachsen, schneidet die Schweiz im Nachbarländer-Vergleich gar nicht so schlecht ab: Mit noch nicht ganz einer Million aktiven Downloads liegt sie verglichen mit der Anzahl Einwohner hinter Deutschland auf Platz 2.

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Die neue App im Praxistest
Aus SRF News vom 26.06.2020.
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Doch ein Grund zum Jubeln ist das nicht: Schaut man sich nämlich die durchwegs tiefen Download-Zahlen der jeweiligen Länder im Vergleich zu den Mobilfunkanschlüssen und Einwohnern an, zeichnet sich bisher insgesamt ein düsteres Bild für die Durchsetzbarkeit der Tracing-Apps.

60 Prozent Durchdringung ist der Wert, nach dem laut Experten der Oxford University, Link öffnet in einem neuen Fenster die Corona-Apps ihren Zweck zufriedenstellend erfüllen können. Das heisst: Mindestens 60 Prozent der Bevölkerung sollten die Apps nutzen. Davon ist nicht nur die Schweiz, sondern auch unsere Nachbarn weit entfernt.

Downloads vs. aktive Apps

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Die Downloads sind ein grenzübergreifender Richtwert, um die verschiedenen Länder miteinander zu vergleichen, da nicht alle Länder die aktiven Apps messen. Es ist jedoch zu beachten, dass Apps auch wieder deaktiviert oder gelöscht werden können. Die Vergleichswerte schliessen darum Ungenauigkeiten bei der tatsächlichen Nutzung nicht aus.

Schweiz

Die SwissCovid-App war in den ersten Stunden ein regelrechter Renner: 566'894 aktive Apps zählte das BAG nach dem ersten Tag. Doch dann flaute die Begeisterung ab. Momentan kommen täglich nur etwa 40'000 bis 50'000 Nutzer dazu. Für Grenzgänger und Reisende gibt es aber gute Neuigkeiten: Rein technisch könnte die SwissCovid-App bereits im August auch in Deutschland, Österreich und Italien eingesetzt werden – wenn rechtzeitig eine Einigung mit der EU zustande komme, sagt Sang-Il Kim, Leiter Abteilung Digitale Transformation im BAG.

Wie viele Corona-Alarme wurden schon ausgelöst?

Das Bundesamt für Gesundheit weiss offenbar selber nicht, wie oft ein Corona-Alarm nach einem positiven Test via App schon ausgelöst wurde. Auf Nachfrage von SRF heisst es: «Wie viele Meldungen ausgelöst wurden und wie viele Personen damit informiert werden konnten, kann auf Grund des dezentralen Systems (Privacy by Design) nicht ausgewertet werden.» Auch die durchschnittliche Anzahl an Personen, die dabei benachrichtigt wird, bleibt deshalb unbekannt. Zudem lässt sich laut BAG auch nicht feststellen, ob eine App deinstalliert oder nicht aktiviert ist.

Für die Grenzgänger in der Welschschweiz wird das Update jedoch nichts nützen. Denn mit Frankreich werde der Austausch nicht funktionieren, da das Land eine andere Schnittstelle benutze.

Deutschland

Seit zwei Wochen ist die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts in den App-Stores verfügbar – und ist bisher die erfolgreichste, gemessen an den Downloads. Über 14 Millionen Mal wurde sie bereits heruntergeladen. Damit jedoch beim grossen Nachbarn im Norden eine 60-prozentige Durchdringung erreicht wird, müssten nochmals mehr als 35 Millionen Menschen die App downloaden – ein langer Weg. Zudem gaben die Entwickler nun bekannt, dass die App erst mit einer erneuten Aktualisierung richtig zu zählen lernt. In der alten Version scheiterte die App nach 14 aktiven Tagen am Weiterzählen.

Frankreich

Frankreich ist das Nachbarland mit der niedrigsten Nutzungsrate im Vergleich zur Einwohnerzahl. In den vergangenen drei Wochen haben 1.9 Millionen Menschen die App heruntergeladen. Davon haben aber fast 24'000 Personen die App wieder deaktiviert und 460'000 Personen haben die App deinstalliert. Die Regierung sagt, dass viele Menschen wohl das Gefühl haben könnten, dass der Ausbruch des Coronavirus in Frankreich vorbei sei.

Hand mit Handy, auf dem die Tracing-App sichtbar ist
Legende: Die Stop-Covid-App, hier auf einem Handy in Paris, ist bisher kein Renner. Nur ein Bruchteil von 2.7 Prozent der Bevölkerung hat die App gedownloadet. imago images

Es gebe aber jeden Tag neue Fälle, sagte Frankreichs Digitalminister Cédric O.: «Wir können die meisten Kontakte aufspüren, die wir aufspüren sollten.»

Österreich

Durch eine Initiative des Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) hat das Land beim digitalen Contact-Tracing schon früh vorgelegt. Doch bescheidene 680'000 Downloads gab es bisher. Und nur etwa die Hälfte gilt davon laut Schätzungen des ÖRK als aktive Nutzer. In Österreich hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert, die aktuellen Infektionszahlen sind sehr niedrig.

Italien

Die italienische Warn-App «Immuni» ist seit einem Monat verfügbar. Doch erst seit dem 15. Juni ist die Testphase beendet und das Tracing-System ist in allen 20 Regionen aktiv. Bisher gab es 4 Millionen Downloads.

Rendez-Vous; 2.7.20; 12:30

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88 Kommentare

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  • Kommentar von Lorenz Scheidegger  (LöBä)
    Ich kann absolut nicht verstehen, warum die App nur bei den neusten OS funktioniert. Gerade ältere Menschen haben nicht das Geld, dauernd ein Neues Smartphone zu kaufen. Lieber Bund, bei den alten Leuten ist es am Wichtigsten. Wie lässt sich so etwas erklären?
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Ein am 26.6. im Club P****a anwesender Gast wurde (nach eigenen Angaben des Clubs) positiv getestet. Der Club wurde am 30.6. informiert und hat die Kontaktliste übergeben. Keinem Gast aber wurde eine Quarantäne verordnet. So läuft das also auch mit der App: Man erhält eine Warnung, kontaktiert die Hotline ... muss aber nicht in Quarantäne sondern bloss auf Symptome warten (ein Test vorher ist sehr unzuverlässig) ... und steckt ev. vorher etliche andere an .... Was, bitte, bringt das dann?
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Der aktuellste Fall in Grenchen ist noch niederschmetternder: https://www.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/coronafall-in-grenchen-trotz-isolation-im-ausgang-280-menschen-muessen-in-quarantaene
      Da fehlt mir JEDES Vertrauen dass:
      1.: Positiv Getestete das tatsächlich freiwillig in der App ihres Phones eintragen
      2.: Die Gewanrten tatsächlich eine Hotline kontaktieren - weil sie dann ja möglicherweise zu einer Quantäne verknurrt werden.
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Wenn man trotz Reisewarnung aus einem solchen Land zurückkehrt muss man auf eigene Konsten (Ferien, unbezahlter Urlaub) in Quarantäne. Wenn man wegen der Missachtung der Abstandsregel eine App-Warnung erhält (sonst gibt es ja keine) müsste man dann ja logischerweise auch auf eigene Kosten in Quarantäne. Die Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem PW muss ich ja auch selber zahlen.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Weshalb soll der Arbeitgeber die Quarantäne finanzieren, die wegen der Missachtung der Abstandsregel nötig ist?

      Und: Wenn die App die Benutzung von Masken und Schutzscheiben nicht erkennt, dann muss sie in solchen Situationen eben ausgeschaltet werden. Ab kommenden Montag muss sie ja auch im öV ausgeschaltet werden, wenn alle Masken tragen. Sonst gäbe es jede Menge Fehlalarme. So eine offizielle Empfehlung gab es schon vor etlichen Wochen.
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