Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Chaos nach Warnstreik bei der Deutschen Bahn (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.12.2018.
Inhalt

Verkehr weiter beeinträchtigt Deutsche Bahn: Warnstreik beendet

  • Ein vierstündiger Warnstreik hat in Deutschland den Fernverkehr zum Erliegen gebraucht.
  • Im Regionalverkehr kam es während des Ausstands am Montagmorgen zu erheblichen Einschränkungen; dies besonders in Bayern und Nordrhein-Westfalen.
  • Auch Stunden nach dem Ende des Warnstreiks um 9 Uhr kam es noch zu Verspätungen und Zugausfällen.
  • Hintergrund sind Tarifverhandlungen für rund 160'000 Beschäftigte mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.

«Die Wucht des Streiks macht deutlich, wie gross die Verärgerung der Kollegen darüber ist, dass weiter kein abschlussfähiges Angebot vorliegt», sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die EVG hatte die Gespräche am Samstag abgebrochen, ist nun aber zu weiteren Gesprächen bereit. Diese sind für Dienstag vorgesehen, weitere Streiks werde es vorerst nicht geben.

Kunden nicht ordentlich informiert

Der Ausstand war eine harte Geduldsprobe für Pendler und Reisende. Viele mussten auf das Auto oder andere Verkehrsmittel ausweichen. Weil auch Informationssysteme auf der Bahn-Webseite und im DB-Navigator betroffen waren, konnten Kunden nicht ordentlich informiert werden. Auch die Reisezentren wurden bestreikt. Die SBB hatte den Verkehr bis an die schweizerisch-deutsche Grenze gewährleistet.

Die Deutsche Bahn rechnete noch während des gesamten Tages mit Einschränkungen im Fernverkehr. «Wegen der Streikaktivitäten konnten Züge in den Instandhaltungswerken nicht planmässig gewartet werden», erklärte die Bahn. «Züge und Personal sind in vielen Fällen nicht an den vorgesehenen Einsatzorten.»

Der Konzern hatte Bahnkunden vorab geraten, Reisen möglichst auf den Dienstag zu verschieben. Für bestimmte Spartickets wurde die Zugbindung aufgehoben. Fernverkehrstickets behalten ihre Gültigkeit und können bis einschliesslich Sonntag (16.12.) genutzt werden. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Warnstreiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

Tarifgespräche mit zwei Partien

Die Bahn führt derzeit mit zwei Seiten Tarifgespräche – zum einen mit der EVG, zum anderen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Mit der GDL kommt die Bahn am Dienstag in Eisenach wieder zusammen. Dort droht nicht so schnell ein Arbeitskampf: Die GDL darf wegen einer Vereinbarung erst streiken, wenn vorher eine Schlichtung gescheitert ist.

Anders ist das bei der EVG. Die Bahn hatte drei Tage lang separat mit beiden Gewerkschaften verhandelt. Beide Gewerkschaften hatten ursprünglich 7,5 Prozent mehr Geld gefordert. Die EVG brach die Gespräche ab und rief zum Warnstreik auf, weil das Lohnangebot der Bahn aus ihrer Sicht zu niedrig ist. Die Bahn sprach hingegen von einer «völlig überflüssigen Eskalation».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von René Baron (René Baron)
    Die EU kennt leider keine direkte Demokratie. Streik bleit dann halt noch des einfachen Bürger's einzige Möglichkeit sich Luft zu machen und damit eventuell sogar noch was zu bewirken.
    Sobald wir der EU beigetreten sind, wird auch uns nichts anderes übrig bleiben, als Streik , der damit verbundene wirtschaftliche Schaden und Imageverlust. Nur wird das in Brüssel - im Gegensatz zur Deutschen Grösse - dann niemanden mehr kümmern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      "Die EU kennt leider keine direkte Demokratie" Das ist auch gut so. Wenn man sich den Zustand der dd in der CH anschaut, wird man schnell feststellen, dass das Interesse für jeden Mummpitz abzustimmen, stetig sinkt. Außerdem scheint mir die Zufriedenheit in der Bevölkerung auch durch direkt demokratische Entscheide nicht zu steigen, wenn Abstimmungen mit 49/51 entschieden werden. Es gibt noch mehr Gründe, dafür reicht aber der Platz leider nicht....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler (Rhenus)
      Direkte Demokratie gab es in Staaten wie Deutschland und Frankreich noch nie. Das ist nicht eine Folge der EU. Auch wenn das gern behauptet wird. Die aktuelle Form der schweizerischen Sozialpartnerschaft mit wenig Streiks geht auf das Friedensabkommen von 1937 zurück. Auch damals gab es noch keine EU. Dafür das Dritte Reich. Mir ist die EU als Nachbarin lieber.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Toni Koller (Tonik)
      Es geht hier um Eisenbahnerlöhne - darüber wird meines Wissens auch in der Schweiz nicht direktdemokratisch entschieden (zum Glück - wir werden sonst schon wegen genügend Nebensächlichkeiten an die Urnen von Gemeinde, Kanton und Bund gerufen).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Die wehren sich wenigstens (ob nun sinnvoll oder nicht sei dahingestellt).
    Etwas das der Schweizer nicht kennt.
    Hier wird geschluckt bis man platzt.
    Und die Beamten und Reichen freuts.
    Ach so, würden wir streiken, stünde ja noch immer die bis Dato nutzlose Armee bereit.
    Fürchterlich!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      In der Schweiz wird vorerst geredet.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Und übrigens Frau Schranz, die vielen unzufriedenen und protestierenden Bürger in den EU Mitgliedstaaten zeigen doch auf wie "unsägliche die EU Politik ist"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen