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Vier Tage nach Erdrutsch Weitere Todesopfer in Norwegen gefunden

  • Vier Tage nach einem heftigen Erdrutsch im Süden Norwegens haben die Rettungskräfte mittlerweile sieben Todesopfer im Katastrophengebiet gefunden.
  • Unter den Toten befindet sich auch ein zwei-jähriges Mädchen.
  • Es werde nun daran gearbeitet, die zuletzt entdeckten Leichen aus dem Katastrophengebiet zu holen, teilte die Polizei mit.
  • Mehrere Menschen galten am Nachmittag weiter als vermisst. Die Retter geben auch mehr als 100 Stunden nach der Katastrophe die Hoffnung nicht auf, noch Überlebende finden zu können.
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Aus dem Archiv: Vermisste nach Erdrutsch in Norwegen
Aus Tagesschau vom 31.12.2020.
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Der Erdrutsch hatte sich am frühen Mittwochmorgen in Ask in der Kommune Gjerdrum rund 40 Kilometer nordöstlich von Oslo ereignet. Mindestens zehn Menschen erlitten Verletzungen, neun Häuser stürzten in der Folge des Abgangs ein.

Nach dem ersten Fund am Neujahrstag und drei weiteren am Samstag entdeckten die Einsatzkräfte am Sonntag drei weitere ums Leben gekommene Person.

Norwegische Königsfamilie besucht das Unglücksgebiet

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Der norwegische König Harald V. (83) hat gemeinsam mit seiner Frau, Königin Sonja (83), und Kronprinz Haakon (47) das Unglücksgebiet besucht. Die Königsfamilie wollte sich im Laufe des Tages mit Vertretern der Kommune, Einsatzkräften und in Sicherheit gebrachten Menschen treffen. Zunächst wurde sie im Kulturhaus Gjerdrum darüber informiert, wie die Rettungskräfte im Erdrutschgebiet nach Überlebenden suchen.

In der Kirche der Kommune zündete die Königsfamilie in Gedenken an die Opfer zudem Kerzen an. «Das ist schrecklich», sagte Harald im Anschluss über das Unglück. «Es ist sehr schwer, das in Worte zu fassen.»

Bereits am Tag des Unglücks hatte Harald den Betroffenen seine Anteilnahme ausgedrückt. «Meine Gedanken sind bei allen, die betroffen oder verletzt sind, ihr Heim verloren haben und jetzt in Furcht und Ungewissheit über das volle Ausmass der Katastrophe leben», hatte er am Mittwoch erklärt.

Nach dem Erdrutsch waren rund 1000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Der Untergrund in Teilen des verschneiten Unglücksgebiets war nach dem Abgang zunächst so instabil gewesen, dass es zu gefährlich für die Rettungskräfte war, ihn zu betreten. Stattdessen wurde mit Helikoptern und Drohnen nach Überlebenden gesucht. Seit Freitag konnten dann Retter und Polizeihunde auch zu Fuss in die rote Zone des Gebiets geschickt werden, woraufhin die erste Leiche gefunden wurde.

Unter den bislang sieben gefundenen Todesopfern des Erdrutsches in Norwegen ist auch ein zweijähriges Mädchen. Die zuständige Polizei gab am späten Sonntagabend die Namen von vier weiteren umgekommenen Personen bekannt – neben dem 2018 geborenen Mädchen auch ihr 40 Jahre alter Vater sowie eine 54-Jährige und ein 29-Jähriger.

Bereits zuvor hatte die Polizei die Identität des ersten entdeckten Todesopfers, eines 31-jährigen Mannes, veröffentlicht. Damit sind bislang fünf der sieben gefundenen Opfer identifiziert.

SRF 4 News, 02.01.2021, 12.30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Wenn man diese Bilder sieht kommen Erinnerungen an Gondo auf und der Mensch hat da leider praktisch keine Üverlebungs Chance gegen diese Natur Gewalt!
    Und Hangüberbauungen birgen immer, ein grosses Restrisiko!
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    1. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      Frage mich immer, ob es Hohlräume unter der Erde bzw. und den Verbauungen gab, dass alles in ein grosses Loch rutschte und das Unheil heraufbeschwor? Für Betroffene ein grosses Leid, Angehörige und Hab und Gut zu verlieren. Den Betroffen gilt grosse Teilnahme an ihrem Leid, Kraft und Mut zum Weitermachen. Es fehlen die richtigen Worte zum Trösten.
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    2. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Ich sehe keinen Hand, sondern nur ein Loch. Wohin ist die Erde verschwunden?
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    3. Antwort von Alexander Markert  (garantiert-trollfrei)
      @Helmers. Das ist eines der vielen neu auftretenden "Sinkholes". Aber da dieses immer häufiger auftretende Phänomen als unwissenschaftlich verschrien ist, wir es eben als Erdrutsch bezeichnet. Trotzdem gibt es bei diesen Vorfall sehr wohl einen nicht sehr steilem Hang, ist aber nicht auf allen Fotos zu sehen.
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    4. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Herr Markert, mir scheint, was Sie als Sinkhole beschreiben ist als Phänomen seit jeher bekannt, tritt bei uns vor allem im Jura oder andern Kalkgebieten auf und wird im allgemeinen Doline genannt. Bei den Erdrutschen von Ask wie auch bei Alta (Juni dieses Jahres) sowie eines grösseren Stückes der wichtigsten Strassenverbindung zwischen Schweden und Norwegen (2007) wird von Lehmschichten gesprochen, die bei langandauernden Regenfällen plötzlich zur Rutschbahn werden.
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  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    Auf tagesschau.de steht «...insgesamt 280.000 Quadratmetern sei ins Rutschen geraten. Das Erdreich in dem Gebiet besteht aus einem speziellen Lehm, der in Norwegen und Schweden verbreitet ist und sich schnell verflüssigen kann.» Vor einem halben Jahr erreichten uns Bilder aus Alta, Nordnorwegen, mit Titeln wie «Erdrutsch reisst mehrere Häuser ins Meer». Unglaubliche Bilder blieben haften, diese werden nun aber von einer weit grösseren Tragödie und grossem menschlichem Leid verdrängt.
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