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US-Präsident Biden setzt aussenpolitisch auf den Indopazifik
Aus 10 vor 10 vom 24.09.2021.
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Vier-Staaten-Bund gegen China USA setzen mit Quad-Allianz auf mehr Sicherheit im Indopazifik

  • US-Präsident Joe Biden hat sich in Washington mit den Regierungschefs aus Indien, Japan und Australien getroffen.
  • Ziel des Treffens war es, das US-Engagement im Indopazifik auszubauen und damit China die Stirn zu bieten. Sicherheitspolitik war jedoch kein offizielles Traktandum.
  • Die Stellung von China in der Indopazifikregion muss Expertinnen und Experten zufolge am Treffen dennoch eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Das Bündnis wolle sich als Zusammenschluss demokratischer Länder dafür einsetzen, dass alle Staaten in der Region souverän blieben, sagte der australische Regierungschef Scott Morrison nach dem Treffen.

Zu Beginn des Treffens sagte Joe Biden: «Als wir uns vor sechs Monaten trafen, gingen wir konkrete Verpflichtungen ein, um unsere gemeinsame und positive Agenda für einen freien und offenen Indopazifikraum voranzubringen.»

Legende: Weiter sagte Joe Biden: «Heute kann ich mit Stolz sagen, dass wir ausgezeichnete Fortschritte machen.» Reuters

Mit Indopazifik ist eine Region vom Indischen bis zum Pazifischen Ozean gemeint. Die USA und andere Staaten sind besorgt über Chinas Handelspraktiken und den chinesischen Expansionsdrang im Indopazifik.

Biden suchte vorher schon neue Allianzen

Biden hatte bereits im Frühling, kurz nach seinem Amtsantritt, einen Online-Gipfel mit seinen Kollegen aus den drei Ländern einberufen. Die neue US-Regierung will internationale Allianzen erneuern und stärken.

Legende: Zur Vier-Länder-Gruppe gehört auch Indien mit Premier Narendra Modi. Der Bund wird auch Quad genannt und entstand nach dem durch ein Erdbeben im Indischen Ozean ausgelösten Tsunami 2004. Reuters

Im März schaltete sich die Gruppe erstmals auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zusammen. Bei dem virtuellen Treffen im Frühling kündigten die vier Partner unter anderem an, die Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoffe in Indien auszubauen.

Legende: Zwischen den Ländern gebe es eine «starke Solidarität», betonte Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga. Reuters

Indiens Premierminister Narendra Modi zeigte sich zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit der vier Staaten Wohlstand und Frieden im indopazifischen Raum und in der Welt sichern werde.

Legende: Australiens Regierungschef Scott Morrison war kürzlich ein neues Sicherheitsbündnis im Indopazifik mit den USA und Grossbritannien eingegangen und hatte Frankreich verärgert. Paris fühlte sich dadurch auch als strategischer Partner in der Region ausgeschlossen. Reuters

Die US-Regierung betonte, dass die Quad-Allianz nichts mit dem Sicherheitsbündnis mit Australien zu tun habe. Das Vierer-Bündnis habe «keine sicherheitspolitische oder militärische Dimension», sagte ein hoher Regierungsbeamter. Dennoch schätzten eine Vielzahl von Expertinnen und Experten das Treffen als Bekenntnis sicherheitspolitischer Natur zur Region ein.

So sagte Richard Heydarian, es sei wichtig, dass gleichgesinnte Verbündete in der Region zusammenarbeiten würden. Er ist Professor für Geopolitik an der polytechnischen Universität auf den Philippinen und betonte: «Wenn diese Staaten nichts entgegensetzen würden, würde das Chinas schlimmste Instinkte wecken.»

10 vor 10, 24.09.2021, 21:50 Uhr;

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Das Bündnis macht Sinn. Weshalb Taiwan und Süd-Korea fehlen, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Es scheint, dass sich im Pazifikraum endlich eine Nato 2.0 herausbildet, um den Wolfkriegern in Peking die Stirn zu bieten.
    Wenn sich die USA nun stark Richtung Pazifik orientiert, wird der US-Schutz in Europa zwangsläufig abnehmen. Und was lernt Europa daraus? Sie schwatzen, wägen ab, streiten und verfolgen 28 verschiedene, teilweise inkompatible aussenpolitische Strategien. Europa, quo vadis...
  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Dieses Bündnis kümmert China nicht. Indien ist weit weg. Australien ökonomisch und politisch bedeutungslos. Vor wenigen Monaten haben Sie den Chinesen Port Darwin im Leasing für 99 Jahre überlassen. Japan besitzt keine Armee die China aufhält. Die USA 7000 km entfernt. Die USA hat den UNCLOS Vertrag nie ratifiziert und kann sich vor keinem Gericht darauf berufen.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Indien ist direkt angrenzendes Nachbarland!
      Und vielleicht haben Sie verpasst, dass es hier nicht um ein militärisches Bündnis geht.
    2. Antwort von Peter Mueller  (Elbrus)
      Indien hat zwar in den Bergen ein paar hundert km (804) Grenze mit China. Das ist aber bedeutungslos. Die Inder haben keine Logistik dort 1 Mio Personal zu transportieren. Auch wenn die USA behaupten, dass QUAD kein militärisches Bündnis ist, es hat immer eine militärische Komponente.
  • Kommentar von Andreas Schori  (malanders)
    Schon die Karte hat eine verzerrte Optik. Eigentlich geht es um den direkten Wasserweg von Japan via Südkorea, zwischen China und Taiwan hindurch bis nach Singapur. Mit Handelsschiffen präsent sind in Europa, China, Taiwan, Südkorea, Japan und Singapur. Die USA und UK versuchen sich aus kolonialistischer Tradition als Schutzmacht aufzuspielen und sind mit Kriegsschiffen präsent.
    Wenn es um Rohstoffe geht, dann haben die Quad-Staaten m.E. auf dem chinesischen Festlandsockel nichts verloren.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Man kann genausogut aussen an Taiwan vorbeifahren. Dann wäre noch interessant was Sie als den Chinesischen Festlandsockel bezeichnen. Niemand hat hier von einer Besetzung oder was auch immer gesprochen.